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Where we used to swim

Der Urmia-See im Norden des Iran war einst der größte See des mittleren Ostens. Heute sind nur noch 5% seiner ursprünglichen Fläche übrig geblieben. Der Rest ist ausgetrocknet und versalzen. Der See und seine Dürre wurden zu einem Politikum.
Der filmische Essay beobachtet die Orte der Vergangenheit und Gegenwart und webt aus Fragmenten der Gegenwart und der Erinnerung eine Geschichte.

Lonely Lake – Der Urmiasee trocknet aus

Der Urmiasee ist der größte Binnensee im Iran und Nah-Mittelost und einer der größten Salzseen der Welt. Seit Mitte der 1990er Jahre trocknet der See aus und hat heute nur noch ein Zehntel des ursprünglichen Wasservolumens. Aufgrund des hohen Salzgehaltes bildet sich rund um den geschrumpften See eine breite Salzwüste, die sich um hunderte von Kilometern verbreitern wird, wenn nichts gegen das Austrocknen unternommen wird. Eine der größten Naturkatastrophen unserer Zeit führt zur Vernichtung des reichhaltigen UNESCO-World-Biosphere-Reservats mit vielfältiger Fauna und Flora und zwingt Millionen von Menschen zur Flucht. Der Film schildert die Ursachen für eine der größten Naturkatastrophen der Welt und zeigt die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, die jetzt von einer riesigen Salzlandschaft bedroht wird, neben den verrosteten Schiffswracks aus besseren Zeiten. Interviews mit den Betroffenen verdeutlichen die Zukunftssorgen von Millionen von Bauern, Fischern und Handwerkern.

OMEVA – Wasser

„Wir leben im Norden Namibias, an der Grenze zu Angola, in der Region Ohangwena. Die Kwanyama leben seit vielen Generationen auf diesem Land und wussten immer, wie man in der Trockenheit Wasser findet. In letzter Zeit verändern sich jedoch die Dinge. Die Luft scheint wie aus Staub. Mensch und Vieh sind oft durstig. Diese Geschichte erzählt von Wasser. Und davon was passiert, wenn es verschwindet.“ Der Film entstand im Rahmen des ‚Namibia Youth Film Project‘ in Zusammenarbeit mit fünf jungen Menschen aus Ohangwena, einer der am stärksten von Dürre betroffenen Region Namibias. Gemeinsam mit erfahrenen Dokumentarfilmern begaben sie sich auf die Suche nach Geschichten von Wasser in ihrer Umgebung und ihren Familien und nach filmischen Möglichkeiten, diese zu erzählen. So ermöglicht der Film einen seltenen Einblick in die stetig trockener werdende Region und erzählt von denjenigen, die in ihr leben.

Die Erfindung, mein Vater und ich

Senna Odooms Erfindung ist so clever wie einfach: Durch ein spezielles Werkzeug wird ein gewöhnlicher Eimer zur wassersparenden Dusche. Mit Hilfe seines Vaters will Senna seine so genannte „LifeShower“ auf dem afrikanischen Markt etablieren. Doch der Vertrieb des Produktes erweist sich als schwierig. Denn Senna stößt sich immer wieder an den Eigenarten des afrikanischen Landes und der fremden Kultur, die nicht zuletzt auch sein eigener Vater für ihn repräsentiert. Als schließlich noch die ghanaische Währung unter Druck gerät, wird es eng für Senna. Der Film begleitet den jungen Erfinder nicht nur beim Versuch, seinen Businessplan zum Erfolg zu führen, sondern auch seinen unsteten aber charismatischen Vater zu verstehen.

Milliarden für den Stillstand

In den vergangenen 22 Jahren, seit den beiden Osloabkommen von 1993 und 1995, sind über 25 Milliarden US-Dollar in die besetzten palästinensischen Gebiete geflossen – das zählt zu den höchsten Pro-Kopf-Hilfe-Einkommen weltweit. Traditionell größter Geber ist die EU. Ihr Zweck ist der Aufbau eines unabhängigen demokratischen Staates Palästina, der Seite an Seite und in Frieden mit Israel existiert, dauerhafter Frieden und nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung. Die Bilanz nach 22 Jahren ist vernichtend. Ein Staat Palästina ist ferner denn je und die Situation in den besetzten Gebieten in vielerlei Hinsicht schlechter als vor den Osloabkommen. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, die Arbeitslosigkeit im Westjordanland liegt bei 17%, im Gazastreifen gar bei 43%, die höchste weltweit. Nur 18% des Westjordanlandes stehen heute unter alleiniger palästinensischer Kontrolle, die den Palästinensern zur Verfügung stehenden Wasserressourcen sind heute geringer als vor Oslo. Trotz der Milliarden an Gebergeldern, die in den Wassersektor geflossen sind. Nach 22 Jahren ist die Besatzung nicht beendet, sondern verhärtet, und das nicht trotz, sondern mit Hilfe der Geber, sagen Kritiker. Der Film untersucht Geberpolitik und Hilfsprojekte und fragt nach der Rolle der EU im Nahen Osten. „Payer, no player“, Geldgeber, aber kein politischer Akteur, das ist mittlerweile ein geflügeltes Wort in den besetzten palästinensischen Gebieten, auch innerhalb diplomatischer Kreise. „Setzt der europäischen Heuchelei ein Ende“, fordert der ehemalige EU-Sonderbeauftragte für den Nah-Ost-Friedensprozess, Miguel Ángel Moratinos. Ansonsten haben wir sehr bald die große Chance auf Frieden verpasst.