Neuigkeiten

Die Bambusflößer von Bangladesch (2 Teile)

Der Film folgt dem vielfältigen Umgang mit Bambus in Bangladesch, über das Abschlage, das Flößen in die nächsten Städte, den Handel und dem Gebrauch als Baustoff der Armen. Mit Aufnahmen von Bangladeschs Bambuswäldern führt uns der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Shaheen Dill-Riaz in die raue Welt der Männer ein, die den Bambus aus dem Wald holen und für Großhändler über eine 300 Kilometer lange Flussstrecke Richtung Dhaka, der Landeshauptstadt, flößen. Mit Witz und Schmerz erzählen die Männer auf ihrer Floßreise, warum sie so an einer Arbeit hängen, die hart, schlecht bezahlt und gefährlich ist. (Langfassung: Bamboo Stories)

Der marktgerechte Mensch

In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesentliches Prinzip: „Race to the bottom“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde. Der Film zeigt die neuen Arbeitsmodelle dieses Kapitalismus vom Essenslieferanten bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter in Deutschland. Über die Arbeitsbedingungen der Fahrer von osteuropäischen Subunternehmern in der LKW-Transportbranche bis zu Nobelketten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Diese lassen ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiterinnen fertigen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen, für einen Lohn der fünffach unter dem Existenzminimum liegt. Und dennoch zieht die Karawane weiter dorthin, wo die Bedingungen für Investoren noch günstiger sind. Zum Beispiel Äthiopien: Dort verdienen die ArbeiterInnen 27 Dollar im Monat, das ist die Hälfte des Lohnniveaus von Bangladesch. Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos.

Bamboo Stories

Der Film begleitet die vierwöchige Flussreise über 300 Kilometer mit 24.000 Bambusstämmen in die Hauptstadt von Bangladeschs und porträtiert Arbeit und Leben der fünf Flößer sowie weiterer Männer, deren Existenz vom Bambushandel abhängt. Vom Floß aus werden die Veränderungen in Richtung der Städte sichtbar. Der Antagonismus zwischen der schlechtbezahlten Arbeit der Bambusfäller und der Industrialisierung wird deutlich. Zwischen Tradition und Moderne erhalten sie ihren Platz in einer sich rasant verändernden Welt.

Flucht vor dem Klimawandel (planet e.)

Bei den aktuellen Diskussionen um die Flüchtlinge, bleibt die Flucht vor dem Klimawandel meist noch unbeachtet. Bernd Reufels hat im Senegal und in Bangladesch nachgeforscht, wie dort das veränderte Klima Lebensgrundlagen zerstört und Menschen zur Flucht treibt. In den kommenden Jahrzehnten rechnet die UN mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen. Derzeit, so schätzen Hilfsorganisationen, sind mindestens 25 Millionen Menschen wegen Naturkatastrophen, Wüstenbildung und Verkarstung aus ihrer Heimat geflohen. Koko Warner von der UN-Universität Bonn trifft in Bangladesch Familien, die aus Überschwemmungsgebieten in die Slums der Hauptstadt gezogen sind. Sie haben es beson-ders schwer, da veränderte Umweltbedingungen nicht als Asylgrund akzeptiert werden. Überschwem-mungen bedrohen auch die Westküste Afrikas. Im Senegal verschwinden Dörfer und Felder im Meer. Offiziell gilt der Senegal als „sicheres Herkunftsland“. Doch sind die Küstengewässer leergefischt, da die senegalesische Regierung die Fischereirechte an europäische und japanische Firmen verkauft hat, die mit großen Trawlern auf Fangzug gehen. Riesige Ländereien werden von Regierungsseite an internationale Konzerne verpachtet, die dort für die Märk-te der Industrienationen Öl produzieren und dabei der Umgebung das Wasser entziehen. Kleinbauern sitzen dadurch auf ausgetrockneten Äckern und kämpfen um die letzten Brunnen. Oder sie verlassen den Senegal: 2014 flohen rund 1.000 Senegalesen nach Deutschland – 2015 werden es deutlich mehr sein.

Todschick – Die Schattenseite der Mode

Jede Woche landet neue Ware in den Geschäften der großen Modeketten. Seit vielen Jahren versprechen Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden jedoch nicht einmal die Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob Feueropfer in Produktionsstätten oder bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über .200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan reist zur Beweisaufnahme im Fall des französischen Konzerns AUCHAN nach Bangladesch, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch deren Markenzeichen gefunden. Parallel dazu verabschiedet Frankreich ein neues Gesetz, nach dem international operierende Konzerne für die Einhaltung der Grundrechte entlang der gesamten Lieferkette haften. Dagegen setzt Deutschland weiter auf Selbstverpflichtungen der Unternehmen, Siegel und Zertifikate. Auf Druck des Internationalen Gewerkschaftsverbands haben 200 große Mode-Firmen ein Abkommen zur Gebäudesicherheit in Bangladesch unterzeichnetet. Damit verpflichten sie sich, ihre Zulieferfabriken auf Sicherheitsstandards überprüfen zu lassen. Das Ergebnis, das die unabhängigen Prüfer ermittelten, ist erschreckend: In allen Fabriken gibt es erhebliche Sicherheitsmängel. 28 Fabriken mussten sofort geschlossen werden. Der Film führt in marode Fabriken in denen H&M und KIK produzieren lassen, ArbeiterInnen und Fabrikbesitzern erläutern, was Modekonzerne unternehmen, um die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen zu beenden.