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Der marktgerechte Mensch

In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesentliches Prinzip: „Race to the bottom“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde. Der Film zeigt die neuen Arbeitsmodelle dieses Kapitalismus vom Essenslieferanten bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter in Deutschland. Über die Arbeitsbedingungen der Fahrer von osteuropäischen Subunternehmern in der LKW-Transportbranche bis zu Nobelketten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Diese lassen ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiterinnen fertigen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen, für einen Lohn der fünffach unter dem Existenzminimum liegt. Und dennoch zieht die Karawane weiter dorthin, wo die Bedingungen für Investoren noch günstiger sind. Zum Beispiel Äthiopien: Dort verdienen die ArbeiterInnen 27 Dollar im Monat, das ist die Hälfte des Lohnniveaus von Bangladesch. Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos.

Global Family

Die Familie Shaash lebt auf der ganzen Welt verteilt. Der Bürgerkrieg in Somalia hat sie dazu gezwungen. Plötzlich muss die Älteste, Imra (88), ihr Exil in Äthiopien verlassen. Die Familie muss schnell eine Lösung finden. Doch wo soll sie hingehen?
Und wohin darf sie gehen? Nach Deutschland, Italien oder Kanada? Dorthin, wo die anderen Familienmitglieder längst ihren eigenen Träumen von Heimat und Zukunft nachgehen?

Das Armutszeugnis – Auf der Spur der UN-Millenniumsziele (planet e.)

Nach sechs Jahren begeben sich die beiden Reporter auf die Spuren der Menschen, deren Geschichten sie damals erzählten. Den 16-jährigen Eusebio kennen alle auf der Müllhalde unweit von Guayaquil. Doch Kinderarbeit ist in Ecuador mittlerweile verboten. Anstatt zur Schule zu gehen wartet er, bis er wieder auf der Müllkippe arbeiten darf, wenn er in zwei Jahren 18 ist. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2015 allen Kindern eine Primarschulausbildung zu ermöglichen, wurde weltweit verfehlt. In Äthiopien begeben sich die Reporter auf die Suche nach dem Bauer Negera. Er musste seinen Beruf aufgeben, weil er sich die zwei Ochsen, die er für die Feldarbeit bräuchte, nicht leisten konnte. Heute lebt Negera als Tagelöhner in der Stadt Eines der wichtigsten Ziele der großangelegten UN-Kampagne war es, die extreme Armut und den Hunger zu bekämpfen. Vor allem in Südostasien ist dieses Ziel erreicht worden, in vielen Teilen Afrikas jedoch nicht. In Kambodscha müssen sie erfahren, dass Li Sophal, Mutter von fünf Kindern, die auf dem Dach eines besetzten Kinos mitten in Phnom Penh lebte, gestorben ist. Sie klagte bitterlich darüber, dass sie für sauberes Trinkwasser viel Geld zahlen müsse und ihre Kinder krank seien. Die Zustände in diesem Slum sind katastrophal. Die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, war ein weiteres Ziel des großen UN-Versprechens. In vielen Ländern der Welt konnte dieses Ziel erreicht werden, auch im Kino bekommt jeder sauberes Wasser, allerdings nur, wenn er es sich kaufen kann.

Das Grüne Gold

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Der profitabelste neue Ort für Landwirtschaft ist Äthiopien. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar scheinbar ungenutzten Landes an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat eine Schattenseite – die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale der Gewalt. Dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht. Der Film untersucht diese Landübernahme und trifft auf der Suche nach Wahrheit Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, Umweltschützer und betroffene Kleinbauern.

Ephraim und das Lamm

Als der neunjährige Ephraim von seinem Vater zu Verwandten ins grüne Hochland Äthiopiens gebracht wird, um der Dürre zu entgehen und selbst in der Stadt Arbeit zu suchen, nimmt der Junge sein geliebtes Lamm Chuni mit, das er von seiner verstorbenen Mutter bekommen hat. In der neuen Umgebung, zwischen verbotenen Wäldern und magischen Bergen, fühlt sich der Junge fremd und sehnt sich zurück nach Hause. Ephraim verfügt über eine heimliche Leidenschaft, das liebevolle Zubereiten köstlicher Speisen, mit denen er seine Tanten begeistert, aber von seinem Onkel für diese „Frauenarbeit“ nur Spott und Zorn erntet. Stattdessen soll er auf dem Feld helfen, was dem Jungen nicht liegt. In seiner rebellischen Cousine Tsion findet Ephraim eine Verbündete. Sie liest lieber Zeitung und denkt über neue Ideen des Landbaus nach, als sich einen Ehemann zu suchen. Als sein Onkel will, dass Ephraim das Lamm für das anstehende Fest des Heiligen Kreuzes opfert, ist er entschlossen, seinen Gefährten zu retten und mit ihm in die Heimat zurückzukehren. Mit Verkäufen seiner kleinen Leckereien auf dem Markt will er das nötige Kleingeld für das Busticket verdienen. Doch als er es schon fast geschafft hat, muss Ephraim lernen, dass Flucht kein Ausweg mehr ist. So erzählt der Film auch die Geschichte eines Jungen auf der Suche nach einem Neuanfang in der Fremde und dem Erkennen der eigenen Möglichkeiten im Abschied.