Neuigkeiten

Becoming Black

Die togolesisch-deutsche Filmemacherin Ines Johnson-Spain dokumentiert ihre autobiographische Identitätssuche als dunkelhäutiges Kind eines deutschen Paares, das in den 1960er Jahren in der DDR aufgewachsen ist. Ihr äußerliches „Anderssein“ im Vergleich zu ihrem älteren Bruder und anderen Kindern tun ihre Eltern Armin und Sigrid als Zufall ab, bis Ines als 12-Jährige heimlich Unterlagen findet, die belegen, dass ihr leiblicher Vater ein ehemaliger Student aus dem Togo ist. Bei der Suche nach ihren togolesischen Wurzeln erzählt sie nicht nur ihre eigene deutsch-afrikanische Familiengeschichte, sondern auch die von afrikanischen Studenten in der DDR und ihrer Bedeutung für das sozialistische Regime.

Motorcycle Woman

Im Juni 2019 beginnt Zenith Irfan die Reise mit ihrem Motorrad von ihrer Heimatstadt Lahore in die unwegsamen Regionen des Himalaja.
Die Leidenschaft für das Motorradfahren hat sie von ihrem früh verstorbenen Vater übernommen. Ihre Mutter und auch ihr älterer Bruder haben sie dabei stets unterstützt. Dennoch wollen sie, dass auch Zenith spätestens mit 30 Jahren verheiratet ist und sich in die Rolle als Ehefrau und Mutter fügt, die ihr die konservativ und patriarchal geprägte Gesellschaft zuschreibt. Im urbanen Umfeld ihrer Heimatstadt Lahore wird Zenith in ihrem Freiheitsdrang zwar respektiert, sie genießt sogar eine gewisse Popularität: 2018 kam ein Spielfilm in die pakistanischen Kinos, der auf Zeniths Lebensgeschichte basiert. Doch über die sozialen Medien erreichen sie auch immer wieder Kommentare, die ihren Umgang mit den herkömmlichen Geschlechterrollen stark kritisieren. Als Zenith nun zu einer Reise in die unwegsamen und von strengen Traditionen geprägten Bergregionen des Himalaja aufbricht, ist es ihr ein besonderes Anliegen, mehr über das Leben der Frauen dort herauszufinden. Doch obgleich man ihr auf ihrer Reise durchgehend mit Respekt, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft begegnet, gelingt es ihr nicht, wirklich Kontakt zu den Frauen in den Bergen herzustellen. Die pakistanische Filmemacherin Sabiha Sumar begleitet Zenith für die ZDF/3sat-Reihe „Ab18!“ auf ihrer Reise.

In Search…

Als junges Mädchen, das in einem Dorf in Kenia aufwuchs, dachte Beryl, dass alle Frauen in der Welt „beschnitten“ werden und „Female Genital Mutilation/Cutting” (FGM/C) über sich ergehen lassen müssen. Deshalb ertrug auch sie dieses Initiationsritual – über die Folgen wusste sie nichts.
Viele Jahre später erfährt sie, dass es eine neue Operationsmethode gibt, die verspricht, das zurückzugeben, was damals verloren ging. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm „In Search…“ erforscht sie das emotionale Dilemma, indem sie mit anderen Frauen spricht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Beryl versucht herauszufinden, ob sie sich dieser Operation unterziehen soll, die ihr wie eine zweite Reise ins Unbekannte erscheint. „Werde ich nochmals einen furchtbaren Fehler machen?“ und: „Bin ich bereit, mich mit meinem Trauma auseinanderzusetzen?“ Das sind die Fragen, die sich die junge Frau auf iSuche stellt und die sie in ihr Innerstes führen.

Friedenskämpfer

Der kongolesische Arzt und Menschenrechtsaktivist Denis Mukwege erhielt 2018 den Friedensnobelpreis. Damit wurde seine langjährige Arbeit für Opfer sexualisierter Gewalt gewürdigt. Zehntausende Frauen und Mädchen hat er in seinem Hospital Panzi operiert und gerettet. Die Filmautorin Susanne Babila reist neun Monate nach der Preisverleihung mit der Tübinger Missionsärztin Gisela Schneider zu Denis Mukwege in den Kongo. Die Missionsärztin vom Deutschen Insitut für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen unterstützt in dem Land zweihundert christliche Gesundheitsstationen und bildet zusammen mit Denis Mukwege junge Ärzte aus, um den misshandelten Frauen und Kindern wieder ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Denis Mukwege und Gisela Schneider verbindet eine jahrelange Freundschaft und der tiefe Glaube an Gott. Hat sich durch den Friedensnobelpreis die Situation für den Arzt und seine Arbeit verändert? Wie ist die Lage im abgeriegelten und von UN-Soldaten bewachten Hospital? Gibt es Anzeichen dafür, dass durch die weltweite Aufmerksamkeit des Friedensnobelpreises die brutale Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Nordosten des Kongo eingedämmt werden konnte?

Urmila – für die Freiheit

Der Film erzählt die hoffnungsvolle Geschichte einer jungen Frau, die um Freiheit, Gerechtigkeit und eine Perspektive für junge Mädchen in Nepal kämpft. Urmila Chaudhary lebt im Süden Nepals und ist sechs Jahre alt, als sie von ihren Eltern als Kamalari, als Haushaltssklavin, in die Hauptstadt verkauft wird. Erst zwölf Jahre später gelingt ihre Befreiung. Mit der eigenen Freiheit gibt sich Urmila nicht zufrieden, aus dem Erlebten zieht sie die Kraft, die sie für andere Mädchen in ihrem Land nutzen will. Voller Zuversicht kämpft sie für die Organisation „Freed Kamalari Development Forum“ (FKDF) gegen das offiziell abgeschaffte System der Leibeigenschaft und somit gegen jahrhundertealte Gesellschaftsstrukturen in ihrer Heimat. Inzwischen konnten von Urmila und ihren Mistreiterinnen 13.000 Mädchen befreit werden. Urmila macht auch außerhalb Nepals auf die Situation in ihrer Heimat aufmerksam, sie reist auf andere Kontinente und hält mitreißende Reden, u.a. auf dem Oslo Freedom Forum. Gleichzeitig hat sie zum Ziel gesetzt, Rechtsanwältin zu werden und ihr Heimatland Nepal weiter zu verändern. Dafür versucht sie ihren Schulabschluss nachzuholen, denn wie den meisten Kamalari blieb auch ihr eine Schulbildung verwehrt. Dabei steht die 25-Jährige vor der schwierigen Aufgabe, das Lernen mit ihrer Arbeit als Aktivistin zu vereinbaren.

Der Traum von Sicherheit – Was Frauen auf der Flucht erleiden (die story)

Fast 70 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland sind Männer. Werden Frauen und Kinder, die es hierher schaffen, ausreichend geschützt? Warum kommen so wenige Frauen in Deutschland an? Und was ist anders für Frauen auf der Flucht? Die AutorInnen besuchen Flüchtlingsunterkünfte und treffen Frauen, die zwar in Deutschland angekommen sind, sich aber immer noch nicht sicher fühlen. In den großen Flüchtlingslagern in Jordanien erfahren sie, dass sich physische und sexuelle Gewalt wie ein roter Faden durch die Flüchtlingserlebnisse von Frauen zieht. Sie treffen mutige Zeuginnen, die von unmenschlichen Übergriffen in syrischen Gefängnissen berichten, Frauen, die nach ihrer Flucht auch noch ihre minderjährigen Töchter an reiche Golf-Araber verheiraten müssen, um zu überleben, und Frauen, denen der Weg nach Europa versperrt ist. Macht sich die deutsche Asylpolitik am Schicksal dieser Frauen mit schuldig? Welche Möglichkeiten gibt es, diesen Frauen zu helfen? Der Film nimmt die Perspektive von Frauen ein, die fast überall durch das System fallen, die aber nicht länger schwei-gen wollen. Durch ihre persönlichen Geschichten wollen sie anderen Frauen Mut machen, und sie wollen Aufmerksamkeit auf ihre spezielle Situation hier in Deutschland lenken.