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Der marktgerechte Mensch

In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesentliches Prinzip: „Race to the bottom“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde. Der Film zeigt die neuen Arbeitsmodelle dieses Kapitalismus vom Essenslieferanten bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter in Deutschland. Über die Arbeitsbedingungen der Fahrer von osteuropäischen Subunternehmern in der LKW-Transportbranche bis zu Nobelketten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Diese lassen ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiterinnen fertigen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen, für einen Lohn der fünffach unter dem Existenzminimum liegt. Und dennoch zieht die Karawane weiter dorthin, wo die Bedingungen für Investoren noch günstiger sind. Zum Beispiel Äthiopien: Dort verdienen die ArbeiterInnen 27 Dollar im Monat, das ist die Hälfte des Lohnniveaus von Bangladesch. Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos.

Mode schlägt Moral – Wie fair ist unsere Kleidung?

Der Textildiscounter Kik muss vor Gericht. Brandopfer einer pakistanischen Fabrik, die vor allem für Kik fertigte, verklagen den Konzern auf Schadensersatz. Ein Prozess mit Signalwirkung: Erstmals könnte ein deutsches Unternehmen für die Zustände, unter denen es im Ausland produzieren lässt, haftbar gemacht werden. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Katastrophen in Textilfabriken, bis heute wird Kleidung auch für deutsche Modefirmen oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Geht das auch anders? Der Film trifft junge Designer und begleitet große Modekonzerne wie die Otto Group bei ihrem Einsatz für fair hergestellte Kleidung und deckt dabei erstaunliche Schwierigkeiten und Widerstände auf. So wird der Weg der Kleidung vom Baumwollfeld zum Kleiderbügel meist kaum kontrolliert, der Ausbeutung öffnet das Tür und Tor. Doch vor allem die Kunden spielen nicht mit. Trotz aller Lippenbekenntnisse kaufen sie kaum faire Kleidung. Beim Shopping interessiert der Stil, der Preis und erst ganz zuletzt die Moral. Kann die Politik für faire Kleidung sorgen? Welche Rolle spielen Kirchen, Händler und NGOs wie die Kampagne für Saubere Kleidung? Ein Film über Wege zu menschengerechter Kleidung und darüber, wie wichtig es ist, dass jeder Einzelne sich dafür engagiert.

Todschick – Die Schattenseite der Mode

Jede Woche landet neue Ware in den Geschäften der großen Modeketten. Seit vielen Jahren versprechen Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden jedoch nicht einmal die Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob Feueropfer in Produktionsstätten oder bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über .200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan reist zur Beweisaufnahme im Fall des französischen Konzerns AUCHAN nach Bangladesch, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch deren Markenzeichen gefunden. Parallel dazu verabschiedet Frankreich ein neues Gesetz, nach dem international operierende Konzerne für die Einhaltung der Grundrechte entlang der gesamten Lieferkette haften. Dagegen setzt Deutschland weiter auf Selbstverpflichtungen der Unternehmen, Siegel und Zertifikate. Auf Druck des Internationalen Gewerkschaftsverbands haben 200 große Mode-Firmen ein Abkommen zur Gebäudesicherheit in Bangladesch unterzeichnetet. Damit verpflichten sie sich, ihre Zulieferfabriken auf Sicherheitsstandards überprüfen zu lassen. Das Ergebnis, das die unabhängigen Prüfer ermittelten, ist erschreckend: In allen Fabriken gibt es erhebliche Sicherheitsmängel. 28 Fabriken mussten sofort geschlossen werden. Der Film führt in marode Fabriken in denen H&M und KIK produzieren lassen, ArbeiterInnen und Fabrikbesitzern erläutern, was Modekonzerne unternehmen, um die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen zu beenden.