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Global Family

Die Familie Shaash lebt auf der ganzen Welt verteilt. Der Bürgerkrieg in Somalia hat sie dazu gezwungen. Plötzlich muss die Älteste, Imra (88), ihr Exil in Äthiopien verlassen. Die Familie muss schnell eine Lösung finden. Doch wo soll sie hingehen?
Und wohin darf sie gehen? Nach Deutschland, Italien oder Kanada? Dorthin, wo die anderen Familienmitglieder längst ihren eigenen Träumen von Heimat und Zukunft nachgehen?

Auf der Flucht. Wenn Kinder spurlos verschwinden

Minderjährige Flüchtlinge, die aus Aufnahmestellen geflohen sind oder nie registriert wurden, ziehen ohne Schutz durch Europa. Sie leben in einer für die meisten Europäer unsichtbaren Parallelwelt, geraten in die Hände von Kriminellen oder werden zu Prostitution und Drogenhandel missbraucht. Nach offiziellen Angaben sind 10.000 Kinder in den letzten drei Jahren in Europa verschwunden, nach inoffiziellen Schätzungen sind es bis zu 30.000. In Griechenland, Italien, Deutschland und Schweden verlieren sich die Spuren der Minderjährigen, die Europa ohne Begleitung Erwachsener erreicht haben und von den Behörden als vermisst gemeldet wurden. Wer sind diese Kinder und wie leben sie? Farid, 15 Jahre, wollte nach Nordeuropa, vielleicht nach Frankreich oder Deutschland. Geschafft hat er es bis nach Rom. Er schläft in einem Park in der Nähe des Hauptbahnhofes, verkauft Drogen und erzählt von den vielen Pädophilen, die Kindern 50 Euro anbieten, um ein paar Stunden mit ihnen zu verbringen. Friday Joy, eine 14-jährige Nigerianerin, wurde von einer Freundin ihrer Mutter aus der Erstaufnahmestelle abgeholt und zur Prostitution gezwungen. Sie fand vor kurzem den Mut, von ihren Zuhältern zu flüchten. Farid und Friday Joy sind zwei der vermissten Kinder, die im Film zu Wort kommen. Viele anderen, wie Milad, Hamada, Ali und Mohammed leben in Großstädten, an Häfen, in Flüchtlingslagern oder geheimen Verstecken in der Illegalität.