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Verkaufte Götter

Alte Kunst aus Afrika fasziniert unser Auge und bewegt unsere Phantasien. Sie dient seit dem frühen zwanzigsten Jahrhundert als Vorbild und Anregung für europäische Künstlerinnen. Sie wurde zu einem weltweiten Sammelgut – aber auch zum Spekulationsobjekt. Museen außerhalb Afrikas beherbergen umfangreiche Sammlungen mit Objekten aus unserem Nachbarkontinent. Aber in Afrika selbst befinden sich nur noch wenige alte Kulturgüter. Die Preise auf den Kunstmärkten boomten lange Zeit in ungeahnte Höhen. Jetzt kommt dieser Markt zum Erliegen, wodurch auch in Afrika zahllose Arbeitsplätze bedroht sind. MuseumsleiterInnen müssen sich für ihre Schätze aus Afrika rechtfertigen. Entfacht ist eine hitzige Debatte um Rückführung von Objekten. Der Film nimmt die Spurensuche auf bei Händlern in Westafrika und Sammlern in Europa, auf Auktionen und in Museen in Basel und Bamako, Brüssel und Paris, München und Berlin.

Abgefackelt

Ein kleines Fischerdorf im Nigerdelta gewinnt gegen den Erdölkonzern Shell. Shell muss dem Dorf umgerechnet 80 Millionen Euro Schadenersatz für Umweltschäden, die die Erdölförderung verursacht hat, zahlen. Das Urteil, gefällt im Januar 2015 in London, ist ein Erfolg für die nigerianischen Bauern gegen den Ölmulti. Jetzt drohen weitere Verurteilungen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die Ölförderung in Ländern wie Nigeria hat nicht nur katastrophale Folgen für die Menschen vor Ort, sondern auch für das Weltklima. Ein Skandal, der von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt. Mit der Erdölproduktion werden gleichzeitig riesige Mengen Erdgas an die Oberfläche befördert. Aber anstatt das Begleitgas zu nutzen, verbrennen Ölförderkonzerne den wertvollen Rohstoff. Durch das Abfackeln von Begleitgas verpufft jährlich ein Drittel des gesamten europäischen Erdgasbedarfes. Dabei entstehen 400 Millionen Tonnen Treibhausgase – das entspricht dem CO2-Ausstoss aller Autos in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Deshalb ist das Abfackeln in Europa verboten. Doch außerhalb Europas halten sich die Ölmultis nicht an das Verbot. In Nigeria leiden die Menschen besonders stark unter den gesundheitlichen Folgen des Gasabfackelns. Die Ernten sind durch Schwermetalle und sauren Regen verseucht. Erst wenn die europäischen Konzerne für ihre Umweltvergehen nach europäischem Recht in ihren Heimatländern zur Rechenschaft gezogen werden, könnte das Abfackeln ein Ende haben.