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Neuanfang in Hamburg – Vom Flüchtling zum Flüchtlingshelfer

Er hat geschafft, wovon viele junge Flüchtlinge träumen: Ruhin Ashuftah kam als Achtjähriger aus Afghanistan nach Deutschland. Zur Zeit des sowjetisch-afghanischen Krieges floh er mit seiner Familie vor Not und Verfolgung. Heute blickt der inzwischen 33-Jährige auf eine erfolgreiche Integrationsgeschichte zurück. Er machte Abitur, absolvierte ein journalistisches Studium und arbeitet als Begleiter, Betreuer und Helfer für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die ihm besonders am Herzen liegen. Einer von Ruhins Schützlingen ist Fawad Amiri. Der heute 19-Jährige wurde vor zwei Jahren von Ruhin Ashuftah beim Kinder- und Jugendnotdienst in Hamburg in Empfang genommen. Er kommt aus der afghanischen Provinz Kandahār, Hochburg der radikal-islamischen Taliban. Die Terroristen wollten von Fawads Eltern Land und Geld. Weil diese sich weigerten, wurde Fawad mit zwölf Jahren entführt und gefoltert. Nach einer fünf Jahre dauernden Flucht kam er in Deutschland an. Er hat den großen Traum, Tischler zu werden. Sein Alltag ist aber noch oft vom Trauma seiner Vergangenheit belastet. Ruhin trifft Fawad und unterstützt ihn beim Gespräch mit seinem Chef in der Tischlerei. Unter anderem durch seine Unterstützung findet sich Fawad in seinem neuen Leben immer besser zurecht.

Monitor: Allein geflüchtet, allein gelassen: Minimalbetreuung für minderjährige Flüchtlinge

Rund 51.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben in Deutschland. Viele von ihnen sind traumatisiert von Krieg, Flucht und der Trennung von der Familie. Nach geltendem Recht werden alleinstehende Minderjährige in der Regel aufgrund der Vorerfahrungen in einer Jugendhilfeeinrichtung intensiv betreut. Aber das ist der Regierung offenbar zu teuer: Laut einem internen Arbeitsentwurf seien viele minderjährige Flüchtlinge sehr selbstständig und bedürften nur einer Betreuung von „ausgesprochen niedriger Intensität“. Ein Zwei-Klassen-System zu Lasten der Flüchtlinge, sagen Experten.

In our Country

Teklebrhan hat die Flucht aus seiner Heimat überlebt. In Deutschland fällt es dem 19-Jährigen jedoch aufgrund der Erinnerungen an seine Flucht durch die Wüste Libyens schwer, ein neues Leben zu beginnen. Die Familie steckt seit Tekles Flucht in einer finanziellen Notlage. Um den Eltern zu helfen wünscht er sich, der nächste Boateng zu werden und als Fußballer viel Geld zu verdienen. Er tritt einem dörflichen Fußballverein in Bayern bei. Dort freundet er sich mit dem 17-jährigen Anton an, der Tekles Ehrgeiz als Fußballer nicht nachvollziehen kann. Tekle wiederum will nicht wahrhaben, dass sein Talent als Fußballer für eine große Karriere nicht ausreicht. Die restlichen Teammitglieder, darunter Antons Clique, lehnen Tekle und die anderen Flüchtlinge ab. Die Freundschaft zwischen Tekle und Anton scheint die Gruppe schließlich miteinander zu versöhnen, bis einer der deutschen Jungs seinen Platz in der Mannschaft an Tekle verliert …

Auf der Flucht. Wenn Kinder spurlos verschwinden

Minderjährige Flüchtlinge, die aus Aufnahmestellen geflohen sind oder nie registriert wurden, ziehen ohne Schutz durch Europa. Sie leben in einer für die meisten Europäer unsichtbaren Parallelwelt, geraten in die Hände von Kriminellen oder werden zu Prostitution und Drogenhandel missbraucht. Nach offiziellen Angaben sind 10.000 Kinder in den letzten drei Jahren in Europa verschwunden, nach inoffiziellen Schätzungen sind es bis zu 30.000. In Griechenland, Italien, Deutschland und Schweden verlieren sich die Spuren der Minderjährigen, die Europa ohne Begleitung Erwachsener erreicht haben und von den Behörden als vermisst gemeldet wurden. Wer sind diese Kinder und wie leben sie? Farid, 15 Jahre, wollte nach Nordeuropa, vielleicht nach Frankreich oder Deutschland. Geschafft hat er es bis nach Rom. Er schläft in einem Park in der Nähe des Hauptbahnhofes, verkauft Drogen und erzählt von den vielen Pädophilen, die Kindern 50 Euro anbieten, um ein paar Stunden mit ihnen zu verbringen. Friday Joy, eine 14-jährige Nigerianerin, wurde von einer Freundin ihrer Mutter aus der Erstaufnahmestelle abgeholt und zur Prostitution gezwungen. Sie fand vor kurzem den Mut, von ihren Zuhältern zu flüchten. Farid und Friday Joy sind zwei der vermissten Kinder, die im Film zu Wort kommen. Viele anderen, wie Milad, Hamada, Ali und Mohammed leben in Großstädten, an Häfen, in Flüchtlingslagern oder geheimen Verstecken in der Illegalität.