Neuigkeiten

Becoming Black

Die togolesisch-deutsche Filmemacherin Ines Johnson-Spain dokumentiert ihre autobiographische Identitätssuche als dunkelhäutiges Kind eines deutschen Paares, das in den 1960er Jahren in der DDR aufgewachsen ist. Ihr äußerliches „Anderssein“ im Vergleich zu ihrem älteren Bruder und anderen Kindern tun ihre Eltern Armin und Sigrid als Zufall ab, bis Ines als 12-Jährige heimlich Unterlagen findet, die belegen, dass ihr leiblicher Vater ein ehemaliger Student aus dem Togo ist. Bei der Suche nach ihren togolesischen Wurzeln erzählt sie nicht nur ihre eigene deutsch-afrikanische Familiengeschichte, sondern auch die von afrikanischen Studenten in der DDR und ihrer Bedeutung für das sozialistische Regime.

My Grandma

Die kleine Enkelin erzählt von ihrer geliebten Oma und davon, wo die im Laufe ihres Lebens schon überall gewesen ist. Die Großmutter, das belegen die Super-8-Urlaubsaufnahmen, hat viel von der Welt gesehen. Doch ist das ein Grund, stolz zu sein? „My Grandma“ gibt darauf eine klare Antwort.

Armes Huhn – Armer Mensch

230 Eier isst jeder Deutsche im Jahr. Und obwohl Gesundheit und Tierschutz den meisten Verbrauchern wichtig sind, greifen sie nicht etwa zum Bio-Ei, sondern zu günstigeren Alternativen. Die stammen zum Großteil aus Bodenhaltung. Und auch Käfigeier werden noch massenweise produziert und gegessen – in ganz Europa. Was bedeutet das für die Hühner? Wer verdient am Massenprodukt Tier? „Armes Huhn – armerMensch“ zeichnet ein vielschichtiges Bild vom „System Huhn“. Unsere Eier- und Hühnerfleischproduktion hat Auswirkungen bis nach Afrika und verursacht dort Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflucht.

#Female Pleasure

„#Female Pleasure“ ist ein Plädoyer für die Befreiung der weiblichen Sexualität im 21. Jahrhundert. Jahrtausendealte, patriarchale Strukturen werden ebenso in Frage gestellt wie die alltäglich gewordene Pornokultur. Der Film begleitet fünf ausserordentliche Frauen aus den fünf Weltreligionen rund um den Globus: Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav und ihr Engagement für Aufklärung und Befreiung in einer hypersexualisierten, säkularen Welt. Er offenbart universelle Zusammenhänge und zeigt ihren erfolgreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und ein gleichberechtigtes, lustvolles Miteinander der Geschlechter. Bewegend, intim und zu jedem Zeitpunkt positiv vorwärtsgewandt schildert „#Female Pleasure“ die Lebenswelten von Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav und ihrem Engagement für Aufklärung und Befreiung in einer hypersexualisierten, säkularen Welt.

One Year in Germany

Vier junge Menschen aus Tansania und Kamerun absolvieren einen weltwärts-Freiwilligendienst in Deutschland. Es ist ihr erster Aufenthalt in Europa. Der Film begleitet die vier Freiwilligen durch ihr Jahr und erzählt von unterschiedlichen Erwartungen, Begeisterungen und Herausforderungen. Persönlich und vielfältig schildern die Gäste ihre Erfahrungen und Sichtweisen auf Deutschland. Ein nachdenklicher und spannender Blick auf das Austauschprogramm.

Zocken mit Zöllen

Strafzölle gegen China und Deutschland. Fast täglich stellt US-Präsident Trump vermeintlich gültige Regeln des Freihandels auf den Kopf. . ZDFzoom fragt: Was macht Trumps Handelskrieg mit uns?
‚America first‘ – das klingt für Unternehmer Sönke Winterhager aus dem sächsischen Freital absurd. Seine Stahlgruppe Boschgotthardshütte produziert jährlich rund 200.000 Tonnen Edelstahl. Jede zehnte Tonne geht in die USA. Doch seit dem Frühjahr 2018 wird das mit 25% Einfuhrzoll bestraft. Da die USA auf den hochwertigen „Sachsen-Stahl“ nicht verzichten können, bezahlen die meisten Kunden diesen Zoll. ZDFzoom-Autor Kersten Schüßler reist dorthin, wo der sächsische Stahl gebraucht wird – in den „Rost-Gürtel“ der USA, Trumps Stammland. Hier hat Monteur Scott F. Chittohk fest daran geglaubt, dass Trumps Zölle etwas an den manchmal so brutalen Gesetzen des Freihandels ändern können, doch gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren.
Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum sieht in Trumps Politik eine radikale Abkehr von den Prinzipien des Freihandels. Der aber sei nie ganz von Einschränkungen frei gewesen. Wie die USA handelten auch Europa und damit Deutschland häufig nach den eigenen Interessen. So durfte sich zum Beispiel Ghana lange vor Billig-Importen aus dem mächtigen Europa schützen. Dann aber forderten die EU und damit Deutschland, Ghana müsse seine Zölle fallen lassen, wenn es weiterhin Kakao in die EU exportieren wolle. Der ghanaische Handelsexperte Kwabena Otoo sieht darin in Anlehnung an US-Präsident Trump eine Europa-First!-Politik mit eindeutigen Interessen.

Bayer – die Fusion und die Folgen

Ein Jahr nach der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto ist das eingetreten, was viele Skeptiker schon bei Abschluss des Geschäfts befürchtet hatten: das Negativimage von Monsanto hat massiv auf Bayer abgefärbt und die Leverkusener haben auch die juristischen Altlasten mit übernommen. Der Kurs der Bayer Aktie hat sich im letzten Jahr halbiert und auch im Unternehmen selbst machen sich die Folgen bemerkbar: rund 12.000 Arbeitsplätze sollen in den nächsten Jahren weltweit gestrichen werden, ein erheblicher Teil davon in Deutschland.
Der Film geht auf die Folgen der Fusion ein und zeigt neue Spuren möglicher von Glyphosat ausgehender Gesundheitsgefahren. Wie hat Monsanto in der Vergangenheit versucht, Politiker, Wissenschaftler und die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Haben die Amerikaner tatsächlich intern bekannte Gefahren öffentlich bestritten und herunter gespielt? Und distanziert sich Bayer wirklich von solchen Praktiken?

Bitterer Kaffee

2001 wurden im Distrikt Mubende in Uganda 4.000 Menschen durch die Armee von ihrem Land vertrieben, um eine neue Plantage der Neumann Kaffee Gruppe aus Hamburg, weltweit führender Rohkaffee-Händler, anzulegen. Ugandischen Soldaten vertrieben die Menschen, die dort lebten  und ihren gesamten Besitz verloren. Jahrelang lebten sie in notdürftigen Behausungen nahe der Plantage. 2002 begannen sie, sich juristisch gegen die Vertreibung und den Raub ihres Landes zu wehren. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen verklagten sie den ugandischen Staat und den Neumann-Konzern. Doch der Prozess wurde über Jahre verschleppt. Erst im März 2013 fällte der High Court ein erstes Urteil zu ihren Gunsten. Der Neumann-Konzern lehnt jedoch bis heute jegliche Mitverantwortung für die Vertreibung ab und ist daher auch nicht bereit, sich an einer Entschädigung zu beteiligen.
Auch der Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen in Genf beschäftigte sich 2015 mit dem Fall und forderte die ugandische Regierung ergebnislos auf, die Rechte der Vertriebenen wiederherzustellen. Als ein Richter im Juli 2019 eine außergerichtliche Schlichtung anordnete, schien die Chance auf eine Lösung des Konflikts gekommen. Aber auch diese Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Inzwischen scheint das zermürbende Ringen um eine Entschädigung Wirkung zu zeigen: die Regierung legt ein Entschädigungsangebot auf den Tisch, aber Anfang 2020 sind die Vertriebenen uneins, wie sie darauf reagieren sollen. Die meisten Familien wollen es annehmen, andere jedoch weiter klagen. Sie bewerten das Angebot nach wie vor als zu gering für das erlittene Unrecht. Werden die Menschen auch fast zwei Jahrzehnte nach der Vertreibung weiter um ihr Recht kämpfen und auf eine Entschädigung warten müssen?

In Search…

Als junges Mädchen, das in einem Dorf in Kenia aufwuchs, dachte Beryl, dass alle Frauen in der Welt „beschnitten“ werden und „Female Genital Mutilation/Cutting” (FGM/C) über sich ergehen lassen müssen. Deshalb ertrug auch sie dieses Initiationsritual – über die Folgen wusste sie nichts.
Viele Jahre später erfährt sie, dass es eine neue Operationsmethode gibt, die verspricht, das zurückzugeben, was damals verloren ging. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm „In Search…“ erforscht sie das emotionale Dilemma, indem sie mit anderen Frauen spricht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Beryl versucht herauszufinden, ob sie sich dieser Operation unterziehen soll, die ihr wie eine zweite Reise ins Unbekannte erscheint. „Werde ich nochmals einen furchtbaren Fehler machen?“ und: „Bin ich bereit, mich mit meinem Trauma auseinanderzusetzen?“ Das sind die Fragen, die sich die junge Frau auf iSuche stellt und die sie in ihr Innerstes führen.

Bleibt wo ihr seid

Fluchtursachen bekämpfen: kaum eine Devise ist zurzeit so oft in der politischen Debatte zu hören wie diese. Mouhamed Mbaye hat da einen ganz eigenen Weg gefunden. Der Senegalese, der seit ein paar Jahren in Berlin lebt, importiert nachhaltigen Fisch aus seinem Heimatland- und schafft damit Arbeitsplätze. „Wer seinen Lebensunterhalt verdienen kann, muss sein Land nicht verlassen“ sagt der Fischhändler aus Westafrika.
‚Bleibt wo ihr seid‘, das ist Mouhameds Aufruf an die Jugend im Senegal, aber das funktioniert nur, wenn es dort Perspektiven für junge Menschen gibt. Dazu will er einen Beitrag leisten.