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Steuergelder für die Kokain-Mafia? UNO Mitarbeiter unter Verdacht (die story)

Jochen Wiese ist seit 30 Jahren für die Vereinten Nationen in Lateinamerika mit der Aufgabe, den Koka-Anbau zu verhindern, befasst. Peru ist neben Kolumbien der größte Kokain-Produzent der Welt. Jochen Wiese verweist stolz darauf, dass er 25.000 Bauern dazu gebracht hat, auf den Anbau von Koka zu verzichten. Dafür hat ihm die UN-Behörde zur Drogen-und Kriminalitätsbekämpfung UNODC knapp 100 Millionen Dollar überlassen, ein erheblicher Teil davon stammt aus deutschen Steuergeldern. Die Bauern, die der Koka-Produktion abschworen, durften in neugegründete UN-Genossenschaften eintreten. Sie bekamen Kredite und Saatgut, um alternative Produkte wie Kakao, Kaffee und Palmöl anzubauen. Doch unter den UN-Palmen dehnen sich neue Koka-Felder aus. Sind die UN-Unternehmen eine Tarnung für das eigentliche Geschäft mit Kokain oder pflanzen hier einige illegal weiter? Im Film kommen Bauern zu Wort, die am Projekt Beteiligte beschuldigen, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und sich, so die Vorwürfe, persönlich an den Profiten der UN-Unternehmen zu bereichern. Die Recherchen, die in Peru beginnen, haben mittlerweile zu internen Ermittlungen bei den Vereinten Nationen geführt.

Drogen kann man nicht erschießen

Nachdem der damalige US-Präsident Richard Nixon 1971 den Drogenmissbrauch als Staatsfeind Nummer eins erklärte, begann ein weltweiter Krieg gegen die Drogen. Der Krieg wurde dort geführt, wo die Rohstoffe wachsen, in Lateinamerika zum Beispiel, und nicht dort, wo das Drogenproblem besteht, hauptsächlich in Europa und den USA. Doch Drogen sind erhältlich wie eh und je, und billiger als je zuvor. In den Transitländern des Drogenschmuggels und auf den großen Märkten in den USA und Brasilien gibt es die meisten Tötungsdelikte. 47 der 50 gefährlichsten Städte der Welt liegen dort. Die Länder in Lateinamerika sind es leid, den Preis für ein Problem zu bezahlen, das nicht ihres ist. Deshalb hat die UN-Generalversammlung ab dem 19.04.2016 eine Sondersitzung zum weltweiten Drogenproblem in New York einberufen. In Deutschland und Frankreich mehren sich die Stimmen, die die vorwiegend repressive Politik in Frage stellen. Die ehemalige Schweizer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss, Mitglied der Weltkommission für Drogenpolitik, der auch der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan angehört, sagt, erklärtes Ziel sei, den Schwarzmarkt nicht nur einzudämmen, sondern auszutrocknen. Der Film zeigt die neuen Wege aus dem Drogenkrieg und wurde in zehn Ländern gedreht: Großbritannien, Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, USA, Kolumbien, Bolivien und Mexiko.