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Die Hüterinnen der Farbe

Im Süden von Mexiko wird seit Jahrhunderten auf traditionelle und sehr arbeitsintensive Weise der Farbstoff Indigo aus der Indigopflanze gewonnen. Mit diesem Pigment färben die indigenen Frauen im Bergdorf Hueyápan ihre traditionelle Kleidung: den dunkelblauen Rock und ihre auf schwarzem Grund bunt bestickten Umhänge. Ihre Kleidung ist Ausdruck ihrer kulturellen Identität.
Doch nun steckt das Blaue Gold in der Krise, denn Klimawandel, mangelnder Regen und dadurch schwache Ernten bedrohen den weiteren Anbau und damit auch das überlieferte Wissen und Traditionen der Färberinnen in der Sierra Norte de Puebla. Doch die Frauen in Hueyápan geben nicht auf.

Terra X: Wildes Wetter

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – ist die Häufung von Extremwetterlagen Zufall oder durch den Klimawandel bedingt?
Wie hängen Hitzerekorde in Deutschland, Waldbrände in der Arktis und schmelzendes Packeis zusammen? Mit Experten der Klimaforschung erklärt „Terra X“ die wissenschaftlichen Fakten. Denn nur sie geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Amazoniens Fliegende Flüsse

Der Regenwald Amazoniens ist nicht nur die grüne Lunge der Erde weil er Kohlendioxid aus der Luft aufnimmt, es speichert und in Sauerstoff umwandelt, er ist auch ihre Klimaanlage: intakte Wälder saugen Regenwolken vom Atlantik an und verdunsten Wasser. Dadurch kühlen sie die Erde. Ohne Wald kein Wasser: Wenn immer mehr Wald verschwindet, kann dieses Phänomen der ‚Fliegenden Flüsse‘, das wie eine gigantische Wasserpumpe wirkt, nicht mehr funktionieren. WissenschaftlerInnen, Politiker und Umweltaktivisten erklären das fragile Gleichgewicht. Agroforstmethoden können helfen, den Wald zu bewahren und ihn nachhaltig zu bewirtschaften.

Mozambique, where the mango tree used to be

Der Film begleitet 48 Stunden im Leben von zwei Familien in einer ländlichen Regien Mosambiks, die unter den Auswirkungen des Klimawandels leidet. Er ermöglicht einen Einblick in das, was es bedeutet, unverhersehbaren Wetterextremen ausgesetzt zu sein und das am unteresten Ende der Weltwirtschaftspyramide. Jede der beiden Familien litt in den vergangenen Jahren besonders unter Dürre und Überflutungen, sie sprechen über ihre Notlage und ihre Versuche, einen Umgang damit zu finden. Sie fragen sich, wie sich ihr Leben verändert hat, was in Zukunft auf sie zukommen wird und wer dafür verantwortlich sein könnte.

Klimaschützer gegen Stromriesen

„Ich werde hier nicht weggehen, solange dieses Loch weitergebaggert wird“, sagt Clumsy, einer der Besetzer im Hambacher Forst. Seit vier Jahren lebt er im heißest umkämpften Wald Deutschlands in einem Baumhaus, im rheinischen Revier. Große Teile des Waldes sind bereits gerodet. 30 Aktivisten haben hier Zelte und Bauwagen aufgebaut, mit Blockaden und Sabotageakten versuchen sie den Betrieb des Tagebaus zu stören. Denn trotz des internationalen Beschlusses aus fossilen Brenn-stoffen auszusteigen, wird hier weiter Kohle für Strom abgebaut. Der Energiekonzern RWE hat alle rechtlichen Grundlagen dafür, bis 2045 Braunkohle zu gewinnen. Dafür trägt er zur Energieversorgung des Landes bei und sichert Arbeitsplätze. Gleichzeitig ist das rheinische Braunkohlrevier mittlerweile zur größten CO2 Quelle Europas geworden und steht damit als Klimakiller am Pranger.

Heiße Ware

Eine alte Fabrikruine in Leipzig. Finstere Gestalten, die Kapuzen ihrer Hoodies weit ins Gesicht gezogen, dealen mit heißer Ware. Fruchtbarer Boden ist zur Seltenheit geworden, weshalb dieser teuer verkauft werden kann. Der Spot wurde als Sieger-Idee des Sukuma Award Leipzig 2015/16 zum Thema Boden umgesetzt.

Flucht vor dem Klimawandel (planet e.)

Bei den aktuellen Diskussionen um die Flüchtlinge, bleibt die Flucht vor dem Klimawandel meist noch unbeachtet. Bernd Reufels hat im Senegal und in Bangladesch nachgeforscht, wie dort das veränderte Klima Lebensgrundlagen zerstört und Menschen zur Flucht treibt. In den kommenden Jahrzehnten rechnet die UN mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen. Derzeit, so schätzen Hilfsorganisationen, sind mindestens 25 Millionen Menschen wegen Naturkatastrophen, Wüstenbildung und Verkarstung aus ihrer Heimat geflohen. Koko Warner von der UN-Universität Bonn trifft in Bangladesch Familien, die aus Überschwemmungsgebieten in die Slums der Hauptstadt gezogen sind. Sie haben es beson-ders schwer, da veränderte Umweltbedingungen nicht als Asylgrund akzeptiert werden. Überschwem-mungen bedrohen auch die Westküste Afrikas. Im Senegal verschwinden Dörfer und Felder im Meer. Offiziell gilt der Senegal als „sicheres Herkunftsland“. Doch sind die Küstengewässer leergefischt, da die senegalesische Regierung die Fischereirechte an europäische und japanische Firmen verkauft hat, die mit großen Trawlern auf Fangzug gehen. Riesige Ländereien werden von Regierungsseite an internationale Konzerne verpachtet, die dort für die Märk-te der Industrienationen Öl produzieren und dabei der Umgebung das Wasser entziehen. Kleinbauern sitzen dadurch auf ausgetrockneten Äckern und kämpfen um die letzten Brunnen. Oder sie verlassen den Senegal: 2014 flohen rund 1.000 Senegalesen nach Deutschland – 2015 werden es deutlich mehr sein.