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Der marktgerechte Mensch

In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesentliches Prinzip: „Race to the bottom“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde. Der Film zeigt die neuen Arbeitsmodelle dieses Kapitalismus vom Essenslieferanten bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter in Deutschland. Über die Arbeitsbedingungen der Fahrer von osteuropäischen Subunternehmern in der LKW-Transportbranche bis zu Nobelketten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Diese lassen ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiterinnen fertigen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen, für einen Lohn der fünffach unter dem Existenzminimum liegt. Und dennoch zieht die Karawane weiter dorthin, wo die Bedingungen für Investoren noch günstiger sind. Zum Beispiel Äthiopien: Dort verdienen die ArbeiterInnen 27 Dollar im Monat, das ist die Hälfte des Lohnniveaus von Bangladesch. Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos.

DIVINE 419

Kwame ist ein ergeiziger junger Straßenhändler, lebt seit dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel, aber die Beziehung zwischen den beiden ist angespannt. Kwame träumt davon, Schauspieler zu werden, seiner schlechten finanziellen Situation zu entkommen und sich von seinem Onkel zu lösen. Auch sein bester Freund Joshua träumt von einem besseren Leben. Als sie alles verlieren, scheint der einzige Ausweg das Wort Gottes zu sein …

La Maladie du Démon – Die Krankheit der Dämonen

In Burkina Faso gibt es in der traditionellen Gesellschaft keinen Platz für Menschen mit psychischen Krankheiten und Epilepsie. Dämonen werden als Grund der Erkrankungen gesehen, vor deren Ansteckung sich viele Menschen fürchten. Betroffene leben am Rande der Dörfer, in Gebetszentren oder irren unbeachtet umher, oftmals sind sie angekettet oder werden geschlagen. Pfarrer Guitanga und Krankenpfleger Tindano engagieren sich im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten mutig entgegen dem Glauben einer ganzen Gesellschaft für medizinische Behandlung, Freiheit und Menschenwürde.

Das Armutszeugnis – Auf der Spur der UN-Millenniumsziele (planet e.)

Nach sechs Jahren begeben sich die beiden Reporter auf die Spuren der Menschen, deren Geschichten sie damals erzählten. Den 16-jährigen Eusebio kennen alle auf der Müllhalde unweit von Guayaquil. Doch Kinderarbeit ist in Ecuador mittlerweile verboten. Anstatt zur Schule zu gehen wartet er, bis er wieder auf der Müllkippe arbeiten darf, wenn er in zwei Jahren 18 ist. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2015 allen Kindern eine Primarschulausbildung zu ermöglichen, wurde weltweit verfehlt. In Äthiopien begeben sich die Reporter auf die Suche nach dem Bauer Negera. Er musste seinen Beruf aufgeben, weil er sich die zwei Ochsen, die er für die Feldarbeit bräuchte, nicht leisten konnte. Heute lebt Negera als Tagelöhner in der Stadt Eines der wichtigsten Ziele der großangelegten UN-Kampagne war es, die extreme Armut und den Hunger zu bekämpfen. Vor allem in Südostasien ist dieses Ziel erreicht worden, in vielen Teilen Afrikas jedoch nicht. In Kambodscha müssen sie erfahren, dass Li Sophal, Mutter von fünf Kindern, die auf dem Dach eines besetzten Kinos mitten in Phnom Penh lebte, gestorben ist. Sie klagte bitterlich darüber, dass sie für sauberes Trinkwasser viel Geld zahlen müsse und ihre Kinder krank seien. Die Zustände in diesem Slum sind katastrophal. Die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, war ein weiteres Ziel des großen UN-Versprechens. In vielen Ländern der Welt konnte dieses Ziel erreicht werden, auch im Kino bekommt jeder sauberes Wasser, allerdings nur, wenn er es sich kaufen kann.

Endstation Müll. Zwischen Abfall und Sextourismus

Der Film begleitet den Steyler Missionar Pater Heinz Kulüke bei seiner Arbeit auf der philippinischen Insel Cebu. Der Philosophieprofessor kam vor 25 Jahren nach Cebu-City an die San Carlos Universität Seitdem arbeitet er mit den Familien, die auf den riesigen Mülldeponien versuchen, vom Müll zu überleben. Die 19-jährige Roselyn Bacalla lebt mit ihren Eltern und 12 Geschwistern in einer Hütte, die komplett aus Müll errichtet ist. Alle sammeln Plastikflaschen, um wenigstens ein paar Cent zu bekommen. Pater Heinz lebte auf der Müllhade und versucht alles, damit Familien wie die von Roselyn nicht mehr wie Müll behandelt werden. Heute ist Pater Heinz Kulüke Chef von weltweit 6.000 Missionaren. Obwohl sich sein Büro in Rom befindet, ist er immer unterwegs. Zwischen Weihnachten und Neujahr begleitete ihn das Filmteam nicht nur auf die Müllhalden, denn der Missionar aus dem Emsland kümmert sich genauso engagiert um die Straßenkinder und um die Mädchen und Frauen, die sich im Rotlichtbezirk prostituieren müssen. Längst hat der Missionar viele Verbündete weltweit, auch in Cebu. Seine vielen sozialen Projekte tragen sichtbare Früchte. So unterrichtet im ‚Balay Samaritano‘, dem Haus des Guten Samariters, der 22-jährige Raffy Sanchéz, der als Kind selbst auf der Straße lebte und Unterkunft und Unterstützung durch Pater Heinz fand.

Da Dog Show

Der 71-jährige Familienvater Sergio wohnt mit zwei seiner drei Kinder in einem Mausoleum auf dem Nordfriedhof von Manila. Tausende andere leben ebenfalls neben den Toten und haben eine eigene Gemeinschaft gebildet, die von der Geburt bis zum Tod nahezu alle Lebensbereiche umfasst. Die 27-jährige Celia, die geistig behindert ist, und der 17-jähriger Alwin, der zur Schule gehen darf, unterstützen den körperlich angeschlagenen Vater. Die Mutter hat die Familie unter dem Vorwand verlassen, ihre Verwandten in der Provinz zu besuchen und den zwölfjährigen Eddie Boy mitgenommen, sehr zum Kummer von Sergio, der nun alles daran setzt, seinen Sohn zurückzuholen, wenn schon die Mutter nicht zurückkehren will. Neben der Pflege des Mausoleums, in dem die Familie lebt, verdient Sergio etwas Geld mit seinen beiden Hunden, denen er zahlreiche Kunststücke beigebracht hat. In einer Hundeshow zeigt er dies auf öffentlichen Plätzen, wobei er ständig Gefahr läuft, von Parkaufsehern und Hundefängern überrascht zu werden. Nachdem Alvin bei der Hundeshow überraschend viel Geld nach Hause bringt, fasst Sergio den Entschluss, mit Celia und Hund Habagat in die Provinz zu reisen und seinen jüngsten Sohn zurück zu holen. Nach einer beschwerlichen Reise stellt sich heraus, dass die Mutter ins Ausland gegangen ist, um Geld zu verdienen, und Eddie Boy in die Obhut von Mutter und Schwägerin gegeben hat. Diese weigern sich, den Jungen herzugeben und rufen den Distriktvorsteher um Vermittlung an. Eine einvernehmliche Lösung wird zwar gefunden, doch die Rückreise wird für die Familie zur neuen Belastungsprobe.

Ephraim und das Lamm

Als der neunjährige Ephraim von seinem Vater zu Verwandten ins grüne Hochland Äthiopiens gebracht wird, um der Dürre zu entgehen und selbst in der Stadt Arbeit zu suchen, nimmt der Junge sein geliebtes Lamm Chuni mit, das er von seiner verstorbenen Mutter bekommen hat. In der neuen Umgebung, zwischen verbotenen Wäldern und magischen Bergen, fühlt sich der Junge fremd und sehnt sich zurück nach Hause. Ephraim verfügt über eine heimliche Leidenschaft, das liebevolle Zubereiten köstlicher Speisen, mit denen er seine Tanten begeistert, aber von seinem Onkel für diese „Frauenarbeit“ nur Spott und Zorn erntet. Stattdessen soll er auf dem Feld helfen, was dem Jungen nicht liegt. In seiner rebellischen Cousine Tsion findet Ephraim eine Verbündete. Sie liest lieber Zeitung und denkt über neue Ideen des Landbaus nach, als sich einen Ehemann zu suchen. Als sein Onkel will, dass Ephraim das Lamm für das anstehende Fest des Heiligen Kreuzes opfert, ist er entschlossen, seinen Gefährten zu retten und mit ihm in die Heimat zurückzukehren. Mit Verkäufen seiner kleinen Leckereien auf dem Markt will er das nötige Kleingeld für das Busticket verdienen. Doch als er es schon fast geschafft hat, muss Ephraim lernen, dass Flucht kein Ausweg mehr ist. So erzählt der Film auch die Geschichte eines Jungen auf der Suche nach einem Neuanfang in der Fremde und dem Erkennen der eigenen Möglichkeiten im Abschied.