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Armes Huhn – Armer Mensch

230 Eier isst jeder Deutsche im Jahr. Und obwohl Gesundheit und Tierschutz den meisten Verbrauchern wichtig sind, greifen sie nicht etwa zum Bio-Ei, sondern zu günstigeren Alternativen. Die stammen zum Großteil aus Bodenhaltung. Und auch Käfigeier werden noch massenweise produziert und gegessen – in ganz Europa. Was bedeutet das für die Hühner? Wer verdient am Massenprodukt Tier? „Armes Huhn – armerMensch“ zeichnet ein vielschichtiges Bild vom „System Huhn“. Unsere Eier- und Hühnerfleischproduktion hat Auswirkungen bis nach Afrika und verursacht dort Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflucht.

Zocken mit Zöllen

Strafzölle gegen China und Deutschland. Fast täglich stellt US-Präsident Trump vermeintlich gültige Regeln des Freihandels auf den Kopf. . ZDFzoom fragt: Was macht Trumps Handelskrieg mit uns?
‚America first‘ – das klingt für Unternehmer Sönke Winterhager aus dem sächsischen Freital absurd. Seine Stahlgruppe Boschgotthardshütte produziert jährlich rund 200.000 Tonnen Edelstahl. Jede zehnte Tonne geht in die USA. Doch seit dem Frühjahr 2018 wird das mit 25% Einfuhrzoll bestraft. Da die USA auf den hochwertigen „Sachsen-Stahl“ nicht verzichten können, bezahlen die meisten Kunden diesen Zoll. ZDFzoom-Autor Kersten Schüßler reist dorthin, wo der sächsische Stahl gebraucht wird – in den „Rost-Gürtel“ der USA, Trumps Stammland. Hier hat Monteur Scott F. Chittohk fest daran geglaubt, dass Trumps Zölle etwas an den manchmal so brutalen Gesetzen des Freihandels ändern können, doch gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren.
Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum sieht in Trumps Politik eine radikale Abkehr von den Prinzipien des Freihandels. Der aber sei nie ganz von Einschränkungen frei gewesen. Wie die USA handelten auch Europa und damit Deutschland häufig nach den eigenen Interessen. So durfte sich zum Beispiel Ghana lange vor Billig-Importen aus dem mächtigen Europa schützen. Dann aber forderten die EU und damit Deutschland, Ghana müsse seine Zölle fallen lassen, wenn es weiterhin Kakao in die EU exportieren wolle. Der ghanaische Handelsexperte Kwabena Otoo sieht darin in Anlehnung an US-Präsident Trump eine Europa-First!-Politik mit eindeutigen Interessen.

Bayer – die Fusion und die Folgen

Ein Jahr nach der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto ist das eingetreten, was viele Skeptiker schon bei Abschluss des Geschäfts befürchtet hatten: das Negativimage von Monsanto hat massiv auf Bayer abgefärbt und die Leverkusener haben auch die juristischen Altlasten mit übernommen. Der Kurs der Bayer Aktie hat sich im letzten Jahr halbiert und auch im Unternehmen selbst machen sich die Folgen bemerkbar: rund 12.000 Arbeitsplätze sollen in den nächsten Jahren weltweit gestrichen werden, ein erheblicher Teil davon in Deutschland.
Der Film geht auf die Folgen der Fusion ein und zeigt neue Spuren möglicher von Glyphosat ausgehender Gesundheitsgefahren. Wie hat Monsanto in der Vergangenheit versucht, Politiker, Wissenschaftler und die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Haben die Amerikaner tatsächlich intern bekannte Gefahren öffentlich bestritten und herunter gespielt? Und distanziert sich Bayer wirklich von solchen Praktiken?

Mozambique, where the mango tree used to be

Der Film begleitet 48 Stunden im Leben von zwei Familien in einer ländlichen Regien Mosambiks, die unter den Auswirkungen des Klimawandels leidet. Er ermöglicht einen Einblick in das, was es bedeutet, unverhersehbaren Wetterextremen ausgesetzt zu sein und das am unteresten Ende der Weltwirtschaftspyramide. Jede der beiden Familien litt in den vergangenen Jahren besonders unter Dürre und Überflutungen, sie sprechen über ihre Notlage und ihre Versuche, einen Umgang damit zu finden. Sie fragen sich, wie sich ihr Leben verändert hat, was in Zukunft auf sie zukommen wird und wer dafür verantwortlich sein könnte.

Toxic Business

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia giftige Agrarpestizide, die in Europa längst verboten sind. Denn viele ihrer Wirkstoffe sind krebserregend und stellen eine große Gefahr für Natur und Umwelt dar. In Entwicklungsländern wie Kenia werden die giftigen Chemikalien trotzdem ohne Kontrolle in den Regalen der Agrarshops verkauft. Die Kleinbauern glauben an die Industrieversprechen einer besseren Ernte. Der Griff zur Giftspritze ist an der Tagesordnung. Die Industrie versucht im Zeichen der Welternährung auf die Märkte zu drängen, im Gegenbild zeigen Statistiken und alternative Landwirtschaftsmethoden in Ostafrika, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern ein generelles Umdenken.

Bildung und Bohnen

Kaffee ist eines der wichtigsten Exportgüter Nicaraguas. Doch mit dem Klimawandel steigen die Risiken für die Produzenten. Deshalb setzen Nicaraguas Cafeteros auf Anpassung, Aus- und Weiterbildung. In der Nationalen Kaffeeschule lernen junge Kaffebauern und -bäuerinnen, was für Anbau, Verarbeitung und Genuss des Kaffees wichtig ist.

Oro Blanco

Trockenheit, weite Salzseen und raue Winde prägen das Gebirge im Nordwesten Argentiniens. Jeden Morgen zieht Flora mit ihren einhundert Lamas hinaus in die Berge, um Weideland zu finden. Doch die Tiere werden immer dünner, die Landschaft immer trockener. Die Hochebene der Salinas Grandes birgt eines der größten Lithiumvorkommen der Welt. Um es abzubauen wird das letzte Süßwasser der Wüste benötigt und dafür von Konzernen in riesige Becken gepumpt. So bedroht der Rohstoffhunger der Batterieindustrie die Hirten und die traditionelle Salzgewinnung der indigenen Kolla und Atacama. „Oro Blanco“ erzählt vom Leben und den Ängsten der Menschen, deren Lebensgrundlage langsam schwindet.

Indonesien, was geht uns das an?

Seife, Tiefkühlpizza, Schokolade, Biodiesel: In über der Hälfte aller Produkte, die wir täglich verwenden, steckt Palmöl, das begehrteste Pflanzenfett der Welt, das aus unseren Konsumprodukten nicht mehr wegzudenken ist. Fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird auf riesigen Plantagen in Indonesien produziert. Die ökologischen Auswirkungen unseres Konsums sind verheerend. Für den Anbau von Palmöl werden jährlich große Flächen Regenwald gerodet und lokale Bauern um ihre Existenz gebracht. Für diese Reportage recherchierte die Autorin im Sommer 2016 drei Wochen auf Sumatra, in den Hauptanbaugebieten, aber auch in den Gegenden, die zuletzt am stärksten von Brandrodungen betroffen waren, und begleitete die Menschen in ihrem Alltag.

Der Irrsinn mit der Milch – global, billig, ruinös

Deutsche Agrarpolitiker haben die Milchbauern immer wieder ermuntert, weltweit neue Märkte zu erschließen. Auch gegen den Preisverfall schien es ein probates Heilmittel zu geben, indem die EU im Rahmen der so genannten Marktintervention in großen Mengen Milchpulver aufkauft und einlagert. Die Interventionsmenge wurde im Jahr 2016 auf 350.000 Tonnen erhöht, Milch, für die es in Europa keine Abnehmer gibt, aber in Afrika. Die Nachfrage nach Milchprodukten ist dort in den vergangenen zehn Jahren rapide gestiegen. In Kamerun hat die Milchschwemme aus Europa vielversprechende Ansätze eigener Milchwirtschaft im Keim erstickt. Molkereien, zum Teil aus europäischen Entwicklungshilfegeldern finanziert, stehen leer, weil die Bauern mit der Milch aus Europa nicht konkurrieren können. Die Lebensbedingungen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sollen jedoch verbessert werden, damit die Menschen nicht als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen. Auf der Euro-Tier-Messe in Hannover erfährt man, dass Kälber in der modernen Landwirtschaft keine Milch mehr bekommen, sondern Ersatzstoffe aus dem umstrittenen Palmöl, denn für sie ist selbst die Billigmilch noch zu teuer. Für Landwirt Erwin Reinalter aus dem Allgäu gab es keinen Ausweg. 50 Cent für den Liter Milch hätten gereicht, um seinen Hof zu retten. Doch das hätte auch für den Verbraucher einen höheren Preis bedeutet.

Dem Himmel nah – die Reisterrassen auf den Philippinen

Vor mehr als 2.000 Jahren hat das Bergvolk der Ifugao eine atemberaubende Naturlandschaft erschaffen: die Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren. Das Meisterwerk der Bewässerungstechnik und Terrassenbaukunst wurde von der UNESCO 1995 zum Weltkulturerbe erklärt. Doch die Arbeit in den Feldern ist mühsam und durch den Anbau ohne chemischen Dünger erhalten die Reisbauern nur eine Ernte pro Jahr. Noch dazu überschwemmen Billigreisimporte die Supermärkte. Viele der jüngeren Ifugao wollen die beschwerliche Arbeit in den Feldern nicht mehr auf sich nehmen, sie wandern ab in die nahe gelegenen Städte, um vom Tourismus zu leben. Doch genau dorthin kommen Besucher aus aller Welt, um Ausflüge in die Reisterrassen zu unternehmen. Und so sind die jungen Leute, die die Dörfer verlassen, ausgerechnet von der Arbeit der Reisbauern wirtschaftlich abhängig. Ein Drittel des philippinischen Weltkulturerbes ist bereits verfallen und die Welt der Ifugao, die geprägt ist von Ritualen und einem respektvollen Umgang mit der Natur, ist mehr und mehr bedroht. Immer dringlicher wird die Frage, wie das Bergvolk seine Zukunft gestalten soll.