Neuigkeiten

Atomwaffenkartell

Ausgerechnet zum 70. Jahrestag der Gründung der NATO stehen wichtige Abrüstungsverträge vor dem Aus: Der INF-Vertrag zum Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen und der NEW START-Vertrag zur Begrenzung der Zahl strategischer Atomwaffen. Beides sind Grundpfeiler der atomaren Rüstungskontrolle. Nun droht ein neuer nuklearer Rüstungswettlauf. In den USA, in Russland und in Europa sucht der Film nach den Hintergründen und Hintermännern dieses Rückfalls in die Denkweisen und Strategien des längst überwunden geglaubten kalten Krieges. Sie sprechen mit den Vordenkern einer neuen atomaren Abschreckungslogik, analysieren das Netzwerk von Denkfabriken und Unternehmen, die sich ein Milliardengeschäft erhoffen.

Der Traum der Kurden: Rojava

Ende März 2019 konnten die Kurden mit Unterstützung durch US-amerikanische Luftschläge die letzte Bastion des so genannten „Islamischen Staates“ befreien. Für die Zeit nach dem Krieg hatten alle am Konflikt in Syrien beteiligten Parteien eigene Pläne. Was aber wollten die Kurden in Rojava, wie sie ihr Gebiet in Nordsyrien nennen? 2013 hatten sie die Kontrolle über ihr Gebiet übernommen und eine Selbstverwaltung aufgebaut. Verschiedene Volksgruppen und Religionen wollen hier zusammenleben, das Land in Eigenregie verwalten und die Gleichstellung von Mann und Frau durchsetzen. Aber ihr gesellschaftliches Experiment war von Anfang an bedroht. Vor allem die Türkei will ein unabhängiges Kurdengebiet verhindern und drohte immer wieder mit militärischen Schritten. Der Abzug der Amerikaner und der Einmarsch der türkischen Armee hat im Jahr 2019 eine neue Runde im Krieg in Syrien eingeläutet.
Die Reportage ist eine Reise durch Rojava im Spätsommer 2018. Der Film stellt unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Aufbruchs aus Sicht der Kurden vor. Wie weit sind sie gekommen mit ihrem Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und der Gleichstellung der Geschlechter? Der Film ist auch eine Wiederbegegnung mit Menschen, die die Reporter wenige Jahre zuvor während des Krieges dort getroffen hatten. In Kobanê, wo die Kurden 2014 monatelang den Angriffen der IS-Terrormiliz standhielten, erinnert nur noch wenig daran, dass die Stadt einmal vollkommen in Trümmern lag.

The last bleat الثغاء الأخير

Asho and Sahab versuchen, den letzten Bus zu erreichen, der sie aus ihrem umkämpften syrischen Heimatdorf bringen kann. Auf dem Weg jedoch zwingen verschiedene Umstände Asho, eine schwere Entscheidung zu treffen.

Vierundvierzig Jahre Knast

Ingeborg von Westerman wurde fast 90 Jahre alt. Sie hatte viel zu erzählen: Wie ihre Flucht vor dem globalen Krieg zu einem Versprechen führte und wie sie es später einlöste. Ihr halbes Leben lang besuchte sie Häftlinge im Gefängnis. Vom Eibrecher bis zu einem „Lebenslänglichen „, den sie durch seine gesamte Haftzeit begleitete. Jeder Gefangene hat seine Geschichte – wie die zwei Syrischen Flüchtlinge, denen die alte Dame eines Tages im Gefängnis begegnete. Ein Dokumentarfilm über Flucht, Gefangenschaft, Integration und die Frage, wie man miteinander umgehen kann.

Nach dem Krieg

André Masoud lebt seit 11 Jahren in Deutschland. Er kennt den Bürgerkrieg, der in seinem Heimatland Syrien tobt, nur aus Erzählungen und aus den Medien. Dennoch träumt er von den Auseinandersetzungen. Die Geräusche der Bomben und die Bilder von Leichen lassen den jungen Syrer nicht los. André macht sich deshalb auf den Weg in den Nachbarstaat Libanon – ein ehemaliges Bürgerkriegsland, in dem die Auseinandersetzungen und Gräben zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen denen in Syrien sehr ähneln. Bis vor vier Jahren erschütterten Unruhen die libanesische Hafenstadt Tripoli, die an den syrischen Bürgerkriegs denken lassen.
Der junge Filmemacher begleitet ehemalige libanesische Kämpfer, Betroffene und AktivistInnen, die sich jetzt für den Frieden in ihrem Land einsetzen und hofft hierbei Friedenskonzepte für ein Syrien nach dem Krieg zu finden. Dabei lernt er nicht nur viel über sich selbst, sondern muss immer wieder neue Herausforderungen meistern.

Der Engel der Geschichte

Eine Grenze in Europa. Ein Bild von Paul Klee. Ein Gedicht von Walter Benjamin. Ein Film über das Gestern und das Heute – und wie schwer das Eine hinter dem Anderen erkennbar ist.

Persistencia

Menschliche Körper verschwinden nicht einfach. Sie werden verschleppt, ermordet und verscharrt. Aber es wird auch nach ihnen gesucht. Manche werden gefunden, und wenn forensischen Anthropolog*innen das Unwahrscheinliche gelingt, als Menschen rekonstruiert. Diese kehren erst dann nach Hause zurück, wenn sie als Tote identifiziert worden sind. Eine filmische Reise durch mexikanische Todeslandschaften und Grenzgebiete, zwischen Grabstellen und Knochenteilchen, Familien und Forensiker*innen. Auf der Suche nach dem, was bleibt, trotz allem.

The War on my Phone

Sie flohen nach Europa. Aber der Krieg ist nicht vorbei: Auf ihren Handys bekommen Amjad, Zena, Omar und Shahinaz manchmal im Sekundentakt Nachrichten aus Syrien: Aus dem bombardierten Rebellengebiet, aus dem Herrschaftsbereich des IS – und aus einem Gefängnis. Sie fühlen sich – wie die meisten Flüchtlinge – zerrissen zwischen ihrem Alltag in Sicherheit und der Sorge um Freunde und Verwandte, leben nicht wirklich hier und nicht wirklich dort.
Die Smartphones der Flüchtlinge bringen den Krieg nach Europa – aber nicht nur den Nachrichtenkrieg. Die Handys vermitteln ein intimes Bild über den Alltag in Syrien – und überraschende Einblicke: Menschen, die trotz Bombenhagel Blumen pflanzen, die hinter Gittern die Hoffnung nicht verlieren oder es schaffen, die Propagandavideos des IS mit Aufnahmen der Realität zu konfrontieren.

Experiment Rojava in Syrien

Im Norden Syriens, in der Region Rojava an der Grenze zur Türkei, leben Kurden, Araber, Aramäer und Syrer friedlich zusammen, seien es Muslime, Jesiden oder Christen. Oberste Prinzipien sind autonome Selbstverwaltung, Frauenrechte, Schutz und Beteiligung von Minderheiten und religiöse Toleranz. Diese hoffnungsvolle Entwicklung wird durch den völkerrechtswidrigen Angriff der türkischen Truppen und ihrer radikalen islamistischen Helfershelfer bedroht. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die das gesellschaftspolitische Experiment der Demokratie von unten tragen und voranbringen wollen. In der Kleinstadt Amûdê, die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt, wird die Arbeit der Stadtteilkomitees, einer Ladenkooperative und einer Textilmanufaktur vorgestellt. Besonders aktiv sind die Frauen, die ihre neu gewonnenen Rechte nutzen. Sie bringen sich in der kommunalen Selbstverwaltung ein und werden durch Arbeitsplätze, die sie selbst geschaffen haben, wirtschaftlich unabhängig. Noch steht vieles am Anfang, aber auch Männer unterstützen sie, um gemeinsam dem gesellschaftspolitischen Ideal der Basisdemokratie näherzukommen.

A letter from Raqqa

Syrien. Leere Häuser, Schulen, Straßen, Dörfer …
Wo sind die, die hier einst lebten? Das fragt sich der Beobachter der leeren Szene.

Ein Essay über die Erinnerung in Zeiten des Krieges.