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Chinese Dream

In der siebenteiligen Webserie steht die afrikanische Gemeinschaft im chinesischen Guangzhou im Mittelpunkt. Zum ersten Mal in der Geschichte wird China zu einem Immigrationsziel. Obwohl die Volksrepublik China durch Minderheiten keine homogene Gesellschaft darstellt, ist ein Einwanderungsprozess aus dem Ausland überraschend und neu. Aktuell wohnen bereits mehr als 300.000 AfrikanerInnen dauerhaft in China.

Die ProtagonistInnen der Webserie „Chinese Dream“ sind Chinesen, die im täglichen Kontakt mit der in China lebenden afrikanischen Gemeinde stehen. Sie kommen aus verschiedenen sozialen Schichten und Berufen und stellen einen Querschnitt durch die chinesische Gesellschaft dar.
Wie lernt China, als nicht Integrationsland, mit AusländerInnen umzugehen? Was sind die Tendenzen und die Perspektiven für die Zukunft?

1979: Urknall der Gegenwart

Das Jahr 1979 steht für eine Zeitenwende in Politik, Wirtschaft und Religion, die unser Leben bis heute prägt. Es ist der Beginn einer neuen Epoche: der Gegenwart. Die Regisseure Dirk van den Berg und Pascal Verroust blicken in ihrem Film zurück auf eines der ereignisreichsten Jahre des 20. Jahrhunderts und auf dessen wichtigste Protagonisten: Margaret Thatcher wird Premierministerin in Großbritannien, der chinesische Parteiführer Deng Xiaoping reist in die USA, Papst Johannes Paul II. besucht seine polnische Heimat und Ajatollah Chomeini kehrt aus dem französischen Exil zurück in den Iran.

Yu Gong

In China erzählt man sich die Parabel vom närrischen Alten Yu Gong, dessen Weg von seinem Haus nach Süden durch zwei riesige Berge versperrt wurde. Er begann – wider alle Spöttereien – die Berge abzutragen, auf dass seine Kinder und Enkelkinder eines Tages sein Werk vollenden würden. Beeindruckt von dieser Zielstrebigkeit schickte der Himmelskaiser göttlichen Beistand und ließ die Berge forttragen. „Yu Gong versetzt Berge“ wurde zum geflügelten Wort und fand sogar Eingang in die Mao-Bibel. Unterschiedliche Variationen der Yu-Gong-Geschichte bilden die Leitschnur für diesen Reisefilm zu den Schauplätzen eines ähnlich gigantischen Vorhabens der Gegenwart. Auch der chinesische Staat und die chinesische Wirtschaft wollen den Weg nach Süden frei räumen, genauer in den globalen Süden, auf den afrikanischen Kontinent. Und diese Aufgabe ist nicht weniger ambitioniert als die des närrischen Alten. So sehen wir in Echtzeit, wie die ökonomische, politische und kulturelle Zukunft der Globalisierung ganz real Gestalt annimmt. Die prägenden Kräfte hinter diesen Prozessen sind heute nicht mehr Europa oder die USA. China und die afrikanischen Staaten geben längst den Takt vor. Daniel Kötter reiste für seinen Film zwischen 2014 und 2017 nach Äthiopien, Algerien, den Kongo, Mosambik, Nigeria, Sambia, Südafrika und Tansania, sowie nach China und Hongkong. Er dokumentiert wie beiläufig die vielschichtigen Verflechtungen zwischen China und Afrika und findet mannigfaltige Spuren einer immer umfassenderen Annäherung, dem Entstehen eines „Chinafrikas“. Nicht nur riesige Bauprojekte und die Ausdehnung chinesischer Infrastruktur- und Logistiknetze zeugen von einer neuen Weltordnung, auch im alltäglichen Miteinander durchdringen sich afrikanische und chinesische Traditionen.

Chinafrika.mobile

Der Film folgt dem Lebenszyklus eines Smartphones: Vom Schürfen der benötigten Rohstoffe in den Minen Kolwezis in der DR Kongo, über die Herstellung in chinesischen Fabriken im Perlfluss-Delta bis zum Gebrauch und Recycling in Lagos, Nigeria. Die Kamera der mobilen Geräte schickt seine Bilder auf die globale Reise und auf die Displays der Nutzer. Gefilmt wurde von Minenarbeitern, Fabrikarbeitern, Händlern und Müllsammlern an den Originalschauplätzen im Kongo, in China und Nigeria. Vier kurze Filme zeigen die Arbeit an dem Gerät, das unserer aller Alltag bestimmt.
China und Afrika sind die treibenden Kräfte der ökonomischen, politischen und kulturellen Zukunft der Globalisierung und das Smartphone ist das entscheidende Verbindungsglied. Seit 2013 befassen sich Jochen Becker und Daniel Kötter mit den kulturellen Auswirkungen der ökonomischen und politischen Verbindungen zwischen China und Afrika.

Auf der Brücke von Tod und Leben

In der Acht-Millionen-Stadt Nanjing ist der Chinese Chen Si seit 13 Jahren an jedem freien Wochenende mit seinem Motorrad auf der riesigen Brücke über den Jangtsekiang unterwegs. Auf eigene Initiative rettet er Menschen vor dem sicheren Sprung in den Tod. Suizid ist strafbar in China und steht dennoch in der Statistik global gesehen weit oben. Der Film begleitet Chen Si und drei Menschen, die er gerettet hat. Wie Chen Si selber, der mittlerweile ein Medienstar ist, haben sie alle versucht, in Nanjing ein besseres Auskommen zu finden: ein Wanderarbeiter, eine Witwe und Mutter zweier Söhne, sowie ein Glückssucher und Träumer, der einen illegalen Spielsalon betreibt. Sie wurden von der boomenden Wirtschaft Chinas und ihren geplatzten Träumen von Reichtum und Glück an den Rand gedrängt. Der Film eröffnet Einblicke in die Schattenseiten der aktuellen chinesischen Gesellschaft.