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One Year in Germany

Vier junge Menschen aus Tansania und Kamerun absolvieren einen weltwärts-Freiwilligendienst in Deutschland. Es ist ihr erster Aufenthalt in Europa. Der Film begleitet die vier Freiwilligen durch ihr Jahr und erzählt von unterschiedlichen Erwartungen, Begeisterungen und Herausforderungen. Persönlich und vielfältig schildern die Gäste ihre Erfahrungen und Sichtweisen auf Deutschland. Ein nachdenklicher und spannender Blick auf das Austauschprogramm.

kawule

„kawule“ ist ein Ausdruck in Mòoré, einer der vielen Sprachen Burkina Fasos, und bedeutet so viel wie Adlerschwingen. Der Kurzfilm wurde von Autorin und Dramaturgin Jeannette Mohr während zwei residencies in Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika in Burkina Faso in Zusammenarbeit mit zehn Kindern des Operndorfes entwickelt und realisiert. Bilder und Töne sind assoziativ verbunden und von den Erfahrungen der Kinder im Operndorf inspiriert. Es geht um den Alltag der Kinder, ihre Wahrnehmungen, Ängste und Träume. Der Wind ist allgegenwärtig. Am Morgen gehen die Kinder zur Schule, ein Mädchen schläft noch und verfolgt die Geräusche, die es beim Aufwachen hört. Mittags wird in der Kantine gegessen vor der ein Wüstendattelbaum steht aus dessen bittersüßen Früchten die Kinder kleine Pfeifen schnitzen. Die Kinder spielen bis am Nachmittag die Hitze fast unerträglich wird und man an den Tod denkt, der allgegenwärtig ist. Nichts mehr scheint sich zu bewegen. Doch da ist der Wind und es geht weiter und die Kinder gehen nach Hause und schlafen wieder und träumen von ihrem Tag, dem Wind und, vielleicht, von Adlerschwingen.

La Maladie du Démon – Die Krankheit der Dämonen

In Burkina Faso gibt es in der traditionellen Gesellschaft keinen Platz für Menschen mit psychischen Krankheiten und Epilepsie. Dämonen werden als Grund der Erkrankungen gesehen, vor deren Ansteckung sich viele Menschen fürchten. Betroffene leben am Rande der Dörfer, in Gebetszentren oder irren unbeachtet umher, oftmals sind sie angekettet oder werden geschlagen. Pfarrer Guitanga und Krankenpfleger Tindano engagieren sich im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten mutig entgegen dem Glauben einer ganzen Gesellschaft für medizinische Behandlung, Freiheit und Menschenwürde.

Möglichst freiwillig

Zijush ist 13 Jahre alt, als er Deutschland verlässt. Er muss mit den Eltern und seiner Schwester zurück in die mazedonische Hauptstadt Skopje. Seine Freunde und Freundinnen in Bremerhaven wollen das nicht akzeptieren. Weil Zijush in Mazedonien noch nicht wieder in die Schule geht, rufen sie ihn an – und holen ihn per Smartphone zurück in ihren Unterricht.
Der Film folgt Zijush nach Skopje, begleitet seine Lehrerin, die ihren Schüler in der mazedonischen Hauptstadt besucht, und trifft die besten Freunde, die die Welt der Grenzen, Visa und Pässe überwinden – in dem sie sie ignorieren. Der Film erklärt die erzwungene Migration der Roma zwischen Nordwest- und Südosteuropa, das Ping-Pong mit Familien. Er zeigt die Erfahrung der Gehenden und auch diejenigen, die verlassen werden.

Weltspiegelreportage: Im Wartesaal der Nordafrikaner

Natalia Bachmayer (ARD- Studio Madrid) hat mit ihrer Weltspiegel-Reportage Menschen Namen, Gesicht und Schicksal gegeben, vor denen es vielen Deutschen graust: Junge Nordafrikaner sind seit den massenhaften Überfällen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht schlecht beleumundet. „Im Wartesaal der Nordafrikaner“ zeigt die Bedrängnis der jungen Männer und die Erwartungen ihrer Familien er beschreibt ihr Scheitern in Europa, aber auch gelegentliche Erfolge. Und er schildert Versuche und Möglichkeiten, im Heimatland etwas aus sich zu machen, in einem Land, in dem von Staats wegen für arme Menschen wenig getan wird. Die Dreharbeiten der Korrespondentin des Hessischen Rundfunks fanden unter widrigen Umständen statt: Die marokkanische Regierung versucht, das Flüchtlingsproblem nicht öffentlich werden zu lassen. Nachrichtendienste verfolgen Journalisten und Journalistinnen. Bei Dreharbeiten auf offener Straße tauchen ständig Polizeibeamte auf, die kontrollieren, verbieten und verhindern. Marokko will als moderner Staat und solider Partner Europas erscheinen. Da stört die Berichterstattung über arbeitslose junge Männer, die übers Mittelmeer drängen.

Kai the Vendor

Nachdem der elfjährige Kai mit seiner alleinstehenden Mutter in ein anderes Armenviertel der ugandischen Hauptstadt Kampala gezogen ist, versucht er, sein Schulgeld durch den Verkauf kleiner Snacks zu verdienen. Doch immer wieder trifft er auf Leute, die ihn in Schwierigkeiten bringen und sein Ziel, auf ehrliche Weise Geld zu verdienen, in Frage stellen. Der Film zeigt, wie schwierig es für Kai ist, in die Schule zu gehen und macht an den vielen Herausforderungen, denen Kai ausgesetzt ist, deutlich, welche Anstrengungen es erfordert, ein Leben in Würde zu führen.

Black Out

Während der Prüfungszeit machen sich tausende Schüler und Schülerinnen in der Hauptstadt Guineas allabendlich zum Lernen auf den Weg zu öffentlichen beleuchteten Plätzen, Tankstellen oder dem Flughafen. Denn in vielen Haushalten gibt es keinen Zugang zu Elektrizität und die staatliche Stromversorgung ist unstabil. Der Film zeigt nächtliche Stimmungsbilder aus Conakry und lässt lernende Jugendliche, einen Lehrer und Angestellte eines Elektrizitätswerkes zu Wort kommen.

Fuck White Tears

„‚Fuck White Tears‘ ist ein Film über einen Film, den ich nicht machen kann, weil ich weiß bin“, so die Regisseurin über ihren Film. „Und über revolutionäre Studierende in Kapstadt. Ein selbstreflexiver Film, der versucht Grenzen zu überwinden“. Südafrika 2016: Die stärkste Volkswirtschaft Afrikas steckt in der Krise. Rassismus, Armut und Korruption sind auch gut 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid allgegenwärtig. Proteste erschüttern das Land, das Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela einst als Schmelztiegel der Kulturen, als „Regenbogennation“, in die Freiheit führen wollte. Annelie Boros, Studentin an der HFF München, stellt sich auch die Fragen, zu welchen radikalen Mitteln man greifen darf, um seine Ziele durchzusetzen. Wie kann Dekolonisierung in einem afrikanischen Land gelingen, das jahrhundertelang von Weißen beherrscht wurde? Und welche Rolle spielt sie selbst als weiße Regisseurin, die einen Film über eine radikale schwarze Befreiungsbewegung machen möchte, dabei?

Ein Zeichen der Hoffnung

Im Hochland von Peru, auf einer Höhe von 4.500 Metern, unterrichtet Lehrer Julio seine Klasse: 18 Kinder zwischen 6–12 Jahren wohnen in ihrem Landschulheim, lernen viel von der Natur, von den Bergen, den Salzseen und den Alpakas, von deren Wolle ihre Familien leben. Ihre Bilder und Zeichnungen erweckt der Film zum Leben und eröffnen uns einen Blick in ihre Welt. Ganz im Sinne eines befreiungspädagogischen Ansatzes von Paulo Freire werden die Kinder im Bewusstsein ihrer Umwelt in den peruanischen Anden erzogen. Die animierten Kinderzeichnungen stellen überzeugend die Wahrnehmung der Kinder in den Mittelpunkt.