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Auf der Suche nach dem fairem Gold

Mit bloßen Hämmern schlagen sie Brocken aus dem Gestein. Schwitzwasser tropft an den Höhlenwänden ab, es ist dunkel, stickig, unheimlich. Jeder kennt die Geschichten von toten Kumpeln. Die beim Abstieg in den Schacht auf den rohen Stammbalken abgerutscht sind, die Untertage von Wassereinbrüchen überrascht wurden. Jährlich werden weltweit schätzungsweise 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilberumweltsünder macht. Das Gift gelangt in die Böden, in das Grundwasser und in die Pflanzenwelt. Es findet sich im Blut der Tiere, Arbeiter und Menschen, die in den Minenregionen leben. Die Frauen stillen ihre Kinder direkt an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie ohne Schutzausrüstung mit der giftigen Chemikalie hantieren. Und alles für das schillernde Symbol des Reichtums: Gold. Die Reportage begleitet den renomierten Hamburger Goldschmied Jan Spille, der sich seit vielen Jahren für fairen und ökologischen Goldabbau einsetzt. Die Kamera begleitet ihn, wie er die ersten Fairtrade zertifizieten Minen in Kenia und Uganda und den konventionellen Bergbau besucht.

Kai the Vendor

Nachdem der elfjährige Kai mit seiner alleinstehenden Mutter in ein anderes Armenviertel der ugandischen Hauptstadt Kampala gezogen ist, versucht er, sein Schulgeld durch den Verkauf kleiner Snacks zu verdienen. Doch immer wieder trifft er auf Leute, die ihn in Schwierigkeiten bringen und sein Ziel, auf ehrliche Weise Geld zu verdienen, in Frage stellen. Der Film zeigt, wie schwierig es für Kai ist, in die Schule zu gehen und macht an den vielen Herausforderungen, denen Kai ausgesetzt ist, deutlich, welche Anstrengungen es erfordert, ein Leben in Würde zu führen.

Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung

Im August 2001 wurden im Distrikt Mubende (Uganda) 4.000 Menschen durch die ugandische Armee von ihrem Land vertrieben, um Platz zu schaffen für eine neue Plantage der Neumann Kaffee Gruppe aus Hamburg, dem weltweit führenden Rohkaffee-Händler. Die ugandischen Soldaten walzten in vier Dörfern Häuser und Hütten nieder, zerstörten Felder und Lebensmittelvorräte der Menschen und legten Feuer. Viele der Kleinbauern verloren ihren gesamten Besitz. In Folge der gewaltsamen Räumung starben mehrere Menschen. Der Vorfall gilt als einer der ersten, gut dokumentierten Fälle von „Landgrabbing“ in Afrika. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen zogen die Vertriebenen vor Gericht und verklagten den ugandischen Staat und den Neumann-Konzern. Aber der Prozess wurde über Jahre verschleppt – bis der High Court im März 2013 ein erstes Urteil zugunsten der Kleinbauern sprach. Aber die Gegenseite hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Die Vertriebenen befürchten, dass sie noch lange für ihr Recht werden kämpfen müssen. Die Reportage rekonstruiert die Ereignisse im Jahr 2001 und begleitet den Fall Mubende über mehrere Jahre.