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Gao, Widerstand eines Volkes

Anfang 2012 wurde die nordmalische Stadt Gao von dschihadistischen Gruppen besetzt. Mit Waffengewalt forderten sie die Einführung der Scharia und die Teilung des Landes. Während einige in Gao sich mit den Separatisten verbündeten, organisierten andere erbitterten Widerstand gegen die Besatzer. Sie formten Bürgerwehren und Nachtwachen zum Schutz ihrer Familien, organisierten Demonstrationen und klandestine Treffen und konnten die Islamisten letztlich aus Gao vertreiben. Um zu erfahren, wie dieser Widerstand konkret aussah, reiste der Filmemacher Kassim Sanogo nach Gao. Er sammelte Handy-Aufnahmen aus der Zeit und sprach mit den direkt Beteiligten. In seinem Film kommen nicht nur WiderstandskämpferInnen und der Ältestenrat der Stadt zu Wort, sondern auch BürgerInnen, die ihre Kollaboration mit den Dschihadisten und deren Vertreibung Revue passieren lassen.

Grenzen dicht

Europas Regierungen atmen auf: die Zahl der Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten sinkt. Aber zu welchem Preis? Die MONITOR-Redakteurin und ehemalige NairobiKorrespondentin der ARD, Shafagh Laghai, begibt sich auf Spurensuche – entlang des neuen Grenzwalls, den Europa quer durch Afrika aufgebaut hat. Ihre Reise beginnt in Mali, wo die Bundeswehr nicht nur Terrorismus bekämpft, sondern auch dazu beitragen soll, Migration zu verhindern. Denn Mali gilt als eines der wichtigsten Transitländer für Menschen aus Westafrika. Das Ziel der europäischen Regierungen: Flüchtlinge sollen aufgehalten werden auf ihrem Weg nach Europa. Das gleiche Ziel verfolgt die Bundesregierung gemeinsam mit ihren europäischen Partnern auch in Niger. Mithilfe milliardenschwerer Investitionen soll hier der Sicherheitsapparat ausgebaut werden, um die Grenze undurchdringlich zu machen. Shafagh Laghai zeigt gemeinsam mit ihrem Team, was das für die Menschen bedeutet, die in den Ländern leben oder immer noch auf der Flucht sind.

Verkaufte Götter

Alte Kunst aus Afrika fasziniert unser Auge und bewegt unsere Phantasien. Sie dient seit dem frühen zwanzigsten Jahrhundert als Vorbild und Anregung für europäische Künstlerinnen. Sie wurde zu einem weltweiten Sammelgut – aber auch zum Spekulationsobjekt. Museen außerhalb Afrikas beherbergen umfangreiche Sammlungen mit Objekten aus unserem Nachbarkontinent. Aber in Afrika selbst befinden sich nur noch wenige alte Kulturgüter. Die Preise auf den Kunstmärkten boomten lange Zeit in ungeahnte Höhen. Jetzt kommt dieser Markt zum Erliegen, wodurch auch in Afrika zahllose Arbeitsplätze bedroht sind. MuseumsleiterInnen müssen sich für ihre Schätze aus Afrika rechtfertigen. Entfacht ist eine hitzige Debatte um Rückführung von Objekten. Der Film nimmt die Spurensuche auf bei Händlern in Westafrika und Sammlern in Europa, auf Auktionen und in Museen in Basel und Bamako, Brüssel und Paris, München und Berlin.

Mali Blues

Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Doch Malis Musik ist in Gefahr. Radikale Islamisten führen im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Doch der islamistische Terror hat sich mittlerweile auch auf andere Teile Malis ausgeweitet. Die UNO-Kriegseinsätze werden weiter verstärkt, auch die deutsche Bundeswehr ist seit drei Jahren im Einsatz. Der Film erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen, weder in Mali, noch an einem anderen Ort auf der Welt. Der internationaler Shooting Star Fatoumata Diawara, Ngoni-Virtuose und traditioneller Griot Bassekou Kouyaté, der junge Rapper Master Soumy und der virtuose Gitarrist Ahmed Ag Kaedi, Leader der Tuareg-Band Amanar, vereint ihre Musik, die verbindet, tröstet, heilt und den Menschen die Kraft für Veränderung und für eine gemeinsame Zukunft in Frieden gibt.