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Barfuß ohne Sattel – Die kleinen Reiter von Sumbawa

Sumbawa ist eine Insel direkt neben den touristischen Zentren Bali und Lombok. Dort gibt es eine Jahrhunderte alten Tradition: die der Pferderennen. Das Besondere dabei ist, dass die Jockeys Kinder sind, die kleinsten gerade einmal fünf Jahre alt. Und sie reiten ohne Sattel und barfuß. Sumbawa ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens und für manche Familien scheint es die einzige Option zu sein, ihre Kinder als Jockey arbeiten zu lassen, denn sie verdienen gut. Aber die Rennen sind gefährlich.

Mutterland

West-Sumatra, Indonesien, ist die Heimat der Minangkabau. Mit mehreren Millionen Menschen bilden sie die größte matriarchale Gesellschaft der Welt. Sie leben nach dem Adat, dem mütterlichen Naturrecht, in friedlichem Zusammenleben mit dem Islam. Haus, Hof und Land liegen bei ihnen in den Händen von Frauen. Der Film erzählt vom Alltag aus der Perspektive der 33-jährigen Yelfia Susanti, die es versteht, mit ihrem großen Klan für Ausgleich und ein gutes Leben für alle zu sorgen.

Indonesien, was geht uns das an?

Seife, Tiefkühlpizza, Schokolade, Biodiesel: In über der Hälfte aller Produkte, die wir täglich verwenden, steckt Palmöl, das begehrteste Pflanzenfett der Welt, das aus unseren Konsumprodukten nicht mehr wegzudenken ist. Fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird auf riesigen Plantagen in Indonesien produziert. Die ökologischen Auswirkungen unseres Konsums sind verheerend. Für den Anbau von Palmöl werden jährlich große Flächen Regenwald gerodet und lokale Bauern um ihre Existenz gebracht. Für diese Reportage recherchierte die Autorin im Sommer 2016 drei Wochen auf Sumatra, in den Hauptanbaugebieten, aber auch in den Gegenden, die zuletzt am stärksten von Brandrodungen betroffen waren, und begleitete die Menschen in ihrem Alltag.

Ein Leben für Pferde – die Kinderjockeys von Indonesien

Syahrul, neun Jahre alt, riskiert viel auf dem Rücken seines Pferdes, das er ohne Sattel reitet Er und sein Zwillingsbruder Syahril reiten schon ihr halbes Leben lang Wettrennen, um Geld für die Familie zu verdienen. Die Brüder leben auf Sumba, einer Insel im Osten Indonesiens. Fast jede Familie besitzt ein Pferd, die jüngsten Jockeys sind gerade einmal vier. Denn je kleiner und leichter die Jockeys, umso schneller die Pferde. Für viele Kinder endet der Ritt im Staub, oder im Krankenhaus. So wie bei Syahril, dessen Oberkörper seit seinem Reitunfall halbseitig gelähmt ist. Sumba ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens. Ein erfolgreicher Kinderjockey wie Syahrul kann 500 Euro in der Woche verdienen. Eigentlich ist Wetten in Indonesien gar nicht erlaubt, und dass Kinder die Rennpferde reiten, ist ebenfalls verboten. Das kümmert hier niemanden. Ein guter Jockey reitet manchmal fünf Rennen am Tag. Zehn Tage am Stück, zwei Monate im Jahr. So lange dauert die Saison. Und so lange geht es auch nicht in die Schule. Manche Kinder können nicht richtig schreiben, rechnen oder lesen. Aber sie sind meisterhafte Reiter.