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Mutanga

Zusammen mit Kameramann Hans Albrecht Lusznat verfolgte der Dokumentarfilmer Helmut Schulzeck zehn Jahre lang das Leben seiner kenianischen Schwiegerfamilie in einem kenianischen Dorf. Sein Film „Mutanga“ erzählt persönliche Geschichten, die die Stereotypen vom bedürftigen Afrikaner widerlegen. Ihm gelingen ganz nahe und unverstellte Einblicke in das Leben einiger Familienmitglieder. Ein robustes Beharren auf die traditionelle Kultur scheint ihrer Orientierung an westlichen Ideen und Werten kaum zu widersprechen, denn noch prägt beides Alltag und Feiertag in der Abgeschiedenheit der kenianischen Provinz.

Digital Africa

„Digital Africa“ bietet in komprimierter Form einen Überblick über afrikanische Digitalisierungs-Projekte und Start-ups, die eigenständig entwickelte und bereits in der Erprobung oder sogar Vermarktung befindliche Hard- oder Software-Produkte anbieten. Es geht u.a. um mobiles Bezahlen, der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft oder selbst entwickelte und gefertigte 3D-Drucker, die Ersatzteile z.B. für medizinische Anwendungen liefern. In der Reportage trifft die re:publica-Kuratorin Géraldine de Bastion eine junge Gründergeneration des afrikanischen Kontinents – in Kenia, Ruanda und Ghana.

In Search…

Als junges Mädchen, das in einem Dorf in Kenia aufwuchs, dachte Beryl, dass alle Frauen in der Welt „beschnitten“ werden und „Female Genital Mutilation/Cutting” (FGM/C) über sich ergehen lassen müssen. Deshalb ertrug auch sie dieses Initiationsritual – über die Folgen wusste sie nichts.
Viele Jahre später erfährt sie, dass es eine neue Operationsmethode gibt, die verspricht, das zurückzugeben, was damals verloren ging. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm „In Search…“ erforscht sie das emotionale Dilemma, indem sie mit anderen Frauen spricht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Beryl versucht herauszufinden, ob sie sich dieser Operation unterziehen soll, die ihr wie eine zweite Reise ins Unbekannte erscheint. „Werde ich nochmals einen furchtbaren Fehler machen?“ und: „Bin ich bereit, mich mit meinem Trauma auseinanderzusetzen?“ Das sind die Fragen, die sich die junge Frau auf iSuche stellt und die sie in ihr Innerstes führen.

Auf der Suche nach dem fairem Gold

Mit bloßen Hämmern schlagen sie Brocken aus dem Gestein. Schwitzwasser tropft an den Höhlenwänden ab, es ist dunkel, stickig, unheimlich. Jeder kennt die Geschichten von toten Kumpeln. Die beim Abstieg in den Schacht auf den rohen Stammbalken abgerutscht sind, die Untertage von Wassereinbrüchen überrascht wurden. Jährlich werden weltweit schätzungsweise 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilberumweltsünder macht. Das Gift gelangt in die Böden, in das Grundwasser und in die Pflanzenwelt. Es findet sich im Blut der Tiere, Arbeiter und Menschen, die in den Minenregionen leben. Die Frauen stillen ihre Kinder direkt an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie ohne Schutzausrüstung mit der giftigen Chemikalie hantieren. Und alles für das schillernde Symbol des Reichtums: Gold. Die Reportage begleitet den renomierten Hamburger Goldschmied Jan Spille, der sich seit vielen Jahren für fairen und ökologischen Goldabbau einsetzt. Die Kamera begleitet ihn, wie er die ersten Fairtrade zertifizieten Minen in Kenia und Uganda und den konventionellen Bergbau besucht.

Toxic Business

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia giftige Agrarpestizide, die in Europa längst verboten sind. Denn viele ihrer Wirkstoffe sind krebserregend und stellen eine große Gefahr für Natur und Umwelt dar. In Entwicklungsländern wie Kenia werden die giftigen Chemikalien trotzdem ohne Kontrolle in den Regalen der Agrarshops verkauft. Die Kleinbauern glauben an die Industrieversprechen einer besseren Ernte. Der Griff zur Giftspritze ist an der Tagesordnung. Die Industrie versucht im Zeichen der Welternährung auf die Märkte zu drängen, im Gegenbild zeigen Statistiken und alternative Landwirtschaftsmethoden in Ostafrika, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern ein generelles Umdenken.

Silvia is my Name

Die Massai Silvia lebt in Südkenia. Trotz vieler dramatischer Schicksalsschläge kämpft sie für die Rechte der Massai-Frauen in ihrer Region, nicht zuletzt unter Einsatz ihres Lebens und um das ihrer Kinder. Ihr Kampf für Gleichberechtigung kollidiert immer wieder mit den Traditionen, in denen sie lebt.

Simama – Steh auf

„Simama“ ist das Kiswahili-Wort für „Bleibe“ oder „Halt“. Leute rufen es, um jemanden vom Gehen oder Weggehen aufzuhalten. Das Wort bedeutet aber auch „Erhebe Dich!“ Der Clip erzählt von Vorurteilen in Kenia, wo sich Gerüchte wie Feuer verbreiten und die Betroffenen kaum eine Chance haben, sich zu wehren. Der Film will das Bewusstsein über die Auswirkungen von Vorurteilen und der ihnen innewohnenden Gewalt wecken.

KATI KATI

Kaleche wacht auf im Nirgendwo und kann sich nicht erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Sie ist orientierungslos, doch findet sie in der Ferne ein geheimnisvolles Camp – KATI KATI. Dort angekommen, trifft sie auf eine heterogene Gruppe von Bewohnern, deren Anführer der charismatische Thoma zu sein scheint. Thoma nimmt sich ihrer an und schnell verbindet die beiden eine Freundschaft. Mit der Zeit beginnt Kaleche jedoch zu realisieren, dass mehr hinter ihrer Beziehung zu Thoma steckt. Es ist kein Zufall, dass sie sich in KATI KATI wiedergefunden haben.

Just how long – wie lange noch

Der kurze Dokumentarfilm erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Solidarität in Kenia nach der Gewalt in Anschluss an die Wahlen 2007/08. Der Chef von Kinamba (Laikipia) und ein örtliches Komitee retteten 800 Binnenflüchtlinge aus dem Nyahururu Lafer. Sie boten ihnen Unterkunft in ihren Häusern an, während in anderen Regionen Kenias Menschen aus ethnischen Gründen von ihren Nachbarn umgebracht wurden. Heute stehen die Flüchtlinge vor der Situation, dass sie niemals offiziell anerkannt wurden und sie bei der Rückkehr in die Heimat vom Staat nicht unterstützt werden. Auch die gastgebenden Dörfer, die selbst arm sind, erhalten keine Unterstützung, um die Situation zu verbessern. Nach acht Jahren wird die Situation für beide Seiten immer schwieriger. Das Beispiel Kinamba verdeutlicht die Folgen der gewaltsamen Migration durch die Ausschreitungen nach den Wahlen und die vielfältigen Probleme, die daraus entstehen.

Das Geschäft mit der Armut – Wie Lebensmittelkonzerne neue Märkte erobern

Am Beispiel von zwei völlig unterschiedlichen Regionen in Brasilien und Kenia wird deutlich, wie Großkonzerne auf Kosten der Gesundheit Kasse machen. In Europa und Nordamerika verzeichnen Lebensmittelkonzerne kaum noch Wachstum. Deshalb haben die großen Hersteller ihren Fokus auf neue Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern gelegt. Dort verkaufen die multinationalen Konzerne kleine Packungen mit großen Gewinnen. Sie versprechen gesunde Markenqualität für jedermann und bieten überwiegend Fertigprodukte mit viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern an. Die Folgen sind Übergewicht und Diabetes, und das in Gesellschaften, die durch Armut und Mangelernährung ohnehin vorbelastet sind. Für viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist Convenience Food made in Europe ein Statussymbol. In Brasilien und Kenia machen sich multinationale Konzerne das zunutze, indem sie gezielt die Armen ansprechen. In Mini-Packungen, sogenannten PPPs – popularly positioned products – werden Markenprodukte zu Cent-Beträgen verkauft. In Schulungen werden Frauen aus Slum-Gebieten dazu ausgebildet, die Produkte in ihrem privaten Umfeld zu vertreiben. Begehrte Jobs für die meist ungelernten Frauen, die sich darum reißen, für internationale Lebensmittelkonzerne zu arbeiten. Auch das ist Konzernpolitik, scheinbar soziale Verantwortung dort zu übernehmen, wo der Staat es nicht tut. Für Kritiker wie Dr. Carlos Monteiro, Professor für Ernährung und Gesundheit an der Universität São Paulo, ein Widerspruch: ungesunde Produkte in Massen an die Menschen zu bringen und sich gleichzeitig als Wohltäter zu präsentieren, das sei Greenwashing auf Kosten der Ärmsten.