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Depot Asmara

Eritrea, ein kleines Land am Horn von Afrika, ist in Europa weitgehend unbekannt. Die ehemalige italienische Kolonie hat einen dreißig Jahre dauernden Befreiungskrieg hinter sich, der Spuren hinterlassen hat – bei den Menschen und in der Landschaft. 1993 konnte Eritrea endlich die Unabhängigkeit von Äthiopien erringen. Ein bejubelter Neuanfang. Die wichtigste Errungenschaft der Kolonialzeit existiert jedoch wieder: die Dampfeisenbahn, die schon vor hundert Jahren die Hauptstadt Asmara im Hochland mit der Hafenstadt Massawa am Roten Meer verband.

Heute ist es still im Eisenbahndepot von Asmara. Der Wind fegt durch die Ritzen des maroden Depots und lässt alte Spinnweben an der immer gleichen Stelle hin und her wehen. Ab und zu läuft ein Bahnarbeiter über die Schienen. Es herrscht Stillstand im Depot von Asmara. In dieser Lethargie lernen wir den Mikrokosmos von Hinza, dem jungen Lokführer, und Feshatsion, dem alten Chefmechaniker der einst blühenden Eisenbahn von Eritrea kennen. Nach und nach verdichtet sich ein poetisches Bild des Widerspruchs im heutigen Eritrea – ein Bild der Leidenschaft für die alte Dampfeisenbahn und des sturen Aufrechterhaltens der alten Technik, als Zeichen des stolzen Eritreas, aber auch das Bild einer tiefen Freundschaft.

Samuel und die Aufbausteuer

Sie können fliehen, aber ihrer Regierung können sie nicht entkommen. Flüchtlinge aus Eritrea wie Samuel (27) müssen eine Einkommensteuer von zwei Prozent an den eritreischen Staat abführen. Wer die Zahlung der sogenannten Aufbausteuer verweigert, kann keine Dienste der eritreischen Behörden in Anspruch nehmen. Uni-Absolvent Samuel kommt so nicht an sein Bachelor-Zeugnis, doch er lehnt die Zahlung weiter ab. „Ich will die Diktatur nicht unterstützen“, sagt er. Das eritreische Konsulat in Frankfurt kann die Einstellung von Menschen wie Samuel nicht begreifen. Für das Konsulat ist die Steuer eine „symbolische Bürde“ der Emigranten an das eritreische Volk; die Menschenrechtsorganisation Amnesty International dagegen sieht darin nicht weniger als ein weiteres Instrumentarium zur Unterdrückung.

#My Escape

Der Dokumentarfilm beschreibt die Flucht von Syrien, Afghanistan und Eritrea nach Deutschland mithilfe der (Handy-)Videos von Flüchtlingen. Hunderttausende von Menschen sind 2015 nach Deutschland geflohen. Diese Zahlen sind ebenso einmalig wie die Tatsache, dass viele dieser Fluchtwege erstmalig dokumentiert wurden: Nicht von Filmemachern oder Nachrichtenteams, sondern von den Flüchtlingen selbst. Für viele Flüchtlinge ist das Mobiltelefon ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht. Gleichzeitig transportieren sie damit Erinnerungen an das Zurückgelassene und einige dokumentieren damit auch die Fluchtstationen. In den sozialen Netzwerken kursieren zahllose Clips, die nicht über sondern von der Flucht nach Deutschland erzählen, nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe. Der Film hat solche Fluchtgeschichten gesammelt: Die (Handy-)Videos der Flüchtlinge erzählen von ihrer Heimat, von ihrem Abschied, den verschiedenen Stationen der Flucht, der Ankunft und ersten Eindrücken in Deutschland. Flüchtlinge kommentieren ihr Filmmaterial in ausführlichen Interviews. So entsteht ein eindrückliches Bild aus nächster Nähe, von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und sich auf den Weg machen – auf der Suche nach Sicherheit.

In our Country

Teklebrhan hat die Flucht aus seiner Heimat überlebt. In Deutschland fällt es dem 19-Jährigen jedoch aufgrund der Erinnerungen an seine Flucht durch die Wüste Libyens schwer, ein neues Leben zu beginnen. Die Familie steckt seit Tekles Flucht in einer finanziellen Notlage. Um den Eltern zu helfen wünscht er sich, der nächste Boateng zu werden und als Fußballer viel Geld zu verdienen. Er tritt einem dörflichen Fußballverein in Bayern bei. Dort freundet er sich mit dem 17-jährigen Anton an, der Tekles Ehrgeiz als Fußballer nicht nachvollziehen kann. Tekle wiederum will nicht wahrhaben, dass sein Talent als Fußballer für eine große Karriere nicht ausreicht. Die restlichen Teammitglieder, darunter Antons Clique, lehnen Tekle und die anderen Flüchtlinge ab. Die Freundschaft zwischen Tekle und Anton scheint die Gruppe schließlich miteinander zu versöhnen, bis einer der deutschen Jungs seinen Platz in der Mannschaft an Tekle verliert …