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Nach dem Krieg

André Masoud lebt seit 11 Jahren in Deutschland. Er kennt den Bürgerkrieg, der in seinem Heimatland Syrien tobt, nur aus Erzählungen und aus den Medien. Dennoch träumt er von den Auseinandersetzungen. Die Geräusche der Bomben und die Bilder von Leichen lassen den jungen Syrer nicht los. André macht sich deshalb auf den Weg in den Nachbarstaat Libanon – ein ehemaliges Bürgerkriegsland, in dem die Auseinandersetzungen und Gräben zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen denen in Syrien sehr ähneln. Bis vor vier Jahren erschütterten Unruhen die libanesische Hafenstadt Tripoli, die an den syrischen Bürgerkriegs denken lassen.
Der junge Filmemacher begleitet ehemalige libanesische Kämpfer, Betroffene und AktivistInnen, die sich jetzt für den Frieden in ihrem Land einsetzen und hofft hierbei Friedenskonzepte für ein Syrien nach dem Krieg zu finden. Dabei lernt er nicht nur viel über sich selbst, sondern muss immer wieder neue Herausforderungen meistern.

100 Jahre Krieg in Nahost. Das Sykes-Picot-Geheimabkommen und seine fatalen Folgen

Während der Schlacht um Verdun, im Mai 1916, schlossen Frankreich und Großbritannien ein geheimes Abkommen, mit dem sie den Nahen Osten unter sich aufteilten. Noch waren die Gebiete der heutigen Staaten Syrien, Irak, Jordanien, Libanon und Israel unter osmanischer Herrschaft. Doch für die Zeit nach einem vorhersehbaren Sieg vereinbarten die westlichen Alliierten schon einmal die Verteilung des Territoriums. Auf britischer Seite verhandelte der konservative Unterhausabgeordnete Sir Mark Sykes. Für Frankreich saß der Diplomat Francois Georges-Picot am Verhandlungstisch. Sie zogen eine Linie von Acre am Mittelmeer bis nach Kirkuk im heutigen Irak. Südlich davon sollten die Briten herrschen, nördlich davon die Franzosen. Zunächst wurde das Abkommen geheim gehalten. Als sein Inhalt 1918 veröffentlicht wurde kam es zum politischen Aufruhr in der arabischen Welt, die sich bis dahin Unabhängigkeit erhofft hatte. Seitdem ist der Nahe Osten nicht mehr zur Ruhe gekommen. Natürlich haben auch der Zweite Weltkrieg, der Kalte Krieg, der Hass unter den arabischen Völkern und die Bedeutung der Ölvorkommen den Nahen Osten zu einem Pulverfass gemacht. Aber in der arabischen Politik wird auch heute noch Bezug auf Sykes-Picot genommen, selbst durch die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“.