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Bitterer Kaffee

2001 wurden im Distrikt Mubende in Uganda 4.000 Menschen durch die Armee von ihrem Land vertrieben, um eine neue Plantage der Neumann Kaffee Gruppe aus Hamburg, weltweit führender Rohkaffee-Händler, anzulegen. Ugandischen Soldaten vertrieben die Menschen, die dort lebten  und ihren gesamten Besitz verloren. Jahrelang lebten sie in notdürftigen Behausungen nahe der Plantage. 2002 begannen sie, sich juristisch gegen die Vertreibung und den Raub ihres Landes zu wehren. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen verklagten sie den ugandischen Staat und den Neumann-Konzern. Doch der Prozess wurde über Jahre verschleppt. Erst im März 2013 fällte der High Court ein erstes Urteil zu ihren Gunsten. Der Neumann-Konzern lehnt jedoch bis heute jegliche Mitverantwortung für die Vertreibung ab und ist daher auch nicht bereit, sich an einer Entschädigung zu beteiligen.
Auch der Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen in Genf beschäftigte sich 2015 mit dem Fall und forderte die ugandische Regierung ergebnislos auf, die Rechte der Vertriebenen wiederherzustellen. Als ein Richter im Juli 2019 eine außergerichtliche Schlichtung anordnete, schien die Chance auf eine Lösung des Konflikts gekommen. Aber auch diese Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Inzwischen scheint das zermürbende Ringen um eine Entschädigung Wirkung zu zeigen: die Regierung legt ein Entschädigungsangebot auf den Tisch, aber Anfang 2020 sind die Vertriebenen uneins, wie sie darauf reagieren sollen. Die meisten Familien wollen es annehmen, andere jedoch weiter klagen. Sie bewerten das Angebot nach wie vor als zu gering für das erlittene Unrecht. Werden die Menschen auch fast zwei Jahrzehnte nach der Vertreibung weiter um ihr Recht kämpfen und auf eine Entschädigung warten müssen?

Das Grüne Gold

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Der profitabelste neue Ort für Landwirtschaft ist Äthiopien. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar scheinbar ungenutzten Landes an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat eine Schattenseite – die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale der Gewalt. Dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht. Der Film untersucht diese Landübernahme und trifft auf der Suche nach Wahrheit Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, Umweltschützer und betroffene Kleinbauern.

Mirr – Das Feld

Binchey und seine Familie werden mit Gewalt von ihrem letzten Feld vertrieben. Damit stellt sich die existentielle Frage, wovon sie künftig leben sollen. Die ungesicherte Zukunft trifft Binchey im Innersten und wird zur Zerreissprobe. Trotz heftigen Krisen gibt er die Hoffnung nicht auf und macht sich auf die Suche nach einem freien Feld. Im Nordosten Kambodschas inszeniert Regisseur Mehdi Sahebi zusammen mit Binchey und anderen Dorfbewohnern die Geschichte der Landenteignung durch die Plantagenbesitzer und deren Folgen.

Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung

Im August 2001 wurden im Distrikt Mubende (Uganda) 4.000 Menschen durch die ugandische Armee von ihrem Land vertrieben, um Platz zu schaffen für eine neue Plantage der Neumann Kaffee Gruppe aus Hamburg, dem weltweit führenden Rohkaffee-Händler. Die ugandischen Soldaten walzten in vier Dörfern Häuser und Hütten nieder, zerstörten Felder und Lebensmittelvorräte der Menschen und legten Feuer. Viele der Kleinbauern verloren ihren gesamten Besitz. In Folge der gewaltsamen Räumung starben mehrere Menschen. Der Vorfall gilt als einer der ersten, gut dokumentierten Fälle von „Landgrabbing“ in Afrika. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen zogen die Vertriebenen vor Gericht und verklagten den ugandischen Staat und den Neumann-Konzern. Aber der Prozess wurde über Jahre verschleppt – bis der High Court im März 2013 ein erstes Urteil zugunsten der Kleinbauern sprach. Aber die Gegenseite hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Die Vertriebenen befürchten, dass sie noch lange für ihr Recht werden kämpfen müssen. Die Reportage rekonstruiert die Ereignisse im Jahr 2001 und begleitet den Fall Mubende über mehrere Jahre.