Programm
Kachelbild: KALARI KID – SHE HITS BACK / First Hand Films GmbH
Headerbild: SUDAN: EIN KRANKENHAUS IM SCHATTEN DES KRIEGES / Antje Boehmert, DOCDAYS Productions
Das Abendprogramm der Filmtage Globale Perspektiven zeigt brandneue Dokumentarfilme zu globalen Themen. Auch das Tagesprogramm präsentiert im Rahmen einer offenen Konferenz aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme und regt dazu an, Themen wie Globalisierung, kriegerische Konflikte und Klimafolgen differenziert zu betrachten. Dieses Jahr liegt ein Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit und Widerstandsbewegungen. Nach den Filmen gibt es Gespräche mit den Filmschaffenden und Expert:innen. Ein Werkstattgespräch mit internationalen Regisseur:innen, eine Masterclass des Dokumentarfilmers Robert Krieg sowie das Panel „Medien, Macht und Widerstand“ – mit Fokus auf Bilder aus dem Iran – bereichern das Programm. Mit der neuen Filmdatenbank „Afrikas Zeugen“ präsentiert Peter Heller seine Inteviews aus den 1970er bis 1990er Jahren zur deutschen Kolonialgeschichte. Ein Höhepunkt am 20. Mai um 19.15 Uhr: Die feierliche Vergabe des Filmpreis Globale Perspektiven in der Evangelischen Akademie Frankfurt.
13:00 NETZWERKTREFFEN: Globale Perspektiven im Film
In dem Netzwerk AG Globale Perspektiven im Film engagieren sich Filmschaffende und Aktive in der kulturellen und politischen Film- und Bildungsarbeit. Im Zentrum ihrer Anliegen steht die Frage: Wie lässt sich eine vielfältig aufgestellte Filmarbeit realisieren, wenn die in Deutschland produzierten Filme überwiegend eurozentrisch geprägt sind? Die Initiative setzt sich dafür ein, Perspektiven auf den Globalen Süden in Filmproduktion und -vermittlung zu dekolonisieren. Dazu gehört auch die Stärkung von Filmproduktionen im Auftrag öffentlich-rechtlicher Sender, die ihrem Kulturauftrag zunehmend weniger gerecht werden. Zudem fordert die AG eine angemessene Filmförderung – sowohl für die Produktion als auch den Verleih der Filme. Bei dem Netzwerktreffen werden avisierte Aktionen vorgestellt.
14:30 Begrüßung und Vorstellung der Jurys
15:00 - 17:00 AMANTES EN EL CIELO/LOVERS IN THE SKY
Argentinien/Deutschland 2025, 77 Min.
Regie: Fermin de la Serna Buch: Fermin de la Serna Kamera: Juan Beccaglia Musik: Ian Shifres - Tomas Seivane Ton: Marcos Zoppi - Emiliano Biaiñ Schnitt: Lucia Torres Minoldo - Celeste Contratti Fernsehsender/Produktion: Rio Azul Films, Autentika Films, Rechte in Deutschland: Autentika Films, E-Mail: info@autentikafilms.com
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Cristina und La Bonita – zwei Transfrauen, die seit Jahrzehnten als Köchinnen auf Frachtschiffen arbeiten, die unermüdlich die Flüsse des peruanischen Amazonas befahren. Die beiden stehen unter persönlichem und sozialem Druck und müssen sich mit sich verändernden Identitäten auseinandersetzen: Cristina, um ein Versprechen zu erfüllen, das sie ihrer toten Mutter gegeben hat. La Bonita hat als religiöser Mensch Angst, für immer in der Hölle zu schmoren.
Zu Gast: Gudula Meinzolt (Autentica Films)
17:30 - 19:30 WHISTLEBLOWER
Deutschland 2026, 90 Min.
Regie: Marc Bauder Buch: Marc Bauder Kamera: Börres Weiffenbach Musik: Thomas Kürstner Ton: Oliver Stahn Schnitt: Stefan Stabenow Fernsehsender/Produktion: 3sat, rbb Rechte in Deutschland: bauderfilm GmbH, E-Mail: bettina@bauderfilm.de
Jean-Jacques Lumumba ist der wichtigste Whistleblower Afrikas. Dieser Film begleitet den Großneffen des Freiheitskämpfers Patrice Lumumba, über drei Jahre lang in einem Kampf David gegen Goliath. Er zeigt, wie Lumumba selbst in seinem Exil eingeschüchtert und bedroht wird, wie er standhält und schließlich vor Gericht aussagt. Neben Lumumba erzählt Marc Bauders neuer Film auch von anderen Whistleblower:innen und ihren Geschichten. So von dem US-Drohnenpiloten Daniel Hale. WHISTLEBLOWER ist der erste Dokumentarfilm, der die universelle Dimension des Whistleblowings in den Fokus nimmt. Er zeigt einen neuen Typus des Freiheitskämpfers: Für Bürgerrechtler:innen und die Weltöffentlichkeit sind Whistleblower unentbehrliche Helfer:innen gegen illegale Machenschaften. Der Preis dafür ist hoch. Lobbyisten, Privatdetektive, Regierungen und ihre Geheimdienste und deren willfährige Medien führen einen regelrechten Krieg gegen die Whistleblower, versuchen sie einzuschüchtern und zu delegitimieren. WHISTLEBLOWER erzählt aber auch von den vielen Menschen und Netzwerken hinter jedem Fall: Den Investigativjournalist:innen, Anwält:innen und Helfer:innen, die den Whistleblowern zur Seite stehen, ihnen Öffentlichkeit und Schutz geben.
Zu Gast: Marc Bauder
20:30 KALARI KID – SHE HITS BACK
Indien/Schweiz 2026, 93 Min.
Regie: Maria Kaur Bedi & Satindar Singh Bedi Buch: Maria Kaur Bedi & Satindar Singh Bedi Kamera: Maria Kaur Bedi Musik: Paul Hertzog Ton: Neethu Sudha Mohandhas Schnitt: Maria Kaur Bedi Fernsehsender/Produktion: First Hand Films, Spirited Heroine Productions, SRG SRF, ARTE Rechte in Deutschland: First Hand Films, E-Mail: sales@firsthandfilms.com
Der Dokumentarfilm zeigt, wie eine der ältesten Kampfsportarten für Frauen in Indien zu einem Werkzeug der Selbstermächtigung werden kann. Die christliche Milena (21) liebt die Felder und ihre Kühe so sehr wie ihr Kalari-Training. Gezwungen, in die Stadt zu ziehen, um Krankenschwester zu werden, fühlt sie sich dort zunächst einsam und verloren – bis sie erkennt, dass ihr das Kalari-Wissen helfen kann. Da Krankenschwestern oft von Männern angegriffen werden, bringt Milena Kalari in die Stadt und trainiert ihre Kolleginnen in der Selbstverteidigung. Die hinduistische Grundschülerin Arushi (9) ist eine eifrige Kalari-Lernende und wartet darauf, alt genug zu sein, um mit ihren Kampfschwertern zu tanzen. Doch zunächst muss sie lernen, ihre Wut zu kontrollieren. Mit der Unterstützung ihrer Trainerinnen, den muslimischen Schwestern und Kalari-Meisterinnen Anshifa (23) und Arifa (26), lernt Arushi, ihre Emotionen zu beherrschen.
Zu Gast: Maria Kaur Bedi & Satindar Singh Bedi
18:00 - 22:45 in der Evangelische Akademie Frankfurt
10:00 - 12:00 INTERNATIONALES WERKSTATTGESPRÄCH
Gemeinsam Filme gestalten
heißt das transkulturelle Werkstattgespräch zu internationalen Koproduktionen zwischen Kreativen aus deutschsprachigen Ländern und aus dem Globalen Süden. Wie kann hier eine künstlerisch bereichernde, faire und selbstbestimmte Zusammenarbeit geschehen? Global agierende Filmschaffende kommen zusammen, um konkrete Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Vielfältige Fragestellungen sind möglich, etwa: Wie können unterschiedliche filmische Traditionen und Ästhetiken kreativ inspirieren, ohne dass eine Seite dominiert? Welche praktischen Schritte – von der Projektentwicklung über die Finanzierung bis zur Postproduktion – sind nötig, um partnerschaftlich zu arbeiten?
Gäste: Maria Kaur Bedi & Satindar Singh Bedi, Gudula Meinzolt und Shaheen Dill-Riaz
Moderation: Melanie Gärtner
Satindar Singh Bedi (Indien) und Maria Kaur Bedi (Schweiz) arbeiten seit 2019 als Directors Duo zusammen. Gudula Meinzolt (Autentica Films) produziert seit 2004 zusammen mit Paulo de Carvalho Filme aus Lateinamerika und Afrika. Shaheen Dill-Riaz hat vielfach prämierte Dokumentarfilme realisiert; er lebt in Deutschland und Bangladesch.
Ort: Seminarraum im DFF
Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist: Anmeldung
13:00 - 14:30 Filmdatenbank AFRIKAS ZEUGEN
Afrikas Zeugen – eine Filmdatenbank zur deutschen Kolonialgeschichte
Die neue Filmdatenbank „Afrikas Zeugen“ auf der Plattform „History Open“ des Instituts für Zeitgeschichte stellt authentische, ungekürzte Interviews mit afrikanischen Zeitzeug:innen der deutschen Kolonialzeit frei zur Verfügung, die der Dokumentarfilmer Peter Heller in den 1970er bis 1990er-Jahren in Tansania, Namibia und in Kamerun geführt und gefilmt hat. Die Plattform verlinkt auf Anfrage direkt zur Datenbank, in der die Originalaufnahmen zur Sichtung kostenlos verfügbar sind. Zudem stehen synchron alle übersetzten Transkripte der Zeugenaussagen für Forschende bereit.
„Mit diesem Pilotprojekt zeigen wir: Es gibt Filme – aber keine ‚Filmreste‘, die sonst einfach entsorgt werden. Diese dokumentarischen Aufzeichnungen sind ein lebendiges gesellschaftliches Gedächtnis. Geschichte darf nicht vergessen werden – sie muss am Leben bleiben!“, betont Peter Heller. Der Filmemacher stellt im Kino des DFF anhand anschaulicher Beispiele Interviews sowie ihre Entstehungsgeschichte vor und führt in die Nutzung der Datenbank ein.
Zu Gast: Peter Heller
Moderation: Cornelia Wilß
In Kooperation mit:

14:45 - 16:00 SUDAN: EIN KRANKENHAUS IM SCHATTEN DES KRIEGES
Sudan/Deutschland 2025, 52 Min.
Regie: Carl Gierstorfer, Laura Salm-Reifferscheidt Buch: Carl Gierstorfer, Laura Salm-Reifferscheidt Kamera: Carl Gierstorfer Ton: Laura Salm-Reifferscheidt Schnitt: Ronald Rist Fernsehsender/Produktion: ZDF/Arte / Deutsche Welle / DOCDAYS Productions GmbH Rechte in Deutschland: Antje Boehmert, DOCDAYS Productions GmbH, E-Mail: berlin@docdaysproductions.com
Seit Jahrzehnten werden die Bewohner der Nubaberge im Sudan von der islamistischen Regierung in der Hauptstadt Khartum unterdrückt. Bis heute gibt es in der abgelegenen Region im Süden des Landes weder asphaltierte Straßen noch ein Mobilfunknetz – und vor allem kaum medizinische Versorgung. Doch ein Krankenhaus trotzt seit fast 30 Jahren allen Widrigkeiten. Mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 hat sich die Situation dramatisch verschärft. Der Konflikt hat zwölf Millionen Menschen vertrieben. Hunderttausende von ihnen sind in die Nubaberge geflohen. Die Front ist nicht weit, doch bislang blieb die Region weitgehend verschont. Dem Hunger aber, der mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung bedroht, können die Menschen auch dort nicht entkommen. Der Film begleitet Joseph Yacoub in seinem Alltag als Leiter eines Krankenhauses. Er ist der einzige Chirurg weit und breit. Hunderte Patienten strömen täglich in das Krankenhaus: hochschwangere Frauen, verwundete Kämpfer, Mütter mit ihren unterernährten Kindern. Nicht allen von ihnen kann geholfen werden.
Zu Gast: Laura Salm-Reifferscheidt, Susanne Mertens & Jean-Christoph Caron (ZDF/arte)
16:00 - 17:15 KLIMAVERTRIEBENE: OHNE HEIM, OHNE RECHTE
Frankreich 2025, 54 Min.
Regie: François-Xavier Trégan Buch: François-Xavier Trégan Kamera: Stéphane Rossi, Vincent Rimbaux Musik: Nicolas Mollard Ton: Marc Taillardat Schnitt: Fanny Boutillon Fernsehsender/Produktion: ARTE GEIE, Babel Rechte in Deutschland: ARTE GEIE, E-Mail: assist-thema@arte.tv
Mittlerweile werden durch den Klimawandel mehr Menschen vertrieben als durch Kriege und Konflikte. 2023 waren es 26 Millionen, 2050 könnten es schon über 220 Millionen sein. Einen universellen Rechtsrahmen, der ihnen Schutz böte, gibt es nicht – und die internationale Gemeinschaft schaut weg. Die Politik in Bangladesh, Kolumbien und auf einigen pazifischen Inseln hat sich des Problems mit Umsiedlungsprogrammen angenommen und bezieht die Betroffenen mit ein.
Zu Gast: Shaheen Dill-Riaz (virtuell), Francois-Xavier Trégan (angefragt)
18:00 - 19:15 Panel: Medien, Macht und Widerstand – Bilder aus dem Iran
Auf dem Panel „Medien, Macht und Widerstand: Bilder aus dem Iran“ diskutieren iranische Film- und Kunstschaffende über die Rolle und Bedeutung von Bildern aus dem Iran. Dabei stehen zentrale Fragen im Mittelpunkt: Welche digitalen Formen des Widerstands waren vor der aktuellen Kriegssituation möglich – und welche bestehen heute noch? Wie werden illegale Bilder sowohl innerhalb des Landes als auch im Ausland sichtbar gemacht? Welcher visuellen Propaganda bedient sich der theokratische Staat, um seine Macht zu festigen? Und wie konnten Filmschaffende und Künstler:innen bis Kriegsbeginn strategisch handeln, um die staatliche Zensur im Iran zu umgehen? Nicht zuletzt wird auch gefragt, welche Handlungsoptionen den im Exil lebenden Kreativen heute noch bleiben.
Parastou Forouhar ist eine iranische Künstlerin und Aktivistin. Als Konzeptkünstlerin setzt sie in ihren Installationen unter anderem Zeichnungen, Fotografien und animierte Bildsequenzen ein. Seit 1991 lebt sie in Deutschland im Exil. Ihr Werk wurde mehrfach prämiert, zuletzt 2025 mit dem renommierten Gabriele Münter Preis. Forouhar hat die politische Opposition ihrer vom iranischen Geheimdienst 1998 ermordeten Eltern auch in Teheran fortgeführt.
Der iranische Filmemacher Jafar Najafi, bekannt für preisgekrönte Filme wie Alone (2022), lebt derzeit als Geflüchteter in Darmstadt und kämpft um sein Recht auf Asyl. Während eines Aufenthalts in Frankfurt 2025 durchsuchten iranische Behörden seine Teheraner Wohnung und beschlagnahmten sein Filmmaterial zur Polizeigewalt gegen die Frau-Leben-Freiheit-Proteste.
Teilnehmende: Jafar Najafi und Parastou Forouhar
Moderation: Awa Yavari
In Kooperation mit:

20:00 Feierliche Vergabe des Filmpreis Globale Perspektiven
Der Filmpreis Globale Perspektiven wird in drei Kategorien vergeben. Die nominierten Filme machen auf die Lebenswirklichkeiten in den Ländern des Globalen Südens aufmerksam und ermöglichen den Zuschauenden einen Perspektivwechsel.
Eine Jury, die sich aus Filmschaffenden und Expert:innen zusammensetzt prämiert Regisseur:innen für:
Bester Dokumentarfilm
Beste TV-Dokumentation
Ein Verleihunternehmen wird von einer BJF-Jugend-Filmjury für sein Engagement gewürdigt.
Bester Kinofilm
20:45 YO VI TRES LUCES NEGRAS/ICH SAH DREI SCHWARZE LICHTER
Kolumbien/Mexiko/Frankreich/Deutschland 2024, 87 Min.
Regie: Santiago Lozano Buch: Santiago Lozano, Santiago del Razo Kamera: Juan Velásquez Musik: Nídia Góngora Ton: José Miguel Enríquez Schnitt: Ana García A.M.E., Santiago Lozano Álvarez Fernsehsender/Produktion: Contravia Films, Autentika Films Rechte in Deutschland: Autentika Films, E-Mail: info@autentikafilms.com
Der 70-jährige José de los Santos lebt in einem Dorf an der kolumbianischen Pazifikküste. Schon als Kind hat er die Kunst der rituellen Bestattung erlernt. Wie seine Vorfahren, die als afrikanische Sklaven hierher verschleppt wurden, begleitet er Sterbende und Tote auf ihrem Weg zur ewigen Ruhe. Eines Tages erscheint ihm der Geist seines Sohnes Pium-Pium, der vor Jahren brutal ermordet wurde, und kündigt José dessen bevorstehenden Tod an. Pium-Pium warnt ihn, dass er nicht in der Nähe seines Hauses sterben darf und dafür sorgen muss, um jeden Preis in Frieden in die andere Welt hinüberzugehen. Daraufhin tritt José seine letzte Reise an und begibt sich in den Dschungel, um dort einen Platz zum Sterben zu finden. Doch das Gebiet wird von bewaffneten Gruppen kontrolliert. Er muss dem Feuer ihrer Waffen und der Gewalt entgehen.
Zu Gast: Gudula Meinzolt (Autentica Films)
09:00 - 11:00 NAWI – DEAR FUTURE ME
Kenia/Deuschland 2024, 104 Min.
Regie: Toby & Kevin Schmutzler, Val Chelluget, Apuu Mourine Buch: Milcah Cherotich, Toby & Kevin Schmutzler Kamera: Klaus Kneist, Renata Mwende Musik: Amadeus Indetzki, Apuu Mourine Ton: Roman Pogorzelski Schnitt: Toby Schmutzler Fernsehsender/Produktion: FilmCrew Media GmbH Rechte in Deutschland: FilmCrew Media & Atlasfilm, E-Mail: kevin@filmcrew.media
Nawi träumt davon, die High School zu besuchen – doch dieser Traum zerbricht, als ihr Vater Eree sie mit einem Fremden verheiraten will. Obwohl die Familie auf das Brautgeld angewiesen ist, wehrt sich Nawi gegen die Zwangsehe. Ihr Bruder Joel steht ihr dabei zur Seite. In der Nacht vor der Hochzeit flieht sie. Verfolgt von der eigenen Familie, macht sie sich auf den Weg nach Nairobi, um für ihre Zukunft zu kämpfen. Doch dann erfährt sie, dass ihre Schwester nun an ihrer Stelle verheiratet werden soll.
Auch für Schulklassen (FSK 12)!
Wenn Sie die Vorstellung mit Ihrer Schulklasse besuchen möchten, melden Sie sich bitte hier an.
10:00 - 12:00 Masterclass Robert Krieg
Robert Krieg realisiert seit 1983 Dokumentarfilme in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Europa. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Intifada – Auf dem Weg nach Palästina (1989), Kinder der Steine – Kinder der Mauer (2010) und sein aktueller Film Tevî her tiştî – Trotz alledem (2025). Der Film begleitet den Alltag von kurdischen Frauen in der autonomen Region Rojava (Syrien). Die Frauen haben inmitten von Krieg und Zerstörung eine neue Gesellschaft aufgebaut, die derzeit durch eine islamistische Regierung bedroht ist. Robert Krieg gewährt den Teilnehmenden Einblicke in seine Arbeitsweise und den kreativen Prozess seiner Regiearbeit: „Dokumentarfilmarbeit ist für mich Gedächtnisarbeit. Wenn es so etwas wie das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft gibt, dann hat der Dokumentarfilm hier seinen angestammten Platz. Die geduldige Beobachtung, die Erforschung der Hintergründe, die Zeit Fragen zu stellen, die Poesie der Bilder und die Sinnlichkeit des Erzählflusses lassen im Kopf neue Zusammenhänge und Sichtweisen entstehen.“
Moderation: Melanie Gärtner
Ort: Seminarraum im DFF
Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist: Anmeldung
11:15 - 12:45 WOHIN DER WIND UNS TRÄGT
Tunesien/Frankreich 2025, 99 Min.
Regie: Amel Guellaty Buch: Amel Guellaty Kamera: Frida Marzouk Musik: Omar Aloulou Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix Fernsehsender/Produktion: Atlas Vision (Tunis)/Haut-les-Mains (Paris) Rechte in Deutschland: Kairos Filmverleih, E-Mail: kairosfilm@aol.com
Die furchtlose, quirlige Alyssa und der sensible Künstler Mehdi sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Beide fühlen sich in ihrem Leben am Stadtrand von Tunis eingeengt und teilen ihre Träume vom Aufbruch in ein neues Leben. Dann erfährt Alyssa von einem Künstlerwettbewerb in Djerba. Dieser verspricht dem Gewinner eine Karriere in Europa und sie nimmt den zurückhaltenden Mehdi mit auf einen wilden Trip quer durch Tunesien, bei dem sie unzählige Hindernisse überwinden müssen und der ihre Freundschaft auf die Probe stellt.
Erfrischend und voller charmanter Details erzählt Regisseurin Amel Guellaty in ihrem Debut von einer Generation zwischen Aufbruch und Ernüchterung, die sich nach dem Arabischen Frühling neu erfindet. Mit ihrem poetischen Roadmovie fügt sie sich in die Reihe starker weiblicher Stimmen des aufblühenden tunesischen Filmschaffens ein.
Auch für Schulklassen (FSK 12)!
Wenn Sie die Vorstellung mit Ihrer Schulklasse besuchen möchten, melden Sie sich bitte hier an.
13:00 - 15:00 TEVÎ HER TIŞTÎ – TROTZ ALLEDEM
Syrien/Deutschland 2025, 90 Min.
Regie: Robert Krieg Buch: Leyla Erkus, Robert Krieg Kamera: Mansour Karimian Musik: Diverse Ton: Robert Krieg Schnitt: Hamed Mohammadi Fernsehsender/Produktion: Fürst Film Rechte in Deutschland: Fürst Film, Krieg & Nolte GbR, E-Mail: info@krieg-nolte.de
Mit eindrucksvollen Bildern und eindringlichen persönlichen Geschichten begleitet der Dokumentarfilm Frauen in Rojava, einer autonomen Region im Norden Syriens. Trotz anhaltender Konflikte, tief verwurzelter patriarchaler Strukturen und politischer Repression setzen sie sich für ein selbstbestimmtes Leben ein – im Alltag, in Kooperativen, auf Feldern und in Klassenzimmern. Ob Sidan, die als Englischlehrerin gleich mehrere Jobs meistert, oder Jehan, die kunsthandwerkliche Fähigkeiten weitergibt und Räume für Gemeinschaft schafft – sie alle verkörpern den stillen, aber entschlossenen Widerstand gegen Unterdrückung Regisseur Robert Krieg fängt Momente des Überlebens, der Solidarität und der Hoffnung ein und erzählt von einem gesellschaftlichen Wandel, der abseits der Weltöffentlichkeit geschieht – getragen von Frauen, die den Aufbruch selbst in die Hand nehmen.
Zu Gast: Robert Krieg
15:15 - 17:15 NIGHT OF THE COYOTES
Österreich/Deutschland 2024, 82 Min.
Regie: Clara Trischler Buch: Clara Trischler Kamera: Miriam Ortiz Guzmán Musik: Anna Ljungberg, Tilman Eberle Ton: Baruch Arias Schnitt: Marielle Pohlmann Fernsehsender/Produktion: Horse&Fruits Filmproduktion Rechte in Deutschland: Horse&Fruits Filmproduktion, E-Mail: florian@horseandfruits.com
El Alberto, 1000 Kilometer von der US-amerikanischen Grenze entfernt, ist Austragungsort einer makabren Simulation. Hier können zahlungswillige Tourist:innen sich einen Eindruck von einem illegalen Grenzübertritt machen – Schlepper:innen, knappe Wasservorräte und fingierte Vergewaltigungen inklusive. Clara Trischler dokumentiert das Event, verwebt es jedoch sensibel und bildstark mit den Erzählungen einer indigenen Gemeinde, die zwischen Traum und Trauma ihren eigenen Weg sucht.
Zu Gast: Clara Trischler
17:30 - 19:30 MATERIA PRIMA
Deutschland 2026, 90 Min.
Regie: Jens Schanze Buch: Jens Schanze Kamera: Börres Weiffenbach, Carlos Martínez Musik: Atena Eshtiaghi Ton: Claudia Leder Schnitt: Ulrike Tortora Fernsehsender/Produktion: Mascha Film GbR, Filmtank GmbH, ZDF/3sat, Deutsche Welle Rechte in Deutschland: Cine Global Filmverleih, E-Mail: daniel@cineglobal.de
Das weltweit größte Lithiumvorkommen befindet sich in Bolivien. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn nutzen, um die Armut zu überwinden. Mit seiner multiperspektivischen Erzählweise bietet der Film einen exklusiven Einblick in die strategischen Verhandlungen der Europäer und beleuchtet die unterschiedlichen Haltungen eines Bauern, einer Lamahirtin, einer Minenwächterin, einer Anwältin, eines Bergarbeiters und einer politischen Aktivistin in Bezug auf die geplante Industrialisierung Boliviens durch ausländische Unternehmen. Voice-over-Zitate aus der Chronik eines indigenen Zeitzeugen des 16. Jahrhunderts spannen einen Bogen zwischen kolonialer Vergangenheit und Gegenwart des 21. Jahrhunderts.
Filmgespräch mit Jens Schanze (virtuell)
20:30 IMMORTALS – BAGDADS JUGEND ERHEBT IHRE STIMME
Irak/Schweiz 2025, 94 Min.
Regie: Maja Tschumi Buch: Maja Tschumi, Melak Madhi Kamera: Silvio Gerber, Mohammed Al Khalili Musik: Manouk Roussyalian Ton: Kurt Human Schnitt: Alex Bakri Fernsehsender/Produktion: Filmgerberei Rechte in Deutschland: W-FILM Distribution, E-Mail: mail@wfilm.com
Die junge und willensstarke Milo gibt sich als Mann aus, um sich in Bagdad freier bewegen zu können. Khalili, ein ehrgeiziger Filmemacher, entdeckt die Macht seiner Kamera als Waffe im Kampf gegen das irakische Regime. Im Nachgang der Revolution 2019 sind Milo und Khalili die Gesichter, die Augen und die Stimmen einer irakischen Jugend, die unerbittlich für eine bessere Zukunft kämpft. Maja Tschumis neuer Film erzählt von den Hoffnungen einer jungen Generation, die endlich in Frieden leben möchte.
Zu Gast: Maja Tschumi