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Armes Huhn – Armer Mensch

230 Eier isst jeder Deutsche im Jahr. Und obwohl Gesundheit und Tierschutz den meisten Verbrauchern wichtig sind, greifen sie nicht etwa zum Bio-Ei, sondern zu günstigeren Alternativen. Die stammen zum Großteil aus Bodenhaltung. Und auch Käfigeier werden noch massenweise produziert und gegessen – in ganz Europa. Was bedeutet das für die Hühner? Wer verdient am Massenprodukt Tier? „Armes Huhn – armerMensch“ zeichnet ein vielschichtiges Bild vom „System Huhn“. Unsere Eier- und Hühnerfleischproduktion hat Auswirkungen bis nach Afrika und verursacht dort Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflucht.

Türsteher Europas – Wie Afrika die Flüchtlinge stoppen soll

Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an die Bedingung geknüpft, dass nur Unterstützer der europäischen Migrationskontrolle Geld erhalten. Profiteure dieser Politik sind Rüstungs- und Sicherheitsfirmen. In zwölf Ländern erkundet der Film, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.
Als 2004 Flüchtlinge in Booten von Westafrika zu den Kanarischen Inseln fuhren, griff Spanien durch. Es zahlte Ländern wie Senegal viele Millionen Euro, um die Flüchtlinge zu stoppen. Seitdem riegelt die spanische Küstenwache die senegalesischen Strände ab, Tausende Kilometer von Europa entfernt. Dieses Prinzip kopiert die EU heute im großen Stil mit fast zwei Dutzend Ländern in Afrika. Der Deal lautet Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Wer beim Kampf gegen irreguläre Migration als Türsteher der EU agiert, bekommt Geld. Europäische Polizisten und Soldaten werden in immer mehr Länder Afrikas geschickt, um den Grenzschutz zu verbessern. Auch Diktaturen wie Sudan und Eritrea werden so zu „Partnern“ Europas, um Fluchtrouten zu unterbrechen. Für europäische Sicherheits- und Rüstungskonzerne ist das Geschäft mit der Grenztechnologie ein neuer Absatzmarkt. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern investieren afrikanische Regierungen in Hochtechnologie „Made in Europe“, die sie sich ohne EU-Hilfe nicht leisten können. Kritik äußert die Afrikanische Union. Sie sieht ihre Pläne von einem Kontinent der Freizügigkeit ähnlich dem Schengen-Modell als unvereinbar mit den EU-Vorstellungen. Der Film untesucht unter anderem in Uganda, Niger und dem Sudan, wie die EU ihre Migrationspolitik in Afrika durchsetzt, wer davon profitiert und welchen Preis die Migranten dafür zahlen müssen.

Chinese Dream

In der siebenteiligen Webserie steht die afrikanische Gemeinschaft im chinesischen Guangzhou im Mittelpunkt. Zum ersten Mal in der Geschichte wird China zu einem Immigrationsziel. Obwohl die Volksrepublik China durch Minderheiten keine homogene Gesellschaft darstellt, ist ein Einwanderungsprozess aus dem Ausland überraschend und neu. Aktuell wohnen bereits mehr als 300.000 AfrikanerInnen dauerhaft in China.

Die ProtagonistInnen der Webserie „Chinese Dream“ sind Chinesen, die im täglichen Kontakt mit der in China lebenden afrikanischen Gemeinde stehen. Sie kommen aus verschiedenen sozialen Schichten und Berufen und stellen einen Querschnitt durch die chinesische Gesellschaft dar.
Wie lernt China, als nicht Integrationsland, mit AusländerInnen umzugehen? Was sind die Tendenzen und die Perspektiven für die Zukunft?

Grenzen dicht

Europas Regierungen atmen auf: die Zahl der Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten sinkt. Aber zu welchem Preis? Die MONITOR-Redakteurin und ehemalige NairobiKorrespondentin der ARD, Shafagh Laghai, begibt sich auf Spurensuche – entlang des neuen Grenzwalls, den Europa quer durch Afrika aufgebaut hat. Ihre Reise beginnt in Mali, wo die Bundeswehr nicht nur Terrorismus bekämpft, sondern auch dazu beitragen soll, Migration zu verhindern. Denn Mali gilt als eines der wichtigsten Transitländer für Menschen aus Westafrika. Das Ziel der europäischen Regierungen: Flüchtlinge sollen aufgehalten werden auf ihrem Weg nach Europa. Das gleiche Ziel verfolgt die Bundesregierung gemeinsam mit ihren europäischen Partnern auch in Niger. Mithilfe milliardenschwerer Investitionen soll hier der Sicherheitsapparat ausgebaut werden, um die Grenze undurchdringlich zu machen. Shafagh Laghai zeigt gemeinsam mit ihrem Team, was das für die Menschen bedeutet, die in den Ländern leben oder immer noch auf der Flucht sind.

Der Irrsinn mit der Milch – global, billig, ruinös

Deutsche Agrarpolitiker haben die Milchbauern immer wieder ermuntert, weltweit neue Märkte zu erschließen. Auch gegen den Preisverfall schien es ein probates Heilmittel zu geben, indem die EU im Rahmen der so genannten Marktintervention in großen Mengen Milchpulver aufkauft und einlagert. Die Interventionsmenge wurde im Jahr 2016 auf 350.000 Tonnen erhöht, Milch, für die es in Europa keine Abnehmer gibt, aber in Afrika. Die Nachfrage nach Milchprodukten ist dort in den vergangenen zehn Jahren rapide gestiegen. In Kamerun hat die Milchschwemme aus Europa vielversprechende Ansätze eigener Milchwirtschaft im Keim erstickt. Molkereien, zum Teil aus europäischen Entwicklungshilfegeldern finanziert, stehen leer, weil die Bauern mit der Milch aus Europa nicht konkurrieren können. Die Lebensbedingungen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sollen jedoch verbessert werden, damit die Menschen nicht als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen. Auf der Euro-Tier-Messe in Hannover erfährt man, dass Kälber in der modernen Landwirtschaft keine Milch mehr bekommen, sondern Ersatzstoffe aus dem umstrittenen Palmöl, denn für sie ist selbst die Billigmilch noch zu teuer. Für Landwirt Erwin Reinalter aus dem Allgäu gab es keinen Ausweg. 50 Cent für den Liter Milch hätten gereicht, um seinen Hof zu retten. Doch das hätte auch für den Verbraucher einen höheren Preis bedeutet.