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Atomwaffenkartell

Ausgerechnet zum 70. Jahrestag der Gründung der NATO stehen wichtige Abrüstungsverträge vor dem Aus: Der INF-Vertrag zum Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen und der NEW START-Vertrag zur Begrenzung der Zahl strategischer Atomwaffen. Beides sind Grundpfeiler der atomaren Rüstungskontrolle. Nun droht ein neuer nuklearer Rüstungswettlauf. In den USA, in Russland und in Europa sucht der Film nach den Hintergründen und Hintermännern dieses Rückfalls in die Denkweisen und Strategien des längst überwunden geglaubten kalten Krieges. Sie sprechen mit den Vordenkern einer neuen atomaren Abschreckungslogik, analysieren das Netzwerk von Denkfabriken und Unternehmen, die sich ein Milliardengeschäft erhoffen.

Poka heißt Tschüss auf Russisch

In Russland beherrscht Glasnost die Politik, in Deutschland ist die Wende in vollem Gange. Inmitten dieser gesellschaftlichen Umbrüche kehrt eine Welle der sogenannten Spätaussiedler zurück nach Westdeutschland. Auch Alexander hat einen Aufnahmebescheid erhalten und kann sich mit seiner Familie auf den Weg von Kasachstan in die alte Heimat machen. Nur noch die letzten Formalitäten sind zu klären. Alexanders Sohn Georg freut sich ebenfalls, das kleine kasachische Dorf zu verlassen und in den goldenen Westen zu gehen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass er seine Freundin Lena, die Tochter eines einflussreichen, linientreuen Kommunisten, zurücklassen muss. Doch als Lena entdeckt, dass sie schwanger ist, fackelt Georg nicht lange und macht ihr einen Heiratsantrag. Als seine Ehefrau darf sie nun zwar mit nach Deutschland kommen, doch die Bedingungen im Aufnahmelager sind karg und ein echter Härtetest für ihre Liebe.

Abgefackelt

Ein kleines Fischerdorf im Nigerdelta gewinnt gegen den Erdölkonzern Shell. Shell muss dem Dorf umgerechnet 80 Millionen Euro Schadenersatz für Umweltschäden, die die Erdölförderung verursacht hat, zahlen. Das Urteil, gefällt im Januar 2015 in London, ist ein Erfolg für die nigerianischen Bauern gegen den Ölmulti. Jetzt drohen weitere Verurteilungen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die Ölförderung in Ländern wie Nigeria hat nicht nur katastrophale Folgen für die Menschen vor Ort, sondern auch für das Weltklima. Ein Skandal, der von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt. Mit der Erdölproduktion werden gleichzeitig riesige Mengen Erdgas an die Oberfläche befördert. Aber anstatt das Begleitgas zu nutzen, verbrennen Ölförderkonzerne den wertvollen Rohstoff. Durch das Abfackeln von Begleitgas verpufft jährlich ein Drittel des gesamten europäischen Erdgasbedarfes. Dabei entstehen 400 Millionen Tonnen Treibhausgase – das entspricht dem CO2-Ausstoss aller Autos in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Deshalb ist das Abfackeln in Europa verboten. Doch außerhalb Europas halten sich die Ölmultis nicht an das Verbot. In Nigeria leiden die Menschen besonders stark unter den gesundheitlichen Folgen des Gasabfackelns. Die Ernten sind durch Schwermetalle und sauren Regen verseucht. Erst wenn die europäischen Konzerne für ihre Umweltvergehen nach europäischem Recht in ihren Heimatländern zur Rechenschaft gezogen werden, könnte das Abfackeln ein Ende haben.