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Der Traum der Kurden: Rojava

Ende März 2019 konnten die Kurden mit Unterstützung durch US-amerikanische Luftschläge die letzte Bastion des so genannten „Islamischen Staates“ befreien. Für die Zeit nach dem Krieg hatten alle am Konflikt in Syrien beteiligten Parteien eigene Pläne. Was aber wollten die Kurden in Rojava, wie sie ihr Gebiet in Nordsyrien nennen? 2013 hatten sie die Kontrolle über ihr Gebiet übernommen und eine Selbstverwaltung aufgebaut. Verschiedene Volksgruppen und Religionen wollen hier zusammenleben, das Land in Eigenregie verwalten und die Gleichstellung von Mann und Frau durchsetzen. Aber ihr gesellschaftliches Experiment war von Anfang an bedroht. Vor allem die Türkei will ein unabhängiges Kurdengebiet verhindern und drohte immer wieder mit militärischen Schritten. Der Abzug der Amerikaner und der Einmarsch der türkischen Armee hat im Jahr 2019 eine neue Runde im Krieg in Syrien eingeläutet.
Die Reportage ist eine Reise durch Rojava im Spätsommer 2018. Der Film stellt unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Aufbruchs aus Sicht der Kurden vor. Wie weit sind sie gekommen mit ihrem Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und der Gleichstellung der Geschlechter? Der Film ist auch eine Wiederbegegnung mit Menschen, die die Reporter wenige Jahre zuvor während des Krieges dort getroffen hatten. In Kobanê, wo die Kurden 2014 monatelang den Angriffen der IS-Terrormiliz standhielten, erinnert nur noch wenig daran, dass die Stadt einmal vollkommen in Trümmern lag.

The last bleat الثغاء الأخير

Asho and Sahab versuchen, den letzten Bus zu erreichen, der sie aus ihrem umkämpften syrischen Heimatdorf bringen kann. Auf dem Weg jedoch zwingen verschiedene Umstände Asho, eine schwere Entscheidung zu treffen.

Nudar

Nudar ist aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, um ihre Karriere als Ärztin fortzusetzen. Während der Dreharbeiten wendet sie die Kamera auf die Filmemacherin Rand Beiruty, die einen Dialog zwischen den beiden Frauen herstellt.

Nach dem Krieg

André Masoud lebt seit 11 Jahren in Deutschland. Er kennt den Bürgerkrieg, der in seinem Heimatland Syrien tobt, nur aus Erzählungen und aus den Medien. Dennoch träumt er von den Auseinandersetzungen. Die Geräusche der Bomben und die Bilder von Leichen lassen den jungen Syrer nicht los. André macht sich deshalb auf den Weg in den Nachbarstaat Libanon – ein ehemaliges Bürgerkriegsland, in dem die Auseinandersetzungen und Gräben zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen denen in Syrien sehr ähneln. Bis vor vier Jahren erschütterten Unruhen die libanesische Hafenstadt Tripoli, die an den syrischen Bürgerkriegs denken lassen.
Der junge Filmemacher begleitet ehemalige libanesische Kämpfer, Betroffene und AktivistInnen, die sich jetzt für den Frieden in ihrem Land einsetzen und hofft hierbei Friedenskonzepte für ein Syrien nach dem Krieg zu finden. Dabei lernt er nicht nur viel über sich selbst, sondern muss immer wieder neue Herausforderungen meistern.

Zu weit weg

Da sein Heimatdorf dem Braunkohletagebau weichen soll, müssen der zwölfjährige Ben und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Sportverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stiehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt?
„Zu weit weg“ erzählt die Geschichte der grenzüberschreitenden Kraft von Freundschaft, in der es aber auch um Heimatverlust, Zuwanderung und Integration geht.

Fortschritt im Tal der Ahnunglosen

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in dem ehemals volkseigenen Betrieb „Fortschritt“ das Erbe der Deutschen Demokratischen Republik neu verhandelt. Wo früher Mähdrescher hergestellt wurden, wohnen jetzt Asylbewerber, die sich mit wöchentlichen, rassistischen Demonstrationen in Ostdeutschland konfrontiert sehen. Die syrischen Asylbewerber bekommen von ehemaligen Werksarbeitern Hilfe bei ihrem Deutsch-Orientierungskurs. Was mit einer humorvoll inszenierten Deutschklasse in der „Fortschritt“-Ruine beginnt, endet mit Schulstunden in Staatsbürgerkunde und einem GST-Militärlager. Getrieben von der persönlichen Befangenheit des Regisseurs, der in das Ende der DDR hineingeboren wurde, werden die Re-enactments dekonstruiert und die gesellschaftlichen Prägungen des DDR-Alltags sichtbar.

Archivmaterial knüpft das sozialistische Band der Freundschaft zwischen Syrien und der DDR neu, das die Staaten in den Achtzigerjahren miteinander verband. Der ortsansässige Heimatchor kommentiert in DDR- Liedern Anspruch und Wirklichkeit des ersten, deutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Dabei steht alles und jeder für mehr als nur sich selbst. Die „Fortschritt“- Ruine wird zum Symbol einer verlorenen Heimat, das die Grenzen zwischen der DDR und Syrien, zwischen damals und heute verschwimmen lässt. Der Versuch einer Annäherung, eine sozialistische Utopie.

The War on my Phone

Sie flohen nach Europa. Aber der Krieg ist nicht vorbei: Auf ihren Handys bekommen Amjad, Zena, Omar und Shahinaz manchmal im Sekundentakt Nachrichten aus Syrien: Aus dem bombardierten Rebellengebiet, aus dem Herrschaftsbereich des IS – und aus einem Gefängnis. Sie fühlen sich – wie die meisten Flüchtlinge – zerrissen zwischen ihrem Alltag in Sicherheit und der Sorge um Freunde und Verwandte, leben nicht wirklich hier und nicht wirklich dort.
Die Smartphones der Flüchtlinge bringen den Krieg nach Europa – aber nicht nur den Nachrichtenkrieg. Die Handys vermitteln ein intimes Bild über den Alltag in Syrien – und überraschende Einblicke: Menschen, die trotz Bombenhagel Blumen pflanzen, die hinter Gittern die Hoffnung nicht verlieren oder es schaffen, die Propagandavideos des IS mit Aufnahmen der Realität zu konfrontieren.

Experiment Rojava in Syrien

Im Norden Syriens, in der Region Rojava an der Grenze zur Türkei, leben Kurden, Araber, Aramäer und Syrer friedlich zusammen, seien es Muslime, Jesiden oder Christen. Oberste Prinzipien sind autonome Selbstverwaltung, Frauenrechte, Schutz und Beteiligung von Minderheiten und religiöse Toleranz. Diese hoffnungsvolle Entwicklung wird durch den völkerrechtswidrigen Angriff der türkischen Truppen und ihrer radikalen islamistischen Helfershelfer bedroht. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die das gesellschaftspolitische Experiment der Demokratie von unten tragen und voranbringen wollen. In der Kleinstadt Amûdê, die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt, wird die Arbeit der Stadtteilkomitees, einer Ladenkooperative und einer Textilmanufaktur vorgestellt. Besonders aktiv sind die Frauen, die ihre neu gewonnenen Rechte nutzen. Sie bringen sich in der kommunalen Selbstverwaltung ein und werden durch Arbeitsplätze, die sie selbst geschaffen haben, wirtschaftlich unabhängig. Noch steht vieles am Anfang, aber auch Männer unterstützen sie, um gemeinsam dem gesellschaftspolitischen Ideal der Basisdemokratie näherzukommen.

A letter from Raqqa

Syrien. Leere Häuser, Schulen, Straßen, Dörfer …
Wo sind die, die hier einst lebten? Das fragt sich der Beobachter der leeren Szene.

Ein Essay über die Erinnerung in Zeiten des Krieges.

What the Wind Took Away

Obwohl viele jesidische Frauen alles verloren haben, sind sie noch am Leben. Nachdem sie aus ihrer Heimat vertrieben wurden, fanden sie Aufnahme in einem Flüchtlingslager in der Türkei – gefangen zwischen der Radikalität des IS und ihrem Wunsch, nach Europa zu gehen. Der Film begleitet zwei Frauen in ihrem Alltag im Flüchtlingslager und ihren unermüdlichen Versuchen, trotz des Verlustes der Heimat, der Sorge um die Zukunft und der Angst um Verwandte und Nachbarn, ein menschenwürdiges Leben für sich und ihre Familien zu gestalten. Aus den Nachbarinnen werden bald vertraute Freundinnen, die Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen gewähren.