Neuigkeiten

Türsteher Europas – Wie Afrika die Flüchtlinge stoppen soll

Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an die Bedingung geknüpft, dass nur Unterstützer der europäischen Migrationskontrolle Geld erhalten. Profiteure dieser Politik sind Rüstungs- und Sicherheitsfirmen. In zwölf Ländern erkundet der Film, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.
Als 2004 Flüchtlinge in Booten von Westafrika zu den Kanarischen Inseln fuhren, griff Spanien durch. Es zahlte Ländern wie Senegal viele Millionen Euro, um die Flüchtlinge zu stoppen. Seitdem riegelt die spanische Küstenwache die senegalesischen Strände ab, Tausende Kilometer von Europa entfernt. Dieses Prinzip kopiert die EU heute im großen Stil mit fast zwei Dutzend Ländern in Afrika. Der Deal lautet Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Wer beim Kampf gegen irreguläre Migration als Türsteher der EU agiert, bekommt Geld. Europäische Polizisten und Soldaten werden in immer mehr Länder Afrikas geschickt, um den Grenzschutz zu verbessern. Auch Diktaturen wie Sudan und Eritrea werden so zu „Partnern“ Europas, um Fluchtrouten zu unterbrechen. Für europäische Sicherheits- und Rüstungskonzerne ist das Geschäft mit der Grenztechnologie ein neuer Absatzmarkt. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern investieren afrikanische Regierungen in Hochtechnologie „Made in Europe“, die sie sich ohne EU-Hilfe nicht leisten können. Kritik äußert die Afrikanische Union. Sie sieht ihre Pläne von einem Kontinent der Freizügigkeit ähnlich dem Schengen-Modell als unvereinbar mit den EU-Vorstellungen. Der Film untesucht unter anderem in Uganda, Niger und dem Sudan, wie die EU ihre Migrationspolitik in Afrika durchsetzt, wer davon profitiert und welchen Preis die Migranten dafür zahlen müssen.

Überleben auf Samos

Auf der Insel Samos ist Platz für 700 fliehende Menschen. Doch über 5.000 hängen dort fest. Manchmal bis zu zwei Jahre. Unter ihnen sind etwa 1.000 Kinder. Doch die Regierung hat das Lager nicht vergrößert. Eine von ihnen ist die zehnjährige Soraya aus Afghanistan. Sie träumt davon, in die Schule zu gehen. Noch kann sie weder lesen noch schreiben.

Kinder in Moria

Seit dem Sommer 2019 flüchten wieder sehr viele Menschen über die griechische Insel Lesbos nach Europa. Es sind mehr und mehr Kinder – im Lager Moria auf Lesbos immerhin 42 Prozent. Einem kleinen Team von WDRforyou ist es gelungen, in einem abgesperrten Bereich des Lagers zu filmen, der für 2.300 Menschen Platz bietet, aber von 13.000 Menschen bewohnt wird.

The last bleat الثغاء الأخير

Asho and Sahab versuchen, den letzten Bus zu erreichen, der sie aus ihrem umkämpften syrischen Heimatdorf bringen kann. Auf dem Weg jedoch zwingen verschiedene Umstände Asho, eine schwere Entscheidung zu treffen.

Nudar

Nudar ist aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, um ihre Karriere als Ärztin fortzusetzen. Während der Dreharbeiten wendet sie die Kamera auf die Filmemacherin Rand Beiruty, die einen Dialog zwischen den beiden Frauen herstellt.

Vierundvierzig Jahre Knast

Ingeborg von Westerman wurde fast 90 Jahre alt. Sie hatte viel zu erzählen: Wie ihre Flucht vor dem globalen Krieg zu einem Versprechen führte und wie sie es später einlöste. Ihr halbes Leben lang besuchte sie Häftlinge im Gefängnis. Vom Eibrecher bis zu einem „Lebenslänglichen „, den sie durch seine gesamte Haftzeit begleitete. Jeder Gefangene hat seine Geschichte – wie die zwei Syrischen Flüchtlinge, denen die alte Dame eines Tages im Gefängnis begegnete. Ein Dokumentarfilm über Flucht, Gefangenschaft, Integration und die Frage, wie man miteinander umgehen kann.

Nach dem Krieg

André Masoud lebt seit 11 Jahren in Deutschland. Er kennt den Bürgerkrieg, der in seinem Heimatland Syrien tobt, nur aus Erzählungen und aus den Medien. Dennoch träumt er von den Auseinandersetzungen. Die Geräusche der Bomben und die Bilder von Leichen lassen den jungen Syrer nicht los. André macht sich deshalb auf den Weg in den Nachbarstaat Libanon – ein ehemaliges Bürgerkriegsland, in dem die Auseinandersetzungen und Gräben zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen denen in Syrien sehr ähneln. Bis vor vier Jahren erschütterten Unruhen die libanesische Hafenstadt Tripoli, die an den syrischen Bürgerkriegs denken lassen.
Der junge Filmemacher begleitet ehemalige libanesische Kämpfer, Betroffene und AktivistInnen, die sich jetzt für den Frieden in ihrem Land einsetzen und hofft hierbei Friedenskonzepte für ein Syrien nach dem Krieg zu finden. Dabei lernt er nicht nur viel über sich selbst, sondern muss immer wieder neue Herausforderungen meistern.

Zu weit weg

Da sein Heimatdorf dem Braunkohletagebau weichen soll, müssen der zwölfjährige Ben und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Sportverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stiehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt?
„Zu weit weg“ erzählt die Geschichte der grenzüberschreitenden Kraft von Freundschaft, in der es aber auch um Heimatverlust, Zuwanderung und Integration geht.

Der Engel der Geschichte

Eine Grenze in Europa. Ein Bild von Paul Klee. Ein Gedicht von Walter Benjamin. Ein Film über das Gestern und das Heute – und wie schwer das Eine hinter dem Anderen erkennbar ist.

Fortschritt im Tal der Ahnunglosen

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in dem ehemals volkseigenen Betrieb „Fortschritt“ das Erbe der Deutschen Demokratischen Republik neu verhandelt. Wo früher Mähdrescher hergestellt wurden, wohnen jetzt Asylbewerber, die sich mit wöchentlichen, rassistischen Demonstrationen in Ostdeutschland konfrontiert sehen. Die syrischen Asylbewerber bekommen von ehemaligen Werksarbeitern Hilfe bei ihrem Deutsch-Orientierungskurs. Was mit einer humorvoll inszenierten Deutschklasse in der „Fortschritt“-Ruine beginnt, endet mit Schulstunden in Staatsbürgerkunde und einem GST-Militärlager. Getrieben von der persönlichen Befangenheit des Regisseurs, der in das Ende der DDR hineingeboren wurde, werden die Re-enactments dekonstruiert und die gesellschaftlichen Prägungen des DDR-Alltags sichtbar.

Archivmaterial knüpft das sozialistische Band der Freundschaft zwischen Syrien und der DDR neu, das die Staaten in den Achtzigerjahren miteinander verband. Der ortsansässige Heimatchor kommentiert in DDR- Liedern Anspruch und Wirklichkeit des ersten, deutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Dabei steht alles und jeder für mehr als nur sich selbst. Die „Fortschritt“- Ruine wird zum Symbol einer verlorenen Heimat, das die Grenzen zwischen der DDR und Syrien, zwischen damals und heute verschwimmen lässt. Der Versuch einer Annäherung, eine sozialistische Utopie.