Im Fokus

Bilder: THE LETTER IN THE SKY / Florianfilm GmbH

Rahmenprogramm IM FOKUS

In unserer Panel-Reihe diskutieren Filmurheber:innen, Medienvertreter:innen und Expert:innen über ein aktuelles politisches Thema im Globalen Süden, das sich entweder aus den Filmeinreichungen oder durch starke mediale Präsenz im Fernsehen und im Netz ergibt.

Afrikas Zeugen – eine Filmdatenbank zur deutschen Kolonialgeschichte

Die neue Filmdatenbank „Afrikas Zeugen“ auf der Plattform „History Open“ des Instituts für Zeitgeschichte stellt authentische, ungekürzte Interviews mit afrikanischen Zeitzeug:innen der deutschen Kolonialzeit frei zur Verfügung, die der Dokumentarfilmer Peter Heller in den 1970er bis 1990er-Jahren in Tansania, Namibia und in Kamerun geführt und gefilmt hat. Die Plattform verlinkt auf Anfrage direkt zur Datenbank, in der die Originalaufnahmen zur Sichtung kostenlos verfügbar sind. Zudem stehen synchron alle übersetzten Transkripte der Zeugenaussagen für Forschende bereit.

„Mit diesem Pilotprojekt zeigen wir: Es gibt Filme – aber keine ‚Filmreste‘, die sonst einfach entsorgt werden. Diese dokumentarischen Aufzeichnungen sind ein lebendiges gesellschaftliches Gedächtnis. Geschichte darf nicht vergessen werden – sie muss am Leben bleiben!“, betont Peter Heller. Der Filmemacher stellt im Kino des DFF anhand anschaulicher Beispiele Interviews sowie ihre Entstehungsgeschichte vor und führt in die Nutzung der Datenbank ein.

„Gemeinsam Filme gestalten“ ist ist ein interkulturelles Werkstattgespräch zu internationalen Koproduktionen zwischen Kreativen aus deutschsprachigen Ländern und aus dem Globalen Süden. Wie kann hier eine künstlerisch bereichernde, faire und selbstbestimmte Zusammenarbeit geschehen? Filmurheber:innen aus beiden Regionen kommen zusammen, um konkrete Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Vielfältige Fragestellungen sind möglich, etwa: Wie können unterschiedliche filmische Traditionen und Ästhetiken kreativ inspirieren, ohne dass eine Seite dominiert? Welche praktischen Schritte – von der Projektentwicklung über die Finanzierung bis zur Postproduktion – sind nötig, um partnerschaftlich zu arbeiten?

Eine Masterclass mit Filmautor:innen bietet den Teilnehmenden direkte und persönliche Einblicke in die Arbeitsweise, den kreativen Prozess und die Entscheidungsfindung der Regiearbeit. Es geht auch um persönliche Erfahrungen – etwa mit den Mitwirkenden und kreativen Teams bei Drehs im Globalen Süden.

Netzwerktreffen

In der AG Globale Perspektiven im Film engagieren sich Filmurheber:innen und Aktive in der kulturellen Film- und Bildungsarbeit. Im Zentrum ihrer Anliegen steht die Frage: Wie lässt sich eine vielfältig aufgestellte Filmarbeit realisieren, wenn die in Deutschland produzierten Filme überwiegend eurozentrisch geprägt sind? Die Initiative setzt sich dafür ein, Perspektiven auf den Globalen Süden in Filmproduktion und -vermittlung zu dekolonisieren. Dazu gehört die Stärkung von Filmproduktionen im Auftrag öffentlich-rechtlicher Sender, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Zudem fordert die AG eine angemessene Filmförderung – sowohl für die Produktion als auch den Verleih der Filme.

Im April gibt es weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten für die Veranstaltungen.