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Contradict

Zwei Freunde sammeln in den Straßen Accras Geld für Amerika: Spass, politische Provokation oder Prophezeiung? Zwei Schweizer Filmemacher gehen dieser Frage gemeinsam mit sechs Musikerinnen und Musikern aus Ghana auf den Grund: M3nsa, Wanlov The Kubolor, Adomaa, Worlasi, Akan, Mutombo Da Poet and Poetra Asantewa haben für „Contradict“ eigens neue Songs geschrieben und Videoclips produziert.
Die Ideen und Trends von morgen entstehen in einer globalisierten Welt dezentraler denn je: Wie sieht man also den Wertewandel unserer Zeit vom afrikanischen Kontinent aus? Wie will man ihm entgegentreten, widersprechen? Und können neue Visionen für die Zukunft neue globale Realitäten werden?
„Contradict“ zeigt diese neue Generation von Musikerinnen und Musikern, die auch die postkolonialen Kämpfe ihrer Eltern und Großeltern mit neuen Mitteln fortführt. Sie produziert dank neuer Software billig und verbreitet ihre Anliegen rasend schnell übers Internet. In ihrer Musik fordert sie eine neue Rolle für Afrika in der heutigen Welt, stärkt das Selbstbewusstsein der Frauen, bekämpft den Plastikwahn und lehrt ihre Altersgenossen Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sie sinniert über alternative Lebensstile und neue Karrierewege und widerspricht den Mainstream-Auffassungen von Nachbarn, Ministerinnen und den omnipräsenten Priestern in den zahlreichen Megakirchen.
In der Zusammenarbeit mit den ghanaischen Künstlerinnen und Künstlern wird klar: Wer etwas verändern will, geht auf einem schmalen Grat zwischen Kreativität, Wut, Erschöpfung und Depression. „Contradict“ wird so zu einem dringlichen, humorvollen und fragilen Appell.

Depot Asmara

Eritrea, ein kleines Land am Horn von Afrika, ist in Europa weitgehend unbekannt. Die ehemalige italienische Kolonie hat einen dreißig Jahre dauernden Befreiungskrieg hinter sich, der Spuren hinterlassen hat – bei den Menschen und in der Landschaft. 1993 konnte Eritrea endlich die Unabhängigkeit von Äthiopien erringen. Ein bejubelter Neuanfang. Die wichtigste Errungenschaft der Kolonialzeit existiert jedoch wieder: die Dampfeisenbahn, die schon vor hundert Jahren die Hauptstadt Asmara im Hochland mit der Hafenstadt Massawa am Roten Meer verband.

Heute ist es still im Eisenbahndepot von Asmara. Der Wind fegt durch die Ritzen des maroden Depots und lässt alte Spinnweben an der immer gleichen Stelle hin und her wehen. Ab und zu läuft ein Bahnarbeiter über die Schienen. Es herrscht Stillstand im Depot von Asmara. In dieser Lethargie lernen wir den Mikrokosmos von Hinza, dem jungen Lokführer, und Feshatsion, dem alten Chefmechaniker der einst blühenden Eisenbahn von Eritrea kennen. Nach und nach verdichtet sich ein poetisches Bild des Widerspruchs im heutigen Eritrea – ein Bild der Leidenschaft für die alte Dampfeisenbahn und des sturen Aufrechterhaltens der alten Technik, als Zeichen des stolzen Eritreas, aber auch das Bild einer tiefen Freundschaft.