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Contradict

Zwei Freunde sammeln in den Straßen Accras Geld für Amerika: Spass, politische Provokation oder Prophezeiung? Zwei Schweizer Filmemacher gehen dieser Frage gemeinsam mit sechs Musikerinnen und Musikern aus Ghana auf den Grund: M3nsa, Wanlov The Kubolor, Adomaa, Worlasi, Akan, Mutombo Da Poet and Poetra Asantewa haben für „Contradict“ eigens neue Songs geschrieben und Videoclips produziert.
Die Ideen und Trends von morgen entstehen in einer globalisierten Welt dezentraler denn je: Wie sieht man also den Wertewandel unserer Zeit vom afrikanischen Kontinent aus? Wie will man ihm entgegentreten, widersprechen? Und können neue Visionen für die Zukunft neue globale Realitäten werden?
„Contradict“ zeigt diese neue Generation von Musikerinnen und Musikern, die auch die postkolonialen Kämpfe ihrer Eltern und Großeltern mit neuen Mitteln fortführt. Sie produziert dank neuer Software billig und verbreitet ihre Anliegen rasend schnell übers Internet. In ihrer Musik fordert sie eine neue Rolle für Afrika in der heutigen Welt, stärkt das Selbstbewusstsein der Frauen, bekämpft den Plastikwahn und lehrt ihre Altersgenossen Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sie sinniert über alternative Lebensstile und neue Karrierewege und widerspricht den Mainstream-Auffassungen von Nachbarn, Ministerinnen und den omnipräsenten Priestern in den zahlreichen Megakirchen.
In der Zusammenarbeit mit den ghanaischen Künstlerinnen und Künstlern wird klar: Wer etwas verändern will, geht auf einem schmalen Grat zwischen Kreativität, Wut, Erschöpfung und Depression. „Contradict“ wird so zu einem dringlichen, humorvollen und fragilen Appell.

Meine Reise mit dem Wanderkino

Die Leinwand aufgebaut. Der Projektor gestartet. Die Menschen strömen zum Feld. 20 Uhr: Die Vorstellung kann beginnen. Das Wanderkino ist zu Gast im Süden von Burkina Faso. Faszination Bewegtbild – bei uns in Deutschland ist das Wanderkino längst Nostalgie. Die Menschen sind mobil, haben den Luxus von Zeit und Geld, um sich unterhalten zu lassen. In Burkina Faso ist das noch anders.
Unterwegs mit dem Wanderkino ist eine persönliche Reisereportage mit einem Ich-Erzähler.

Joy in Iran

Der Film dokumentiert die Reise der KünstlerInnen Susie Wimmer, Andreas Schock und Moni Single von „Clowns ohne Grenzen“ zu iranischen Hilfseinrichtungen – Heime für Waisen- und Straßenkinder, Krankenhäuser, psychiatrische Kliniken und Flüchtlingscamps.
Dabei geht es nicht nur um intensive menschliche Begegnungen, sondern auch die unglaubliche und wahre Geschichte des iranischen Tourguides Reza Abedini. Während der Reise wird der smarte junge Mann aus Teheran vom „Clowns-Virus“ infiziert und steht am Ende vor seinen eigenen Landsleuten auf der Bühne. „Joy in Iran“ ist eine filmische Reflektion über Nächstenliebe und die heilsame Kraft von Humor und geteilter Freude – im Iran und anderswo auf der Welt. Gleichzeitig zeichnet der Film das einfühlsame Portrait eines Landes, das gerade wieder einmal im Fokus der weltweiten Berichterstattung steht.

Zombies

Das mehrfach ausgezeichnete Musikvideo des belgisch-kongolesischen Rappers und Filmemachers Baloji ist eine provozierende Auseinandersetzung mit der aktuellen Kulturszene Kinshasas. Ein (fiktiver) Wahlkampf wird als Happening auf den Straßen der kongolesischen Hauptstadt inszeniert. Eine junge, mittlerweile weltweit bekannte und beachtete Künstlerszene spielt mit den Sozialen Medien und ironisiert die mit der Digitalisierung einhergehende Veränderung der zwischenmenschlichen Beziehungen als ‚Zombifizierung‘.

Eine Reise zwischen Hoffnung und Dystopie in einem halluzinierten Kinshasa.

kawule

„kawule“ ist ein Ausdruck in Mòoré, einer der vielen Sprachen Burkina Fasos, und bedeutet so viel wie Adlerschwingen. Der Kurzfilm wurde von Autorin und Dramaturgin Jeannette Mohr während zwei residencies in Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika in Burkina Faso in Zusammenarbeit mit zehn Kindern des Operndorfes entwickelt und realisiert. Bilder und Töne sind assoziativ verbunden und von den Erfahrungen der Kinder im Operndorf inspiriert. Es geht um den Alltag der Kinder, ihre Wahrnehmungen, Ängste und Träume. Der Wind ist allgegenwärtig. Am Morgen gehen die Kinder zur Schule, ein Mädchen schläft noch und verfolgt die Geräusche, die es beim Aufwachen hört. Mittags wird in der Kantine gegessen vor der ein Wüstendattelbaum steht aus dessen bittersüßen Früchten die Kinder kleine Pfeifen schnitzen. Die Kinder spielen bis am Nachmittag die Hitze fast unerträglich wird und man an den Tod denkt, der allgegenwärtig ist. Nichts mehr scheint sich zu bewegen. Doch da ist der Wind und es geht weiter und die Kinder gehen nach Hause und schlafen wieder und träumen von ihrem Tag, dem Wind und, vielleicht, von Adlerschwingen.

Algo-Rhythm

„Algo-Rhythm“ entstand aus der Kooperation der österreichischen Künstlerin Manu Luksch mit senegalesischen Rappern. Darin wird das westafrikanische Land zu einem Modellfall für künftige Auseinandersetzungen um politische Repräsentation und Willensbildung. Zwei Kandidatinnen um das Präsidentenamt stehen einem Mr. X von Data Analytica gegenüber, der Werbung für seine Methoden macht. Der Diskurs hat die Form eines Raps oder einer Rap Battle. Manu Luksch lässt eine politische Landschaft entstehen, zu der auch traditionelle Figuren (eine Griot-Frau) und das Volk gehören. Die Form des Austauschs ist gerhymte, von digital-synkopierten Beats vorangetriebene Sprache. Im Bildhintergrund wird dabei die ganze Zeit anschaulich, wovon die Rede ist: Mr. X, der Aladin der Datenanalyse, lässt die Wirklichkeit in Datenpunkte zerfallen. Manu Luksch spielt mit Luftaufnahmen und anderen Umgebungsbildern die Datenmanöver durch, die auf einer anderen Ebene auch mit den Netzwerken (mit der „Droge der Nation“) ablaufen: photogrammetrische und andere informationslogische Bildgenerierungsverfahren lösen die alte (politische) Welt der analogen Repräsentation durch Stimmabgabe und staatskörperliche Vertretung in eine Wolke der Auslesung auf. (Bert Rebhand, zitiert nach Sixpack-Film; Weltvertrieb)

Verkaufte Götter

Alte Kunst aus Afrika fasziniert unser Auge und bewegt unsere Phantasien. Sie dient seit dem frühen zwanzigsten Jahrhundert als Vorbild und Anregung für europäische Künstlerinnen. Sie wurde zu einem weltweiten Sammelgut – aber auch zum Spekulationsobjekt. Museen außerhalb Afrikas beherbergen umfangreiche Sammlungen mit Objekten aus unserem Nachbarkontinent. Aber in Afrika selbst befinden sich nur noch wenige alte Kulturgüter. Die Preise auf den Kunstmärkten boomten lange Zeit in ungeahnte Höhen. Jetzt kommt dieser Markt zum Erliegen, wodurch auch in Afrika zahllose Arbeitsplätze bedroht sind. MuseumsleiterInnen müssen sich für ihre Schätze aus Afrika rechtfertigen. Entfacht ist eine hitzige Debatte um Rückführung von Objekten. Der Film nimmt die Spurensuche auf bei Händlern in Westafrika und Sammlern in Europa, auf Auktionen und in Museen in Basel und Bamako, Brüssel und Paris, München und Berlin.

Mali Blues

Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Doch Malis Musik ist in Gefahr. Radikale Islamisten führen im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Doch der islamistische Terror hat sich mittlerweile auch auf andere Teile Malis ausgeweitet. Die UNO-Kriegseinsätze werden weiter verstärkt, auch die deutsche Bundeswehr ist seit drei Jahren im Einsatz. Der Film erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen, weder in Mali, noch an einem anderen Ort auf der Welt. Der internationaler Shooting Star Fatoumata Diawara, Ngoni-Virtuose und traditioneller Griot Bassekou Kouyaté, der junge Rapper Master Soumy und der virtuose Gitarrist Ahmed Ag Kaedi, Leader der Tuareg-Band Amanar, vereint ihre Musik, die verbindet, tröstet, heilt und den Menschen die Kraft für Veränderung und für eine gemeinsame Zukunft in Frieden gibt.

Karuna Grand Show

Khube Rinpoche, ein ehemaliger hochrangiger buddhistischer Mönch des tibetischen Sera-Klosters, ist Gründer des Behindertenheims „Karuna Home“ für tibetische Jugendliche mit geistiger und körperlicher Behinderung in Südindien. Zum zehnjährigen Bestehen des Heims hat sich Khube Rinpoche mit seinen Schützlingen Großes vorgenommen. Eine 13-köpfige Gruppe Jugendlicher tourt über 3.000 Kilometer per Bus, Zug und Flugzeug durch ganz Indien, um in Tibeter-Siedlungen eine einzigartige Show zu präsentieren, die Karuna Grand Show, die nicht zuletzt den Traum vieler Tibeter auf eine Rückkehr in ihre Heimat wach rüttelt. Unterstützt werden sie bei dem außergewöhnlichen Projekt von neun tibetischen Popstars, die in Indien, Europa und Amerika im Exil leben. Einige von ihnen sind bereits als Kinder auf Flüchtlings-Trecks über das Himalaya-Gebirge bis nach Nordindien gelangt und durften seitdem ihre Familien in Tibet nicht wieder sehen. Höhepunkt der Tournee ist ein Treffen mit dem Dalai Lama in Dharamsala.