Neuigkeiten

Global Family

Die Familie Shaash lebt auf der ganzen Welt verteilt. Der Bürgerkrieg in Somalia hat sie dazu gezwungen. Plötzlich muss die Älteste, Imra (88), ihr Exil in Äthiopien verlassen. Die Familie muss schnell eine Lösung finden. Doch wo soll sie hingehen?
Und wohin darf sie gehen? Nach Deutschland, Italien oder Kanada? Dorthin, wo die anderen Familienmitglieder längst ihren eigenen Träumen von Heimat und Zukunft nachgehen?

La Bestia

“Casa del Migrante” in Huehuetoca,einem Vorort von Mexiko-Stadt ist ein sicherer Zufluchtsort für Migranten, wenn auch nur für zwei Tage. Dann müssen sie ihre Reise Richtung Norden fortsetzen und versuchen, auf die Güterzuge zu kommen, die hier einfach nur „La Bestia“ genannt werden.

Zwischen Verehrung und Verachtung-Frankreich und seine Équipe Tricolore

Am 12. Juli 1998 köpft Zinedine Zidane Frankreich ins Glück. Für die Grande Nation wird die Nationalmannschaft zum Symbol geglückter Integration. Doch davon ist heute nur wenig übrig. Wie geht das Land heute mit einer Mannschaft um, deren Spieler zum Großteil Migrationshintergrund haben und in dem die rechte Partei Front National gleichzeitig zu einer fast mehrheitsfähigen politischen Strömung geworden ist? Der Autor trifft ehemalige und aktuelle Spieler, Lilian Thuram und Bixente Lizarazu zum Beispiel. Heute engagiert sich Thuram gegen Rassismus und ist Mitglied im Integrationsrat der französischen Regierung. Inzwischen, erzählt Thuram, gilt die Nationalmannschaft nicht mehr als Vor-, sondern als Spiegelbild einer in sich völlig zerrissenen Gesellschaft. Über sie werde in einem Ausmaß öffentlich debattiert und gestritten, wie es in Deutschland kaum vorstellbar sei. Nach den Skandalen und dem frühen WM-Aus 2010 in Südafrika wurden die Spieler öffentlich beschimpft. Der damalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy sorgte sich um die „nationale Identität“ der Nationalmannschaft. Marine Le Pen, Chefin der Partei Front National, ging noch einen Schritt weiter: Sie erkenne sich in der Nationalmannschaft nicht wieder, die meisten Spieler trügen „eine andere Nation im Herzen“. Die Einheit war zerbrochen. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es „richtige“ Franzosen und „falsche“. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Im Gegenteil, die französische Nationalmannschaft „L’Équipe tricolore“ ist Spielball einer aufgeheizten Debatte, die seit den verheerenden Anschlägen in Paris nochmal an Schärfe gewonnen hat.

Zwischen Äppelwoi & Döner – Türkische Lebensart in Offenbach (Mein Land, Dein Land)

Offenbach gilt als sozialer Brennpunkt. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,3 Prozent, mehr als das Doppelte des hessischen Durchschnitts. Von rund 130.000 Einwohnern haben fast 60 Prozent einen Migrationshintergrund, 14.000 einen türkischen. Alle behaupten, die Ausländer seien das Problem – natürlich immer die anderen Ausländer: Die Türken klagen über die Araber, die Kurden über die Kroaten. Und gemeinsam schimpfen sie über die Bulgaren und Rumänen. Rund um den Marktplatz hat sich das „Türkenviertel“ gebildet. Wie leben Türken der ersten, zweiten und dritten Generation in Deutschland? Sind sie integriert? Wollen sie sich integrieren? Und was bedeutet es eigentlich, integriert zu sein? Muhsin Senol lebt seit 1980 in Offenbach. Er ist erfolgreicher Steuerberater, sein Vater kam in den 70er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland und gilt als eine Autoritätsfigur in der muslimischen Gemeinde. Die Familie repräsentiert drei Generationen deutscher Türken. Der 18-jährige Onur ist Azubi im Supermarkt und träumt von einer Karriere im Fußball. Das Modegeschäft Gigi bietet Hochzeitskleider, Ballkleider, Schuhe und Handtaschen für alle Gelegenheiten. Auch die Pflege der Alten betreibt in Offenbach ein türkischer Pflegedienst. Dies sind nur einige von vielen Beispielen türkischen Lebens, das man in der hessischen Stadt komplett unter seinesgleichen führen kann. Vom Lebensmitteleinkauf bis zur Shisha-Bar, vom Beschneidungsritual bis zum Freitagsgebet zeigt der Film einen Ausschnitt der Einwanderungskultur in Deutschland.

Zwischen Abkehr und Minztee – Klein-Marokko am Rhein (Mein Land ,Dein Land)

Der Besitzer des marokkanischen Einrichtungshauses „Tisir“ lebt mit seiner Familie in zweiter Generation in Deutschland. Seine Kundschaft kommt aus der ganzen Republik. Aberkane will den Marokkanern „ein Stück Heimat in die Wohnzimmer bringen“. Die Ellerstraße in Düsseldorf-Oberbilk und die dazugehörigen Seitenstraßen bilden das so genannte Maghrebinische Viertel. Dort finden sich marokkanische Bäcker, ein Konditor, Supermärkte, Shisha-Bars und Möbelläden. Düsseldorf hat die zweitgrößte marokkanische Community in Deutschland. Eine kleine Gemeinde von rund 5.000 Menschen, die selbst oder deren Vorfahren vorwiegend aus Nord-Marokko, aus Nador, stammen. Sie wurden als Gastarbeiter für die deutsche Industrie angeworben und sind geblieben, wie so viele andere Gastarbeiter auch. Wären nicht die Übergriffe von Köln in der Silvesternacht und das „Projekt Casablanca“ der Düsseldorfer Polizei gewesen, die marokkanische Gemeinde hätte ihr Leben abseits der Öffentlichkeit weiterführen können. Aber seither lebt das Viertel im Scheinwerferlicht und dagegen wehren sich seine Bewohner.

Unser Bürgermeister kriegt Hartz IV – Ehrenamt mal anders

Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Holger Klukas ist zum Beispiel ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Gallin-Kuppentin in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei organisiert unter anderem Dorf-Ereignisse wie das Erntedankfest oder nimmt offizielle Aufgaben wie die Würdigung von Jubilaren wahr. Bei all diesen Tätigkeiten bezieht der gelernte Ingenieur lediglich Hartz IV: Seit dem Konkurs seines Arbeitsgebers muss der Dorfbürgermeister regelmäßig zum Jobcenter. Benni zeigt ehrenamtliches Engagement in der Justizvollzugsanstalt von Hannover, wo er eine Haftstrafe wegen Drogenschmuggels absitzt. Im Rahmen des Projektes „Gefangene-helfen-Jugendlichen“ führt er Jugendlichen in Gesprächskreisen vor Augen, wo sie landen, wenn sie sich nicht ändern. Angeliki Amanitou ist eine erfolgreiche Bankerin in Frankfurt, der die Finanzwelt allein nicht ausreicht: Für sie ist es wichtig, auch immer die andere Seite zu sehen – und so arbeitet sie einmal in der Woche in der Bahnhofsmission am Frankfurter Hauptbahnhof. Dort tauscht sie das Banker-Outfit mit der blauen Uniformweste, hilft Blinden beim Umsteigen und schenkt Obdachlosen Kaffee aus.

Poka heißt Tschüss auf Russisch

In Russland beherrscht Glasnost die Politik, in Deutschland ist die Wende in vollem Gange. Inmitten dieser gesellschaftlichen Umbrüche kehrt eine Welle der sogenannten Spätaussiedler zurück nach Westdeutschland. Auch Alexander hat einen Aufnahmebescheid erhalten und kann sich mit seiner Familie auf den Weg von Kasachstan in die alte Heimat machen. Nur noch die letzten Formalitäten sind zu klären. Alexanders Sohn Georg freut sich ebenfalls, das kleine kasachische Dorf zu verlassen und in den goldenen Westen zu gehen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass er seine Freundin Lena, die Tochter eines einflussreichen, linientreuen Kommunisten, zurücklassen muss. Doch als Lena entdeckt, dass sie schwanger ist, fackelt Georg nicht lange und macht ihr einen Heiratsantrag. Als seine Ehefrau darf sie nun zwar mit nach Deutschland kommen, doch die Bedingungen im Aufnahmelager sind karg und ein echter Härtetest für ihre Liebe.

Nordstadtkinder – Stefan

Stefan ist zehn Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und vier Geschwistern in einer Einzimmerwohnung in der Dortmunder Nordstadt. Sie sind Roma aus Rumänien. Stefan muss sich täglich großen Herausforderungen stellen: Die Enge der Wohnung, der ständige Geldmangel, das Gefühl, als ältester Sohn den Vater ersetzen zu müssen, der seit drei Jahren im Gefängnis sitzt. Und nicht zuletzt die Anstrengung, die deutsche Sprache zu erlernen. Doch Stefan ist ehrgeizig, kämpft beharrlich und stellt sich auf die fremde Sprache und die Werte ein, die ihm auch seine Mutter Lucia vermittelt. Über allem thront der abwesende und doch allzeit präsente Vater. Ein intimer Einblick in den Alltag der Familie.

Move

Gerson Josea zog 1979 aus dem ländlichen Norden Namibias in die Stadt. Er gründete eine Familie und kehrte jahrzehntelang nicht in sein Dorf zurück. Dr. Kagiso Moloi verließ als ausgebildeter Zahnarzt vor über 10 Jahren seine Heimat Südafrika im Richtung Windhuk. Heute leitet er dort mit seiner Frau erfolgreich eine Zahnarztpraxis. Christian Mahnke, ein Politikwissenschaftler aus Berlin, lebt seit über zehn Jahren in Namibia und hat dort Wurzeln geschlagen. Sie alle berichten von ihren Erfahrungen als Migranten, über Migrationsursachen, Vorurteile und globale Machtverhältnisse und ziehen kritisch Bilanz.

Karuna Grand Show

Khube Rinpoche, ein ehemaliger hochrangiger buddhistischer Mönch des tibetischen Sera-Klosters, ist Gründer des Behindertenheims „Karuna Home“ für tibetische Jugendliche mit geistiger und körperlicher Behinderung in Südindien. Zum zehnjährigen Bestehen des Heims hat sich Khube Rinpoche mit seinen Schützlingen Großes vorgenommen. Eine 13-köpfige Gruppe Jugendlicher tourt über 3.000 Kilometer per Bus, Zug und Flugzeug durch ganz Indien, um in Tibeter-Siedlungen eine einzigartige Show zu präsentieren, die Karuna Grand Show, die nicht zuletzt den Traum vieler Tibeter auf eine Rückkehr in ihre Heimat wach rüttelt. Unterstützt werden sie bei dem außergewöhnlichen Projekt von neun tibetischen Popstars, die in Indien, Europa und Amerika im Exil leben. Einige von ihnen sind bereits als Kinder auf Flüchtlings-Trecks über das Himalaya-Gebirge bis nach Nordindien gelangt und durften seitdem ihre Familien in Tibet nicht wieder sehen. Höhepunkt der Tournee ist ein Treffen mit dem Dalai Lama in Dharamsala.